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Olympia 2016
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Wie die Dynamo Dresden-Fahne nach Rio kam

Ruderer feiern im deutschen Haus Wie die Dynamo Dresden-Fahne nach Rio kam

Ausgelassen feierte der Ex-Dresdner Karl Schulze mit seinen Teamkollegen und Eltern nach seinem Goldtriumph mit dem deutschen Doppelvierer bei Olympia in Rio de Janeiro. Und ein richtiger Elbestädter zeigt nicht nur beim Bier Flagge, sondern auch beim Fußballverein.

Der gebürtige Dresdner Karl Schulze (r) hatte eine Dynamo-Fahne dabei, mit der er neben seinem Ruderer-Kollegen Philipp Wende mit beiden "Goldenen" posierte.

Quelle: privat

Rio de Janeiro. Ausgelassen feierte der Ex-Dresdner Karl Schulze mit seinen Teamkollegen und Eltern nach seinem Goldtriumph mit dem deutschen Doppelvierer bei Olympia in Rio de Janeiro. „Im Trainingsalltag trinke ich gern mal ein Bier mit Sprite – das füllt die Energiereserven wunderbar auf. In den letzten Wochen habe ich Bier aber komplett weggelassen. Heute schmeckt es nach dem Sieg natürlich besonders gut“, meinte der inzwischen nach Berlin gewechselte 28-Jährige, der sich als Radeberger-Fan outete: „Als Dresdner möchte das so sein.“

Ein richtiger Elbestädter zeigt nicht nur beim Bier Flagge, sondern auch beim Fußballverein. So war es kein Wunder, dass Schulze gleich nach dem Gold-Rennen ein Foto mit Dynamo-Fahne auf Facebook stellte. Nicht-Fußballfan Philipp Wende machte den Spaß mit.

Die Dynamo-Fahne hatte wie 2012 in London der Onkel von Karl Schulze an die Strecke gebracht. Dieser reist stets erst los, wenn das Finale sicher ist. Nach London war es nicht weit, nach Rio wurde der Onkel kurzfristig von einem befreundeten Lufthansa-Pilot mitgenommen. „Es gab so viele Deutschland-Fahnen auf der Tribüne, dass ich meine Familie kaum finden konnte. In London hatte das durch die Dynamo-Fahne schon wunderbar geklappt, diesmal wieder“, meinte der Doppelolympiasieger. Einer fehlte am Abend: Da das Finale um 24 Stunden verschoben worden war, saß der Onkel bei der rauschenden Gold-Party schon wieder im Flieger gen Heimat.

Das ist Olympia: Auf der einen Seite des deutschen Hauses feierten die acht Gold-Ruderer, wenige Meter entfernt trösteten sich die Slalomkanuten. Zwischendrin trafen sich dann zwei Frustrierte beider Sportarten an der Bar: Slalom-Ass Jan Benzien vom Leipziger KC versuchte seinen vierten Platz zu verarbeiten, DHfK-Ruderer Tim Grohmann feierte als Ersatzmann ebenfalls weit weniger ausgelassen als seine Kollegen den Olympiasieg. „Die Jungs haben das aber stark gemacht“, zollte der im Alltag zwischen Dresden und Leipzig pendelnde London-Olympiasieger seinen Nachfolgern Respekt: „Und ich hatte meine Chance, die hätte ich konsequenter nutzen müssen.“

Die Zahl vier zog sich für Kanuslalom-Ass Franz Anton wie ein Roter Faden durch den 11. August. Erst diese undankbare Platzierung im olympischen Kanal von Deodoro gemeinsam mit Jan Benzien. Am Abend hielt der Weltmeister des Vorjahres dann die Garderobenmarke „4“ in der Hand – und wunderte sich über nichts mehr. Cheftrainer Michael Trummer versuchte sein Team nach dem medaillenlosen Abschneiden aufzurichten. „Kein einziger unserer Sportler hat versagt. Wir sind in keiner Disziplin schlechter als Platz sieben gewesen. Ich bin gespannt, welche Sportart das am Ende von sich sagen kann“, meinte der Zeitzer.

Die Eltern von Franz Anton hatten ebenso wie der Bruder und Ehefrau Rebekka live auf der Tribüne mitgefiebert. Sie waren stolz auf ihren Sohn, der so knapp die ersehnte Medaille verpasst hatte. Die Mama erzählte hinterher, dass der 1989 in Wittenberg geborene Franz eigentlich Fechter geworden wäre. Denn die Familie lebte Anfang der 90er-Jahre in Bad Düben. Erst durch den Umzug nach Meißen sei der Filius beim Kanuslalom gelandet und von der dortigen Übungsleiterin bei den Reisen nach Tschechien Schritt für Schritt an wildes Wasser herangeführt worden.

Frank Schober

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