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Slalom-Kanute Aigner: Generalkritik statt Medaillenjubel

Olympia Slalom-Kanute Aigner: Generalkritik statt Medaillenjubel

Trotz einer Steigerung im Finale bleibt Hannes Aigner die zweite Medaille nach den London-Spielen verwehrt. Drei Hundertstelsekunden fehlen zu Bronze. Danach verteilt der Slalom-Kanute Kritik.

Hannes Aigner wurde im Kajak-Einer Vierter.

Quelle: Friso Gentsch

Rio de Janeiro. Als die Medaillenzeremonie ohne ihn schon lief, holte der geschlagene Slalom-Kanute Hannes Aigner zur Generalkritik aus.

Deutschland investiere einfach zu wenig Geld in seinen Spitzensport, klagte der Augsburger, nachdem er im Kajak-Einer um die Winzigkeit von drei Hundertstelsekunden eine Olympia-Medaille verpasst hatte. "So lange sich da nichts ändert, kann man auch nicht erwarten, dass bessere Leistungen da sind", sagte Aigner und betonte: "Mit mehr Geld kann man mehr anfangen: mehr Trainingslager, mehr Trainerstellen, mehr Nachwuchsarbeit."

Für die deutschen Slalom-Kanuten war Aigners vierter Platz der zweite Rückschlag, nachdem tags zuvor Gold-Anwärter Sideris Tasiadis die angepeilte Medaille im Canadier-Einer verpasst hatte. Für den Deutschen Kanu-Verband wird es damit ganz schwierig, die eigene Zielsetzung von zwei Medaillen in den vier Slalom-Disziplinen noch zu erreichen. Letzte Hoffnungsträger sind am Donnerstag die Canadier-Zweier-Weltmeister Franz Anton und Jan Benzien sowie Europameisterin Melanie Pfeifer im Kajak-Einer der Frauen.

Aigner, Bronze-Gewinner der London-Spiele, musste sich dem britischen Olympiasieger Joseph Clarke, dem Slowenen Peter Kauzer und Jiri Prskavec aus Tschechien geschlagen geben. "Das ist schon ärgerlich, aber immerhin habe ich die Medaille von London. Deshalb ist der Frust nicht so groß", sagte Aigner zu seiner Leistung. Er gestand ein, "einfach einen Tick zu langsam" gewesen zu sein.

Aigner hatte durch Vorlaufplatz drei nicht nur beim Verband Hoffnungen auf eine Podestplatzierung geweckt. Im Halbfinale paddelte er als Sechster sicher in den Endlauf, und im Finale konnte er sich nochmals steigern. Doch es reichte nicht fürs Podest.

Der Schwabe hatte angekündigt, im entscheidenden Rio-Rennen alles auf eine Karte setzen zu wollen. "Ich werde ein bisschen mehr Risiko gehen können, weil ich schon diesen Erfolg aus London habe und somit nicht mit leeren Händen dastehe", konstatierte Aigner vor dem Entscheidungstag. Nach dem verpassten Ziel stellte er in der Mixed-Zone immerhin erfreut fest: "Ich kann in jedem Fall auf meine Karriere zurückblicken und sagen: Ich habe eine Olympia-Medaille!"

Die Leistungsdichte im Kanu-Slalom ist gerade bei den Kajak-Männern enorm hoch, was sich nun auch in Rio erneut herausstellte. Schon auf nationaler Ebene musste Aigner im Frühjahr einiges reinlegen, um starke Konkurrenten wie Peking-Olympiasieger Alexander Grimm oder den mehrmaligen Gesamtweltcup-Sieger Sebastian Schubert im Kampf um den einen Rio-Startplatz auszustechen. Seither übte er fleißig auf dem Olympia-Wildwasserkanal in Brasiliens Mega-City - letztlich erfolglos.

Bereits am Dienstag hatte Tasiadis als Fünfter im Canadier-Einer eine Medaille verpasst. Danach warf er dem eigenen Verband vor, zu viel Erfolgsdruck auf die Sportler aufgebaut zu haben. Die Kommunikation der hohen Ziele sei unpassend gewesen, kritisierte er. "Das ist zu viel Druck auf einem", meinte er, die Ziele hätte man "ein bisschen anders" in Worte packen sollen. Verbandschef Thomas Konietzko wies die Kritik seines Schützlings zurück. "Fakt ist, dass unser Verband sehr offen kommuniziert, dass er um Medaillen mitfahren will. Das ist unsere Zielstellung." Nun wird es ganz schwer, die noch zu erreichen.

dpa

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