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Greipel träumt von Gelb und Tour-Start in Deutschland

Radsport Greipel träumt von Gelb und Tour-Start in Deutschland

Über 3519 Kilometer führt die Tour de France 2016 von der Atlantikinsel Le-Mont-Saint-Michel nach Paris. Los geht es am 2. Juli mit einer Sprinter-Etappe, die Greipel auf Gelb hoffen lässt. Im Jahr darauf könnte Deutschland wieder auf der Tour-Landkarte auftauchen.

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Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme bei der Präsentation in Paris.

Quelle: Yoan Valat

Paris. André Greipel blickte von seinem gepolsterten Sitz im Palais des Congrès gut gelaunt auf die große Leinwand mit dem Streckenprofil der Tour de France 2016.

Dem Sprint-König der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt bietet sich im kommenden Jahr die große Chance auf das erste Gelbe Trikot seiner Karriere, und auch ein möglicher Tour-Start 2017 in Düsseldorf sorgte bei Greipel für Vorfreude. "Es wäre schön, so etwas in der Karriere zu erleben. Dadurch bekäme der Radsport in Deutschland ein neues Zeichen", sagte Greipel bei der Präsentation der Tour-Strecke in Paris der Deutschen Presse-Agentur.

Bevor das größte Radrennen der Welt aber womöglich nach Deutschland zurückkehrt, wartet auf Greipel und Co. eine anspruchsvolle Tour 2016 mit vier Bergankünften, darunter der Anstieg zum berüchtigten Mont Ventoux am Nationalfeiertag, sowie zwei Einzelzeitfahren. Der Startschuss fällt am 2. Juli auf der Atlantikinsel Le-Mont-Saint-Michel, das Finale steigt traditionsgemäß drei Wochen später auf den Champs Élysées. Dazwischen warten 3519 Kilometer auf die Fahrer.

Im Gegensatz zu Greipel schaute der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister Tony Martin bei der Vorstellung der Route weniger glücklich drein. Zwar wird seiner Spezialdisziplin wieder mehr Beachtung geschenkt - aber nur auf den ersten Blick. "Das ist eine schwere Tour de France mit wenigen reinen Zeitfahr-Kilometern, die mir mehr entgegen kommen würden", urteilte Martin. Vor allem der zweite Kampf gegen die Uhr auf der 18. Etappe ist quasi ein Bergzeitfahren.

Das dürfte vor allem Vorjahressieger Christopher Froome gefallen, dem das Profil als Alleskönner entgegenkommt. "Das ist eine schöne Strecke. Ein Kurs, der für jeden etwas bereit hält", sagte der Brite, der auch an den Mont Ventoux beste Erinnerungen hat. Schon bei seinem ersten Tour-Erfolg 2013 hatte Froome auf dem Riesen der Provence triumphiert. Weniger gute Erinnerungen hat der Brite an die Bergankunft auf der neunten Etappe in Andorra-Arcalis, wo Jan Ullrich 1997 ins Gelbe Trikot gestürmt war. Froome hatte in diesem Jahr bei der Spanien-Rundfahrt im Bergstaat mehr als sieben Minuten verloren.

Vor den Bergen werden aber die Sprinter zum Zug kommen. Gleich zum Auftakt winkt ein Massensprint auf dem Weg von Le-Mont-Saint-Michel nach Utah Beach. "Ich freue mich, dass die erste Etappe eine Chance für die Sprinter ist", sagte Greipel. Auch sein deutscher Rivale Marcel Kittel dürfte die Auftaktetappe wieder im Blick haben. Schon 2013 und 2014 war Kittel, der in diesem Jahr nach krankheitsbedingten Rückschlägen fehlte, mit Auftaktsiegen ins Gelbe Trikot gesprintet.

Ohnehin ist das Rennen im nächsten Jahr wieder sprinterfreundlicher, nachdem 2015 in der ersten Woche eher die Klassikerspezialisten gefragt waren. Greipel sieht auf den ersten Blick "fünf, sechs Chancen für die Sprinter".

Entgegen dem Uhrzeigersinn geht es bei der Tour 2016 erst in die Pyrenäen, die Entscheidung wird dann in den Alpen fallen. Dabei macht das Rennen auch ein Gastspiel in der Schweiz, wo Etappen in Bern und Finhaut-Emosson enden. Insgesamt warten 28 schwere Anstiege auf die Fahrer.

Und 2017 ist dann womöglich Deutschland als Tour-Gastgeber am Zug. "Warum nicht?", sagte Tourchef Christian Prudhomme und betonte: "Deutschland ist ein sehr wichtiges Land in Europa. Es gibt viel Enthusiasmus. Wir arbeiten an einer Rückkehr nach Deutschland mit mehreren verschiedenen Städten zusammen, und ich hoffe, dass sich das konkretisiert." Sportlich haben Greipel und Co. mit 19 Etappensiegen in drei Jahren jedenfalls viel Werbung betrieben.

dpa

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