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Mehr Gold, weniger Medaillen: Sachsen polieren Rio-Bilanz noch auf

DOSB-Chef Hörmann schimpft Mehr Gold, weniger Medaillen: Sachsen polieren Rio-Bilanz noch auf

Mehr Goldglanz, aber weniger Medaillen – und vor allem ein alarmierender Einbruch bei den Finalplätzen: Diese Bilanz zog der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, am Sonntag vor Abschluss der ersten Olympischen Spiele in Südamerika.

Die Flaggenträger während der olympischen Abschlusszerenomie.

Quelle: dpa

Rio de Janeiro. Mehr Goldglanz, aber weniger Medaillen – und vor allem ein alarmierender Einbruch bei den Finalplätzen: Diese Bilanz zog der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Alfons Hörmann, am Sonntag vor Abschluss der ersten Olympischen Spiele in Südamerika. Die Athleten sagten bei der großen Abschlussfeier am Montagmorgen in Rio (MESZ) „Tchau“ (portugiesisch für tschüss), die deutsche Fahne trug der doppelte Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel. Die letzte deutsche Medaille gewannen die Handballer, die gegen Polen mit 31:25 Bronze holten.

„50 Prozent mehr Goldmedaillen – das ist nicht so schlecht. Mit diesem Schicksal würden viele gerne tauschen“, sagte Hörmann. Er sprach aber auch die Schwierigkeiten an. „Wir haben in manchen Bereichen Probleme, das weltweit steigende Niveau im Spitzensport mitzugehen“, kritisierte der Funktionär. In einigen Fachverbänden habe das deutsche Team die Ziele „schlichtweg nicht ansatzweise erreicht“. Auch Thomas de Maizière sei deshalb nachdenklich geworden. „Das Bundesinnenministerium teilt mit uns die Sorge darüber, dass wir erkennbar über die vergangenen Jahre und Jahrzehnte tendenziell eher verlieren“, sagte Hörmann gestern in der ARD. „Wenn wir stehenbleiben, dann wird in Tokio 2020 nicht mehr das Ergebnis kommen, das wir uns vorstellen“, warnte er.

Die Ausbeute der deutschen Athleten fällt zwar goldener (17 Mal) als vor vier Jahren in London aus, als es elf Olympiasiege gab. Doch die Gesamtzahl von 2012 (44 Medaillen) wurde nicht erreicht. Eine bessere Ausbeute verspielten vor allem die Leichtathleten und Schwimmer. „In den Kernsportarten sind wir deutlich schwächer als die, die ganz oben stehen“, stellte Dirk Schimmelpfennig, Sportlicher Leiter des deutschen Teams, fest: „Vor allem die Schwimmer haben den Anschluss an die Weltspitze verloren.“

Die trotz allem gute deutsche Bilanz wurde von Startern aus Sachsen wesentlich mit aufpoliert. So kehren die zwei Dresdner Kanuten mit Edelmetall heim – im Viererkajak holten Tom Liebscher Gold und Steffi Kriegerstein Silber. Die Chemnitzer Turnerin Sophie Scheder errang Bronze. Die Plakette am Stufenbarren war zugleich die einzige Einzelmedaille für den Landessportbund Sachsen, der mit 29 Athleten am Start war. Sechs Medaillen bringen die fünf Athleten aus Leipzig mit nach Hause – allesamt errungen in Mannschaftswettbewerben: Gold ging an die DHfK-Ruderer Annekatrin Thiele und Philipp Wende, gleich zweimal Silber errang LVB-Rennkanutin Tina Dietze, die zweite davon am Sonnabend im K4. Silber sicherten sich zudem die RB-Fußballer Lukas Klostermann und Davie Selke. Beide standen im Finale gegen Gastgeber Brasilien in der Startelf. Nach dem 1:1 nach Verlängerung unterlag das Team im Elfmeter-Krimi 4:5.

Mit nur acht Startern langte Thüringen ordentlich zu. Der Jenaer Thomas Röhler holte Gold im Speerwerfen. Gold im Sprint und Bronze im Teamsprint erkämpfte sich die Erfurter Bahnradsportlerin Kristin Vogel.

Von Frank Schober

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