Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -6 ° heiter

Navigation:
Google+
29 Sachsen im Olympiateam - Hamanns Traum ist geplatzt

DSC-Speerwerfer bleibt daheim 29 Sachsen im Olympiateam - Hamanns Traum ist geplatzt

Das Wunder für DSC-Speerwerfer Lars Hamann blieb aus. Bei der abschließenden Nominierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für die Spiele in Rio tauchte der Name des 27-Jährigen am Dienstag nicht auf.

Für DSC-Speerwerfer Lars Hamann ist der Traum von Rio seit vorbei.
 

Quelle: dpa

Dresden.  Das Wunder für DSC-Speerwerfer Lars Hamann blieb aus. Bei der abschließenden Nominierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) für die Spiele in Rio tauchte der Name des 27-Jährigen am Dienstag nicht auf. Wie erwartet bekam der Mainzer Julian Weber, der am Sonntag bei einem Stechen in Offenburg (DNN berichtete) 88,04 m warf, das dritte Ticket in dieser Disziplin. Thomas Röhler (Jena) war als deutscher Meister schon zuvor nominiert worden, auch beim Ex-Dresdner Johannes Vetter (Offenburg), der Platz zwei in der Weltjahresbestenliste einnimmt, gab es keinen Zweifel. Damit ist für Lars Hamann der große Traum von der ersten Olympia-Teilnahme geplatzt, obwohl der Schützling von Katharina Wünsche und Steffen Krüger mehrfach die Olympia-Norm überboten hatte. Aber der Neunte der Weltjahresbestenliste hatte am Ende drei einheimische Konkurrenten vor sich. Damit wird nur Dreispringerin Jenny Elbe die Dresdner Leichtathleten in Rio vertreten.

Insgesamt berief der DOSB am Dienstag noch einmal 264 Sportlerinnen und Sportler in die Olympia-Mannschaft, die damit in Brasilien voraussichtlich aus 451 Athletinnen und Athleten bestehen wird. Darunter werden mindestens 29 Sachsen an den Start gehen. Zwei weitere könnten am Donnerstag im Fußball noch dazukommen. „Wir liegen damit knapp über dem Niveau der Olympischen Spiele von London 2012. Schön, dass neben erfahrenen erfolgreichen Athleten auch junge Sportler mit Perspektive den Sprung nach Rio geschafft haben und die Teilnehmer in etwa zu gleichen Teilen aus Chemnitz, Dresden und Leipzig kommen“, sagte LSB-Vizepräsidentin Leistungssport Heike Fischer-Jung. Die sächsische Landeshauptstadt vertreten neben Jenny Elbe die drei Wasserspringer Sascha Klein, Martin Wolfram und Tina Punzel sowie die beiden Kanuten Steffi Kriegerstein und Tom Liebscher. Auch einige Ex-Dresdner stehen im Aufgebot, so die beiden Ruderer Karl Schulze (Berlin) und Tim Grohmann (Leipzig/Ersatz) sowie die Schwimmerin Leonie Kullmann (Berlin).

Die deutsche Mannschaft soll in Rio mindestens 44 Medaillen holen und so die Ausbeute von London 2012 egalisieren. „Wir haben ein ambitioniertes Ziel ausgerufen und sehen die realistische Chance, das auch zu erreichen“, sagte Dirk Schimmelpfennig, Leistungssport-Vorstand im DOSB, nach der abschließenden Nominierungsrunde in Frankfurt/Main. Eine größere Mannschaft hatte der Deutsche Olympische Sportbund zuletzt 2004 nach Athen entsandt (452). Michael Vesper, DOSB-Vorstandschef und in Rio Chef de Mission, leitete den Countdown ein: „Die deutsche Mannschaft ist bereit.“

In der pikantesten Nominierungsfrage entschied sich der DOSB für die ehemalige Speerwurf-Weltmeisterin Christina Obergföll, die bei den Spielen in London Silber geholt hatte. Weltmeisterin Katharina Molitor darf nur als Ersatzathletin mitreisen. Allerdings erwägt die EM-Vierte bereits rechtliche Schritte. „Ich werde mir juristischen Rat holen und schauen, ob ich gegen diese Entscheidung klagen kann“, sagte Molitor der Rheinischen Post. Der DOSB war dem Vorschlag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) gefolgt, neben der deutschen Meisterin Christin Hussong (Zweibrücken) und EM-Silbergewinnerin Linda Stahl (Leverkusen) Obergföll statt Molitor zu nominieren.

Ausschlaggebend seien bei der Entscheidungsfindung die „Bestleistung kombiniert mit der Zweit- und Dritt-Leistung in diesem Jahr gewesen“, sagte Schimmelpfennig. Die Zahlen sprechen auf den ersten Blick für Obergföll, die Nummer sieben der Welt. Molitor rangiert nur auf Platz 16 der Weltrangliste. Aber sie warf ihre Saisonbestleistung (63,20 Meter) erst am vergangenen Wochenende. Obergfölls Wurf auf 64,96 m liegt dagegen schon fast zwei Monate zurück. Auch Obergföll hatte im Fall einer Nicht-Berücksichtigung mit rechtlichen Schritten gedroht. „Ich hoffe nicht, dass der DOSB sich diesem Druck gebeugt hat. Ausschließen kann ich es aber nicht“, sagte Molitor. Sie kann sich nun Tipps bei ihrem Vereinskollegen Charles Friedek holen. Der Dreispringer war 2008 vom DOSB für Peking außer Acht gelassen worden. Es folgte ein Justiz-Marathon, der erst im vergangenen April mit einem Vergleich endete – es wurde Stillschweigen vereinbart, Friedek erhielt wohl eine Entschädigungszahlung.

Von Astrid Hofmann und Ulrike Weinreich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Regionalsport
  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr