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Olympia für deutsche Schiedsrichter "etwas ganz Spezielles"

Olympia Olympia für deutsche Schiedsrichter "etwas ganz Spezielles"

Für viele Athleten erfüllt sich mit ihrer Olympia-Teilnahme ein Traum. Aber auch für die Schiedsrichter sind die Spiele in Rio ein besonderes Erlebnis. In vielen Sportarten sind deutsche Unparteiische dabei - die viel Zeit und Geld in ihren Olympia-Traum investieren.

Lars Geipel (l) und Marcus Helbig sind zwei erfahrene Handball-Schiedsrichter.

Quelle: Marijan Murat

Rio de Janeiro. Vor Peking und London hatte Günter Höhne noch vergeblich gehofft. Als dann vor den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro die ersehnte E-Mail kam, war der Tischtennis-Schiedsrichter "ganz aus dem Häuschen", wie er selbst sagt.

"Die Auswahl ist ein bisschen wie Lotto", erklärt Höhne. In Rio erlebt der Niedersachse nun seine ersten Olympischen Spiele. Für ihn geht damit wie für viele andere deutsche Unparteiische bei Olympia ein Traum in Erfüllung.

"Olympische Spiele sind etwas ganz Spezielles, und ich genieße jeden Augenblick", sagt Michelle Meister, die beim Hockey-Turnier ihre ersten Spiele erlebt. Für ihren Kollegen Christian Blasch sind es schon die vierten. Dennoch sagt er: "Olympische Spiele sind immer was Besonderes, auch wenn man schon einige miterlebt hat."

Deutsche Schiedsrichter zählen in vielen olympischen Sportarten zu den Spitzenleuten. So sind unter anderem im Badminton, Bogenschießen, Kanu-Slalom, Wasserspringen, Modernem Fünfkampf, Schießen, Tennis, Handball, Hockey oder Ringen deutsche Unparteiische nominiert.

"Das ist ein Highlight", sagt Stefanie Palfner aus Berlin, die in der Wettkampfrichterkommission des Ruderweltverbands im Einsatz ist. Heike Kraft, die als eine von vier Schiedsrichterinnen beim olympischen Volleyball-Turnier dabei ist, meint: "Olympische Spiele sind das Höchste für Sportler und klar, auch für einen Schiri."

Für einige der Schiedsrichter bleiben die Spiele allerdings ein einzigartiges Erlebnis. Im Rudern etwa dürfen Wettkampfrichter nur einmal in ihrer Karriere zu Olympia. "Das ist eine Ehre und Auszeichnung, wenn man dafür nominiert wird", sagt Gerhard Meyboden, der in Rio Deutschland in der Jury der Ruder-Wettbewerbe vertritt.

Dabei investieren die Schiedsrichter für ihren großen Traum von Olympia oft viel Geld und Zeit. Anne Panther, die als erst vierte Schiedsrichterin in der Geschichte der Sommerspiele eine Basketball-Partie der Männer leitete, bereitete sich mit ihren Kollegen in einem achttätigen Lehrgang auf Olympia vor. Die beiden Handball-Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig hatten gerade einmal einen Monat Zeit, um die neuen Regeln zu verinnerlichen.

Volleyball-Schiedsrichterin Kraft bereitete sich unter anderem mit internationalen Einsätzen in Japan, Italien und Polen auf die Spiele vor. Meyboden berichtet, dass es "eine Vorbereitungszeit von zehn bis 15 Jahren" gebe. "Erfahrung spielt eine große Rolle. Man darf nicht nervös werden sondern muss neutral und entspannt bleiben." Auch auf teils komplexe Bedingungen in Rio müssen sich die Schiedsrichter einstellen. "Gerade am Anfang bei der Organisation war es schwierig", sagt Antonio Silvestri aus Benningen, Chef-Kampfrichter beim Ringen.

Das große Geld ist für die Schiedsrichter dabei nicht zu holen. Der 47 Jahre alte Klaus Lahme, einziger deutscher Schiedsrichter bei der Olympia-Segelregatta, bekommt nur eine Aufwandsentschädigung. Dennoch sagt er: "Für mich ist es eine Riesenehre hier dabei sein zu dürfen. Ich lerne jeden Tag. Das ist das Beste." Im Hauptberuf arbeiten die deutschen Schiedsrichter als Hausmeister, bei der Agentur für Arbeit oder im Krankenhaus. Turn-Kampfrichter Holger Albrecht etwa hat extra drei Wochen Urlaub genommen. Handball-Schiri Helbig wurde teils von seinem Arbeitgeber freigestellt, teils muss er Urlaub nehmen.

Viel Zeit, um Olympia und Rio zu genießen, bleibt den Schiedsrichtern dabei nicht. "Ich habe keinen einzigen Ruhetag, also leider kaum Zeit, mir etwas anzusehen", sagt Lahme. Basketball-Schiedsrichterin Panther hatte immerhin Luft für eine Einkaufstour im Olympia-Shop. "Ein paar Pins, Schlüsselanhänger, das Maskottchen, T-Shirts, ganz klar, das muss sein", berichtet sie lachend von ihrer Ausbeute.

dpa

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