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Norweger Kristoff gewinnt Frankfurter Radklassiker

Radsport Norweger Kristoff gewinnt Frankfurter Radklassiker

Es wurde wieder nichts mit dem insgesamt 13. deutschen Sieg beim Frankfurter Radklassiker. Trotz eines couragierten Auftritts gehen die deutschen Profis leer aus. Wie 2014 hat der Norweger Kristoff im Sprint die schnellsten Beine.

Frankfurt/Main. Mallorca-Urlauber Tony Martin attackierte zu früh, John Degenkolb fehlte beim Comeback die Kraft und auch Björn Thurau hatte mit einem mutigen Ausreißversuch kein Glück.

Die deutschen Radprofis haben den erhofften Heimsieg beim Klassiker "Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt" verpasst. Bei der 55. Auflage des im Vorjahr wegen Terrorgefahr ausgefallenen Traditionsrennens jubelte wie schon 2014 Norwegens Topsprinter Alexander Kristoff.

Nach 206,8 Kilometern setzte sich Kristoff vor dem Argentinier Maximiliano Richeze und dem Iren Sam Bennett aus dem deutschen Team Bora-Argon 18 mühelos durch. "Es war ein ganz hartes Rennen. Ich hatte zwischendurch Krämpfe. Am Ende ist aber alles gut gegangen", sagte der glückliche Sieger. Als bester Deutscher kam Fabian Wegmann, der 2009 und 2010 triumphierte, auf Rang zehn.

Für den dreimaligen Zeitfahr-Weltmeister Martin, der direkt von der spanischen Urlaubsinsel nach Hessen gekommen war, blieb nur Rang 53. "Ich hätte vielleicht erst beim letzten Anstieg zum Mammolshainer Berg attackieren sollen. So war es ein weiter Weg bis Frankfurt. Da hätte ich besser vorbereitet sein müssen", sagte Martin.

Mit einem unwiderstehlichen Antritt war er bei der dritten von insgesamt vier Überfahrungen des Mammolshainer Berges, der den Fahrern mit einer Maximalsteigung von 23 Prozent alles abverlangte, davongezogen. Nur der Kolumbianer Daniel Martinez schaffte es an das Hinterrad des in Eschborn aufgewachsenen Zeitfahrspezialisten.

Doch die Attacke von Martin, der bei der Tour de France 2015 zwei Etappen im Gelben Trikot fuhr, ehe er schwer stürzte und wegen eines Schlüsselbeinbruchs die Frankreich-Rundfahrt aufgeben musste, verpuffte ohne Erfolg. Der Etixx-Quick-Step-Profi musste sich beim letzten Anstieg wieder ins Feld einreihen.

Zuvor hatte Björn Thurau lange für Furore gesorgt. Schon nach rund 40 Kilometern hatte er mit sechs anderen Fahrern die Flucht nach vorn angetreten. Bei Halbzeit des Rennens hatte die siebenköpfige Spitzengruppe einen Vorsprung von mehr als zwei Minuten herausgefahren. Als der Vorsprung schmolz, gaben Thurau und der Russe Matwej Mamykin Fersengeld.

Und dann setzte Thurau sogar zum Solo an. Rund 70 Kilometer vor dem Ziel löste sich der 27 Jahre alte Sohn des früheren Weltklassefahrers Dietrich Thurau von seinem Begleiter, bekam kurz darauf aber wieder Gesellschaft - dieses Mal vom Niederländer Niki Terpstra. Vor dem dritten Anstieg wurde das Duo jedoch vom Hauptfeld geschluckt.

John Degenkolb, der 2011 für den insgesamt zwölften und vorerst letzten deutschen Sieg gesorgt hatte, konnte bei seinem Comeback nach dreimonatiger Verletzungspause nicht bis zum Ende mithalten. "Nach vier Stunden war wie erwartet Schicht im Schacht. Alles andere wäre ein Ding der Unmöglichkeit gewesen", sagte der 27-Jährige.

Etwa 50 Kilometer vor dem Ziel winkte der Lokalmatador, der bei einem Trainingsunfall am 23. Januar in Spanien fast die Kuppe seines linken Zeigefingers verloren, sich den Unterarm gebrochen und mehrere Schnittwunden erlitten hatte, noch einmal lächelnd in die TV-Kamera, bedankte sich bei den zahlreichen Fans und nahm danach die Beine hoch. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen. Ich habe noch nicht das Stehvermögen, um bei solch einem Rennen vorne dabei zu sein", sagte Degenkolb und verabschiedete sich mit dem Wunsch: "Ich hoffe, dass es bis zur Tour de France reicht."

dpa

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