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Olympia 2016
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Glücksbringer für Hambüchen - Reck-Show stellt die Weichen

Olympia Glücksbringer für Hambüchen - Reck-Show stellt die Weichen

Alle Augen der deutschen Turnfans sind auf Fabian Hambüchen gerichtet. Doch seine Team-Gefährten Marcel Nguyen oder Andreas Bretschneider könnten dem Hessen in Rio die Schau stehlen. Für Lukas Dauser bleibt der Vorturner aber der "Gorilla" der Riege.

Rio de Janeiro. 46 Sekunden, die die Welt bedeuten. Gleich zum Auftakt der Turn-Wettbewerbe entscheidet sich für Fabian Hambüchen am Samstag in der Olympic Arena, ob seine vierten Spiele für ihn zu einem Erfolg werden können.

46 Sekunden dauert seine spektakuläre Reck-Show, mit der er nach Bronze in Peking und Silber in London seinen olympischen Medaillensatz in Rio komplettieren möchte.

Dennoch versuchte der erfolgreichste Athlet der deutschen Turn-Geschichte nach dem einzigen Podiumauftritt an den grün-gelb schimmernden Geräten den Druck möglichst gering zu halten. "Ich will meine Ziele nicht an Ergebnissen festmachen. Aber natürlich will ich alles rausholen. Wenn das gelingt, bin ich zufrieden", sagte er vor der Qualifikation am Samstag und weiß: "Vor acht Jahren war die Chance größer als vor vier Jahren - und diesmal wird es am schwierigsten."

Mit 28 Jahren steht der Wetzlarer am Ende seiner langen Laufbahn, auf vier Spiele kommen nur die wenigsten Turner. Der Verschleiß ist spürbar. "Natürlich bin ich enttäuscht, wenn mir nicht das Optimum gelingt. Aber man darf nicht vergessen, was ich für ein halbes Jahr hinter mir habe", sagte er in Anspielung auf seine schmerzhafte Sehnen-Entzündung in der Schulter, die ihn drei Monate außer Gefecht setzte. Zeitweilig habe er schon Stiche in der Schulter gespürt, wenn er die Kühlschranktür öffnen wollte. Selbst Autofahren fiel ihm schwer. Der Anriss ist aber nicht verheilt. "Wenn die Sehne reißt, ist Feierabend. Aber Olympia wird sie noch überleben", hofft er.

"Es ist ein Riesenerfolg, überhaupt noch mal dabei zu sein. Egal, wie alles läuft, ich kann sehr stolz auf alles sein", sagt Hambüchen cool und freut sich auf die Highlights von Rio. "Das Erlebnis Olympia ist immer toll. Ich freu mich auf Christus und den Zuckerhut". Aber natürlich erst nach dem Einzel-Finale am 16. August. Und zu seinen Wünschen gehört der Besuch eines Beach-Volleyballspiels an der Copacabana. "Das ist eine so geile Kulisse. Ich freue mich auf die Menschen dort. Es gibt so viel Positives, abseits der Kriminalität."

Zwei Glücksbringer hat er in Rio an seiner Seite. "Meine Freundin Marcia hat mir ein Kuscheltier geschenkt. Das ist ein Äffchen, aufgepimpt mit Fotos, ganz süß", berichtet Hambüchen. Der zweite Glücksbringer soll der Vater werden. Im Gegensatz zu London darf Wolfgang Hambüchen, akkreditiert als "Personal Coach", seinen Sprössling außerhalb des Wettkampfes betreuen. "Ich bin glücklich, dass Vater jetzt einen so tollen Abschluss hat, nachdem das vor vier Jahren nicht geklappt hat", meinte der Student der Sporthochschule.

Noch spektakulärer, aber oft auch unsauberer turnt sein Teamgefährte Andreas Bretschneider. "Der kann sich ein Denkmal setzen. Und zwar nur hier, in vier Jahren ist es zu spät", beschreibt Cheftrainer Andreas Hirsch die Rolle des 26-jährigen Chemnitzers, der in Rio die schwierigsten Elemente der Turn-Geschichte präsentieren wird. Mit Mut und Risiko hat er sie kreiert und ihnen für kommende Generationen im Regelwerk seinen Namen gegeben. "Fabian kann viel universeller turnen als ich. Ihm gegenüber fühle ich mich immer irgendwie beschränkt in meinen Mitteln", räumte der Sachse ein. Und Barren-Spezialist Lukas Dauser charakterisiert Hambüchen schmunzelnd als "Gorilla": "Er ist unser Leader, er hält uns zusammen. Und er ähnelt ja auch in seiner ganzen Statur diesem mächtigen Tier."

Gemeinsam wollen die drei mit der Riege ins Team-Finale. "Das ist unser Hauptziel. Wenn wir das erreichen, können wir noch etwas mehr riskieren. Bei diesem Modus ohne Streichwert ist dann einiges möglich", meinte Hirsch. Neben Dauser hat er im Olympia-Zweiten von London, Marcel Nguyen, am Barren ein weiteres heißes Eisen im Feuer. "Doch an diesem Gerät gibt es 17 Bewerber um die Medaillen, das wird hammerhart", ist der "Chef" überzeugt.

dpa

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