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Olympia 2016
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Handballer mit umkämpftem Sieg gegen Polen

Olympia Handballer mit umkämpftem Sieg gegen Polen

Zweiter Sieg im zweiten Spiel: Die deutschen Handballer sind in Rio de Janeiro auf Kurs. Gegen den WM-Dritten Polen setzt sich der Europameister in einer körperbetonten Partie mit 32:29 durch. Ein Extra-Lob gab es für Spielmacher Paul Drux.

Rio de Janeiro. Bundestrainer Dagur Sigurdsson schritt allein aus der Halle, während seine Spieler mit den deutschen Fans feierten. Mit Leidenschaft und Kampfgeist hatten die deutschen Handballer im zweiten Gruppenspiel den WM-Dritten Polen niedergerungen.

Damit sind sie bei den Olympischen Spielen auf bestem Weg in die K.o.-Runde. Wie schon gegen Schweden zwei Tage zuvor gewann der Europameister auch sein zweites Spiel in Rio de Janeiro mit 32:29 (16:14). "Das war ein sehr wichtiger Sieg", sagte Sigurdsson, "entscheidend waren der Teamspirit und die kämpferische Leistung".

Mit einem weiteren Erfolg am Donnerstag gegen Gastgeber Brasilien ist das Viertelfinale so gut wie sicher.

Vollkommen abgekämpft wischte sich Paul Drux nach Spielschluss immer wieder den Schweiß aus dem Gesicht. "Das war harter Kampf", gab der 21-Jährige zu, "so wie es sich auf dem Spielfeld angefühlt hat, war es bestimmt auch für die Zuschauer". Für seinen erneut couragierten und erstaunlich abgeklärten Auftritt erntete der junge Spielmacher auch ein Extra-Lob vom Bundestrainer. "Er hat ein super Spiel gemacht - so wie viele andere. Ich möchte ihn nicht allein herausheben, denn es war eine Teamleistung", sagte Sigurdsson.

Drux ist einer seiner Zöglinge aus der Zeit, als der Isländer noch Trainer des Bundesligisten Füchse Berlin war. Der Jungstar hatte im Januar die EM wegen der Folgen einer langwierigen Schulterverletzung verpasst. Erst nach und nach kam er wieder in Schwung und strahlt nun auf dem Parkett eine viel größere Präsenz aus. Nach der schweren Saison habe ihm der Urlaub gut getan, meinte Sigurdsson. "Man hat schon in der Vorbereitung gesehen, dass er gewachsen ist."

Zwei Siege gegen zwei starke Mitbewerber um einen Viertelfinal-Platz seien eine tolle Ausbeute, befand Drux. "Das ist ein guter Turnierstart gegen zwei sehr, sehr gute Mannschaften." Sein Clubkollege Fabian Wiede, mit fünf Toren gemeinsam mit Kapitän Uwe Gensheimer und Julius Kühn bester deutscher Werfer, meinte: "Wir haben heute kühlen Kopf bewahrt und uns auch aus kleinen Schwächephasen immer wieder rausgezogen."

In dem intensiven Spiel diktierten die Deutschen gegen die Polen, die nach der 32:34-Auftaktniederlage gegen Brasilien unter Druck standen, das Geschehen. "Nachdem die Polen verloren hatten, wollten sie nun erst recht hart spielen und uns ein bisschen Angst machen. Doch wir haben extrem dagegengehalten", sagte Wiede. Höhepunkt der zahlreichen Nickligkeiten war die Rote Karte für Christian Dissinger in der 24. Minute wegen groben Foulspiels.

Es war dann EM-Held Andreas Wolff, der die in Schwarz-Rot-Gold gekleideten Fans erstmals in Ekstase versetzte. Erst parierte der Keeper, dann warf er übers ganze Feld ins verwaiste Tor der Polen zur ersten Zwei-Tore-Führung und schrie Fäuste ballend seine Anspannung heraus. Schon zwei Tage zuvor war ihm ein Treffer geglückt.

Und es schien beim 9:6 (15.) so, als ob sich der Europameister würde lösen können. Doch die Polen, angeführt vom wurfgewaltigen Ex-Bundesliga-Profi Karol Bielecki, kamen in Durchgang eins bis zum 14:14 immer wieder zurück. Nach einem starken Zwischenspurt mit drei Treffern in Serie schien beim 20:15 (35.) eine Vorentscheidung gefallen. Doch der Europameister musste noch eine Schwächephase meistern, ehe er mit dem 25:21 (47.) den Weg zum Sieg ebnete.

dpa

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