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Premiere als Sportschef: Schimmelpfennig soll's richten

Olympia Premiere als Sportschef: Schimmelpfennig soll's richten

Offiziell ist Dirk Schimmelpfennig Vorstand Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes. Die Amtsbezeichnung ist sperrig, die Arbeitsbeschreibung kurz: Für Erfolg sorgen! Erst in Rio, danach mit der Leistungssportreform. Eine enorme Aufgabe.

Rio de Janeiro. Bei den Olympischen Spielen in Rio feiert Dirk Schimmelpfennig als DOSB-Sportchef seine Premiere, danach soll er den deutschen Spitzensport fit für die Zukunft machen.

"Sicher profitiere ich davon, dass es meine siebten Spiele sind, bei denen ich dabei bin. Da kennt man die Abläufe", sagte der 54-jährige gebürtige Kölner. "Es ist es etwas anderes, wenn man den Gesamtblick auf das deutsche Team haben muss, aber es ist interessant und spannend, auch die Besonderheiten der anderer Sportarten kennenzulernen."

Schimmelpfennig wechselte am 1. Marz 2015 zum Deutschen Olympischen Sportbund, um die Position des Vorstand Leistungssport zu übernehmen. Zuvor war er 24 Jahre beim Deutschen Tischtennis Bund, bei dem er in dieser Zeit Bundestrainer der Damen und Herren, Chefcoach und seit 2007 Sportdirektor war. Der DTTB bedauerte seinen Abgang. Zum Abschied lobte ihn der frühere DTTB-Präsident Thomas Weikert als großen Sportexperten und Strategen, als Praktiker und Visionär, den man nur ungern ziehen lasse.

Schnell hat er sich auch die Anerkennung beim DOSB erarbeitet. "Er hat eine klare sportfachliche Sicht auf die Themen. Wir arbeiten sehr gut zusammen", sagte DOSB-Vorstandschef Michael Vesper nach einjähriger Zusammenarbeit. Etwas zurückhaltender beurteilt der Deutsche Handball-Bund das bisherige Miteinander. "Das ist fruchtbar, aber es geht noch besser. Aber insgesamt ist es positiv, es ist immer auf Lösungen orientiert", sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning.

"Ich möchte gerne nah an die Athleten dran, um die Bedingungen und ihr Befinden in den Wettkampfsituationen beurteilen zu können", sagte Schimmelpfennig zu seinem Verhältnis zu den Sportlern im Olympischen Dorf. "Wenn sich ein Dialog mit den Athleten ergibt, gern, aber sie müssen auch Rückzugsmöglichkeiten haben."

Natürlich will er überall dabei sein, wenn Athleten aus dem 423-köpfigen deutschen Team nach Medaillen greifen. "So ist zumindest der Fahrplan für die Tagesabläufe aufgestellt", sagte der Diplom-Sportlehrer.

Keine Frage ist, dass er aufmerksam beobachten wird, wie sich die Tischtennis-Asse um Timo Boll schlagen werden. "Sie haben wieder eine Mannschaft, die ambitioniert und konkurrenzfähig ist", sagte Schimmelpfennig. "Ich freue mich aber auch auf viele andere Wettkämpfe, die ich in meiner alten Rolle nicht begleiten konnte."

Neben Tischtennis spielte er auch Volleyball und hat als "Kölscher Jong" größtes Interesse am Fußball. "Ich bin aber auch besonders auf die Sportarten gespannt, die ich vorher nicht ganz so genau kennengelernt habe: Kanu, Reiten oder die Zweikampfsportarten. "Die Vielseitigkeit macht es interessant", sagte Schimmelpfennig, der nicht nur neugierig, sondern auch fordernd ist: 44 Medaillen wie vor vier Jahren in London wünscht er sich schon vom "Team Germany".

Seit seinem Amtsantritt hat er nicht nur daran gearbeitet, dass das Medaillenniveau nicht unter das von 2012 an der Themse absackt. Er musste auch die Reform zur Modernisierung des Leistungssports, die nach den Rio-Spielen Deutschland konkurrenzfähiger in der Weltspitze machen soll, gegen viele Widerstände mit vorantreiben.

Schimmelpfennig weiß, dass er auch am Gelingen des Vorhabens gemessen wird, das von DOSB-Präsident Alfons Hörmann und Bundesinnenminister Thomas de Maizière initiiert wurde. Deshalb werde schon "ein wirklicher Wurf und eine große Veränderung" erwartet, weiß Schimmelpfennig. "Er ist mit mir in der Projektleitung. Und es ist eine Herkulesarbeit, die Reform zum Erfolg zu führen", sagte Vesper.

dpa

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