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Martin vor Zeitfahren: "Fahre nicht um Platz zwei"

Radsport Martin vor Zeitfahren: "Fahre nicht um Platz zwei"

An seinen Ambitionen lässt Tony Martin keine Zweifel aufkommen: Er will das erste Zeitfahren der Tour am Freitag gewinnen. Tom Dumoulin, Sieger von Andorra, fürchtet er am meisten. Aber Achtung vor Chris Froome!

Mont Ventoux. Tony Martins Ansage ist deutlich. "Ich will am Freitag gewinnen, ich fahre nicht um Platz zwei oder drei. Ob es klappt, werden wir sehen", sagte der selbstbewusste dreimalige Zeitfahr-Weltmeister, der endlich den ersten Etappensieg bei der 103. Tour de France perfekt machen will.

Die schwere 37,5 Kilometer-Distanz mit zwei Anstiegen gleich nach dem Start und zum Schluss liegt ihm: "Die Steigungen sind gleichmäßig zu fahren - das ist gut für mich."

Den Niederländer Tom Dumoulin, der mit einer außerordentlichen Energieleistung die Königsetappe in den Pyrenäen gewonnen hatte, fürchtet er am meisten. "Tom ist stark", sagte Martin, der vor knapp drei Wochen bei den deutschen Zeitfahr-Meisterschaften seinen ersten Saisonsieg gefeiert hatte.

Der Wahlschweizer sollte aber auf jeden Fall auch Spitzenreiter Chris Froome auf dem Zettel haben. Der Brite musste auf dem Mont Ventoux nach dem Unfall-Drama eine Stunde bis zur Jury-Entscheidung um sein Gelbes Trikot bangen. Martins Zeitfahrsieg 2013 am Mont-Saint-Michel vor Froome war eine Zitterpartie. Im Ziel trennten ihn nur zwölf Sekunden vom späteren Sieger aus Großbritannien.

Am Mittwoch auf dem Weg nach Montpellier hatte Martin noch einmal seine Beine getestet, um sich dann später im Ziel einen Rückstand von 1:39 Minuten auf den Tagessieger Peter Sagan zu leisten. "Ich bin mit meiner Form zufrieden", sagte der gebürtige Lausitzer, der zum Saisonende sein belgisches Etixx-Quickstep-Team nach fünf erfolgreichen Jahren eventuell verlassen wird. Ihm sollen vier Angebote - inklusive einer Verlängerung in seiner jetzigen Mannschaft - vorliegen.

Den Zeitfahr-Kurs wird er am Freitag in Bourg-Saint-Andéol nach La Caverne-du Pont-D'Arc mit weniger Körpergewicht als sonst üblich in Angriff nehmen. "Ich habe das eine oder andere Kilo verloren, alles auch schon im Hinblick auf das olympische Zeitfahren in Rio, das noch viel schwerer ist", hatte Martin erklärt. "Ich bin kein Freund von Diäten und habe die Gewichts-Reduzierung durch die Umstellung meiner Ernährung erreicht", berichtete Martin, der beileibe nie so aussah, als hinderten ihn überschüssige Kilos.

Vielleicht hatte so mancher deutsche Fan gehofft, ein dünner Tony Martin hätte jetzt auch das richtige Format für die ganz happigen Anstiege. Der 31-Jährige widersprach vor der 12. Etappe, die am französischen Nationalfeiertag auf dem Mont Ventoux endete. "Ich werde meine Kräfte fürs Zeitfahren schonen", sagte er am Donnerstag am Start in Montpellier, auch wenn er in seiner ersten Tour de France 2009 auf dem Ventoux Etappen-Zweiter hinter dem Spanier Juan-Manuel Garate geworden war.

So dünn wie Tour-Spitzenreiter Froome, der bei einer Körpergröße von 1,88 Meter kaum 70 Kilogramm wiegt, ist Martin noch nicht. Der Brite kämpft in diesem Jahr mit allen Tricks um seinen dritten Toursieg. Er glänzte im Kampf um Minivorsprünge bisher als waghalsiger Abfahrer in den Pyrenäen und am Mittwoch in Montpellier sogar als Sprinter. Der Kampf gegen die Uhr ist neben Klettern sein eigentliches Metier. Martin ist gewarnt.

dpa

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