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Olympia 2016
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Noch vor Jordan: US-Olympiarekord für Star Anthony

Olympia Noch vor Jordan: US-Olympiarekord für Star Anthony

Die US-Basketballer sind bei Olympia in Rio verwundbar. Vor allem Carmelo Anthony verhindert gegen Australien eine Blamage. Mit seinen NBA-Teams bleiben dem Superstar Erfolge verwehrt, doch für sein Land blüht er auf - und überflügelt sogar Legenden wie Michael Jordan.

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Anthony überflügelte mit nun insgesamt 289 Punkten bei Olympia James und Robinson und sicherte sich den Rekord der USA. Foto: Jorge Zapata

Rio de Janeiro. Den historischen Wurf feiert Carmelo Anthony mit seinem Markenzeichen. Dreimal donnert der Basketball-Superstar Mittel- und Ringfinger der rechten Hand an seine Schläfe.

Beim 98:88-Zittersieg über Australien bricht der 32-Jährige den US-Punkterekord für Olympische Spiele - und liegt nun noch vor Legenden wie Michael Jordan oder Kumpel LeBron James.

"Natürlich wusste ich während des Spiels davon", berichtete "Melo" von der Jagd nach der Bestmarke. "Auch meine Mitspieler haben mich dran erinnert. Am Ende des Tages war ich einfach in der Zone." Seine 31 Punkte verhindern in Rio de Janeiro maßgeblich eine der größten Blamagen der ruhmreichen amerikanischen Basketball-Geschichte und die erst sechste Olympia-Niederlage überhaupt.

Auf der Pressekonferenz trägt Anthony eine strahlend weiße Kappe im Format XXL mit den fünf Ringen und den Logos von Peking 2008 und nun Rio. Ein symbolträchtiges Outfit: Anthony war auch in London 2012 dabei und kann der erste dreimalige Olympiasieger in seiner Sportart überhaupt werden. "Wir hatten große Spieler, große Teams, die für die USA gespielt haben", schwärmt Coach Mike Krzyzewski über den ältesten Akteur seiner Mannschaft. "Aber sein Bekenntnis zu seinem Land ist außergewöhnlich."

Ketzerisch könnte man sagen, dass Anthony "nur" mit nun insgesamt 289 Punkten bei Olympia vor James (273), David Robinson (270), Jordan (256) und Charles Barkley (231) liegt, weil er der erste US-Basketballer mit vier Sommerspiel-Teilnahmen ist. Der Flügelspieler hat sich vor allem durch seine Wurfstärke zwar den Status eines veritablen Superstars erarbeitet, ist aber alles andere als ein Siegertyp. In seinen 13 NBA-Saisons gewann er mit den Denver Nuggets und New York Knicks - auch angesichts mäßiger Teamkameraden - magere drei Playoffrunden, stand nie im Finale.

Doch im Nationaltrikot blüht Anthony auf. "Er ist ein Führer in jeglicher Hinsicht", lobt Team-Manager Jerry Colangelo nach dem Gala-Auftritt gegen das zuvor ebenfalls ungeschlagene Australien. "Seine Führungsqualitäten haben sich sehr stark entwickelt. Und das haben wir heute gebraucht."

Das Logo seiner ersten Olympia-Teilnahme sucht man auf Anthonys Kappe übrigens vergeblich - an Athen 2004 wird er nur ungern erinnert. Vor zwölf Jahren verlieren die stolzen Amerikaner gleich dreimal und scheiden im Halbfinale aus. Natürlich sieht sich der neunmalige NBA-Allstar auch nach der Partie gegen Australien mit der Frage nach der Erinnerung konfrontiert. "Diese Erfahrung...", sagt er und setzt zu einer kurzen Pause an. "Es ist wie es ist. Wir akzeptieren es", sagt Anthony und erklärt einen Teil seiner Olympia-Motivation: "Wir kennen das Gefühl, wir wollen es aber nie mehr erleben."

dpa

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