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Bahnvierer will bei der EM Aufschwung bestätigen

Radsport Bahnvierer will bei der EM Aufschwung bestätigen

Mit der EM in der Schweiz beginnt für die Bahnradfahrer am Mittwoch der zweite und entscheidende Teil der Qualifikation für Rio 2016. Knapp 300 Tage vor den Spielen liegt der Bund Deutscher Radfahrer (BDR) in allen zehn Disziplinen auf Olympia-Kurs.

Grenchen. 2014 war der zweite Platz für den deutschen Bahnvierer noch eine kleine Sensation, in dieser Saison zählt das Quartett bei der Europameisterschaft in Grenchen dagegen zum Favoritenkreis.

Nach Jahren der sportlichen Flaute hat das frühere deutsche Flaggschiff rechtzeitig für die Spiele 2016 wieder Fahrt aufgenommen und nach einem starken Winter 2014/15 Anschluss an die Weltspitze gefunden. "Wir wollen aus der EM mit einer Medaille rausgehen", sagte Bundestrainer Sven Meyer vor der Abreise zu den am Mittwoch beginnenden Titelkämpfen selbstbewusst.

 

 

EM-Silber, Platz vier bei der WM, Rang vier im Olympia-Ranking als zweitbeste europäische Mannschaft hinter Olympiasieger Großbritannien sowie ein zweimal verbesserter deutscher Rekord (3:57,166 Minuten) sind die Hausmarken, die es zu bestätigen gilt. Bei der Herbstüberprüfung glänzte Meyers Kader schon mit zahlreichen persönlichen Bestleistungen. Besonders beeindruckte Domenic Weinstein (Villingen-Schwenningen), der den 16 Jahre alten deutschen Rekord von Robert Bartko (Potsdam) auf 4:17,417 Minuten verbesserte.

 

 

"Unser Niveau ist schon sehr, sehr hoch. Ein deutscher Rekord in Grenchen mit der Mannschaft wäre schön", sagte Meyer. Neben Weinstein dürfen sich zurzeit sieben weitere Fahrer Hoffnungen auf einen Olympia-Start machen. Ganz neue Perspektiven für Meyer, der in den vergangenen Monaten vor allem auch akribisch am Material gearbeitet hat. "Bis zur WM wollen wir 1,5 Sekunden wegschleifen. Das ist absolut realistisch", sagte der 30-Jährige, der bis Rio in den Zeiten noch einen weiteren Schritt nach vorne machen will.

 

 

Die erfolgsverwöhnte Sprinter-Mannschaft von Bundestrainer Detlef Uibel reist dagegen mit etwas gedämpften Erwartungen an, da die Mannschaft erst vor wenigen Tagen aus Colorado/USA zurückgekehrt ist. "Für uns liegt die EM ungünstig. Unser Höhentrainingslager war auf den ersten Weltcup in Cali Ende Oktober ausgerichtet. Wir versuchen jetzt aus dem Potenzial das Optimale herauszuholen", sagte Uibel. Sorgen gibt es um Miriam Welte. Die Teamsprint-Olympiasiegerin aus Kaiserslautern zog sich beim Teekochen Verbrennungen zweiten Grades am Fuß zu und will am Donnerstag vor Ort über eine EM-Teilnahme entscheiden.

 

 

Bei den Ausdauer-Frauen konzentriert sich Anna Knauer (Eichstädt) auf den Omnium-Wettbewerb und soll nach der verpassten Olympia-Teilnahme 2012 hier ebenfalls für den BDR den Startplatz absichern. Im Frauen-Vierer setzt Bundestrainer André Korff ebenfalls auf bewährte Kräfte. "Alle Fahrerinnen sind in guter Form zur Vorbereitung angereist, das lässt hoffen. Wir wollen auch auf dem Zug Richtung Olympische Spiele bleiben und möglichst bei den Zeiten in dieser Saison ein bisschen nachlegen."

 

 

An den fünf EM-Wettkampftagen fallen 20 Entscheidungen, neu im Programm ist die EM im Ausscheidungsfahren. Der BDR holte im Vorjahr auf der zu Frankreich gehörenden Karibik-Insel Guadeloupe 13 EM-Medaillen (3/4/6), Titel sicherten sich Kristina Vogel (Erfurt/Keirin), Joachim Eilers (Chemnitz/Keirin) und das Teamsprint-Trio. Weitere Qualifikations-Wettbewerbe für Rio sind die drei Weltcups sowie zum Abschluss die WM im März in London.

 

dpa

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