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Ehnings Pferd nicht fit: "große Scheiße"

Olympia Ehnings Pferd nicht fit: "große Scheiße"

Springreiter Marcus Ehning muss zum zweiten Mal in seiner Karriere kurzfristig auf einen Olympia-Start verzichten. Sein Hengst Cornado ist nicht ausreichend fit. Sein Pech ist das Glück der Ersatzreiterin Meredith Michaels-Beerbaum.

Cornado, das Pferd von Marcus Ehning, hat sich beim Trainingsspringen vertreten.

Quelle: Bas Czerwinski

Rio de Janeiro. Marcus Ehning bemühte sich um Fassung. Trotz der bitteren Erkenntnis am frühen Morgen, beantwortete der Springreiter tapfer die Fragen zu seinem kurzfristigen Olympia-Aus. "Das ist eine große Scheiße", kommentierte der Reiter. "Ich bin total enttäuscht."

Rund drei Stunden vor dem ersten Ritt der Einzel-Qualifikation, wurde die Entscheidung getroffen, weil Ehnings Hengst Cornado nicht ausreichend fit war. Für den Team-Olympiasieger von Sydney 2000 kam Ersatzreiterin Meredith Michaels-Beerbaum mit Fibonacci zum Einsatz.

Für Ehning ist es das zweite kurzfristige Olympia-Aus. Bereits 2004 hatte der 42-Jährige aus Borken in Athen wegen einer Verletzung von For Pleasure auf einen Olympia-Start verzichten müssen und war durch Marco Kutscher mit Montender ersetzt worden.

"Er läuft nicht so, wie er laufen muss", sagte Ehning über seinen 13 Jahre alten Hengst. "Es ist nicht gut genug, um hier zu reiten. Dafür steht zu viel auf dem Spiel.". Cornado hat sich vermutlich nach dem Trainingsspringen am Samstag vertreten.

"Nach Rücksprache mit unserem Mannschafts-Tierarzt Jan Hein Swagemakers haben wir entschieden, dass das Risiko für einen Einsatz von Cornado zu groß ist", kommentierte Bundestrainer Otto Becker. Ehning sagte: "Wir haben das gemeinsam entschieden." Es gehe "in erster Linie ums Wohl des Pferdes. Halbe Sachen will ich nicht machen." Ehning wird bis zum Ende des Team-Wettbewerbes am Mittwoch in Rio de Janeiro bleiben.

Ehnings Pech ist das Glück von Michaels-Beerbaum. "Ich war heute Morgen so überrascht von der Nachricht", sagte die strahlende Reiterin nach ihrer fehlerfreien Runde in der Einzel-Qualifikation. "Ich habe mich richtig gefreut." In Aachen, als sie nicht für das Olympia-Quartett nominiert und als Ersatzreiterin eingestuft worden war, hatte es Tränen gegeben. Am Sonntag konnte Michaels-Beerbaum wieder befreit lachen.

"Alles ging zick-zack-schnell", berichtete die 46-Jährige aus Thedinghausen. "Ich musste alles ganz schnell organisieren." Als sie am Morgen mit Reithose auf dem Platz erschien und sich die Nachricht vom Tausch im deutschen Team noch nicht herumgesprochen hatte, "haben einige gedacht, ich ticke nicht richtig".

"Für Marcus ist das natürlich wahnsinnig traurig", sagte Michaels-Beerbaum. "Er war ganz nett zu mir", berichtete sie von der Begegnung am Morgen im Stadion: "Er hat mich gedrückt und mich dann unterstützt."

dpa

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