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Comeback der Deutschland-Tour zunächst über vier Tage

Radsport Comeback der Deutschland-Tour zunächst über vier Tage

Sie wollen in die großen Städte der Radfahrernation Deutschland. John Degenkolb denkt bereits an ein Finale auf der Straße des 17. Juni in Berlin.

Ittigen/Schweiz. Der Rote Teppich war ausgerollt, der Aufstieg über Endlos-Stufen erinnerte vage an eine kleine Alpenetappe. Feierlich verkündet wurde dann allerdings nur, das Comeback der Deutschland-Tour im August 2018 solle über vier Tage gehen.

In den Jahren danach soll das Rennen, das zuletzt 2008 durch Deutschland rollte, auf eine Woche ausgeweitet werden. "Wir können uns eine Zukunft des Sports ohne Deutschland nicht vorstellen", betonte Tour-Chef Christian Prudhomme. Die Tour-Organisatoren der ASO verantworten auch die geplante Wiederbelebung der Fahrt durch Deutschland. Über den rein sportlichen Stellenwert soll im Jahr zuvor endgültig entschieden werden - und dann soll "Deutschland Deine Tour" zu einem großen Event für alle Radsportanhänger werden.

"Ich glaube, wir sollten alle hinter dem tollen Konzept stehen. Ich freue mich riesig drauf", sagte Radprofi John Degenkolb.  "Ich finde es gut, dass man klein und bescheiden anfängt und nicht gleich mit einer Zehn-Tages-Tour."

Er war einen Tag nach seinem vierten Platz in Bern am Ruhetag auch in die hippe Location am Rande der Schweizer Stadt gekommen. In einer alten PVC-Fabrik war alles hergerichtet. Kamerateams, Reporter, eine Bühne, ein Einspieler. Wo die Deutschland-Tour 2018 nun aber tatsächlich Station macht, wo sie startet, wo sie endet - es bleibt noch ein Geheimnis.

Degenkolb hat schon einige Ideen. "Ich würde eine Kombination aus Thüringen, Hessen, Bayern machen." Und er schlug auch vor, nach dem Vorbild der Tour de France mit dem Finale auf den Champs Élysées, die Deutschland-Rundfahrt immer auf der Straße des 17. Juni in Berlin enden zu lassen. Claude Rach vom ASO-Organisationskomitee für die Deuschland-Tour bekräftigte, dass die deutschen Metropolen eingebunden würden und bereits indirekte Gespräche mit Berlin geführt wurden. 

Der entscheidende Faktor in den Verhandlungen mit Bewerberstädten dürfte ein TV-Vertrag sein. "Wir hoffen, dass die ARD uns folgt", sagte der Tour-Generalmanager Yann Le Moenner. Der Vertrag der ARD mit der Tour endet nach der diesjährigen Veranstaltung. Gesprochen wird über einen neuen Vierjahreskontrakt, die Übertragung der D-Tour könnte mit eingebunden werden.

Zwischen dem Bund Deutscher Radfahrer und der ASO sind die Verträge bereits geschlossen. Die Deutschland-Tour soll bis 2028 fester Programmpunkt des Radkalenders sein. Zunächst vermutlich im zweithöchsten Status, danach als WorldTour-Rennen wie unter anderem die Tour, der Giro d'Italia oder La Vuelta.

1999 war die Deutschland-Tour erstmals wiederbelebt worden. Nach der zehnten Auflage war Schluss. Die Folgen der Dopingaffäre um Jan Ullrich waren zu groß, die ARD als TV-Partner war abgesprungen. 1911 hatte es die erste Deutschland-Tour gegeben.

"Das wäre ein Riesending, besonders für die einheimischen Fans, die dann nicht mehr so weit anreisen müssten wie jetzt zur Tour de France", hatte Marcel Kittel vor der Präsentation am Dienstag bereits gesagt. "Ich war bei der letzten Deutschland-Tour schon dabei. Es wäre schön, wenn es wieder so ein Rennen gäbe und wenn es ähnliche Klasse besitzt wie damals", sagte Tony Martin.

dpa

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