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Olympia 2016
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Beach-Duo Böckermann/Flüggen hofft noch

Olympia Beach-Duo Böckermann/Flüggen hofft noch

Ihre Olympia-Premiere haben sich Böckermann/Flüggen anders vorgestellt. Noch sehen sie in Rio eine Mini-Chance. Das Hamburger Duo ist derzeit die einzige feste Größe im deutschen Männer-Volleyball im Sand. Nach Olympia steht eine Zäsur an.

Rio de Janeiro. Noch hoffen Markus Böckermann und Lars Flüggen in Rio darauf, mit einem kleinen Wunder gegen Russland das vorzeitige Olympia-Aus abwenden zu können.

Die letzten Hoffnungsträger der deutschen Beachvolleyball-Elite müssen ihr letztes Gruppenspiel gegen Russland nicht nur unbedingt, sondern hoch gewinnen. "Eine Wahrscheinlichkeit auszurechnen, bringt nichts. Wir müssen uns so vorbereiten, dass wir taktisch bestmöglich spielen können", sagte der 30-jährige Blocker Böckermann zur minimalen Achtelfinal-Chance.

Bewiesen haben Böckermann/Flüggen ihre Möglichkeiten in der Olympia-Ausscheidung, in der sie die Berliner Jonathan Erdmann und Kay Matysik nicht nur als langjährige deutsche Nummer eins ablösten, sondern trotz vieler Verletzungssorgen auch die Rio-Tickets buchten. "Wir haben zwei Jahre dafür hart gearbeitet, es hat sehr viel Spaß gemacht. Das ist jetzt hier ein anderes Kapitel, das haben wir bisher nicht so gut absolviert. Aber es ist noch nicht zu Ende", betonte der 26 Jahre alte Abwehrspieler Flüggen: "Wenn wir gut reinkommen, können wir gegen die Russen vielleicht etwas machen."

Unabhängig vom Ausgang des letzten Gruppenspiels in der brasilianischen Nacht zum Donnerstag (02.00 Uhr/MESZ) gegen Nikita Liamin und Dmitri Barsukin werden Böckermann/Flüggen die einzige feste Größe im deutschen Männer-Spitzenbereich bleiben. Die Situation insgesamt ist unübersichtlich, man kann auch sagen chaotisch. Erdmann/Matysik, die WM-Dritten von 2013, haben sich nach der verpassten Rio-Qualifikation praktisch schon getrennt. Auch andere Profis wie Stefan Windscheif, Sebastian Fuchs und Alexander Walkenhorst wechselten zuletzt munter ihre sportlichen Partner durch.

Nicht erst seit diesem Sommer ist klar: Der deutsche Männerbereich braucht einen totalen Neuanfang. "Die Schere geht weit auseinander", sagte Julius Brink, Olympiasieger von 2012. Während die deutschen Frauen an der Copacabana mit zu den Medaillenkandidaten zählen, haben die Beach-Herren den Anschluss an die Weltspitze verloren: "Da muss man auch strukturell einiges hinterfragen", erklärte Julius Brink.

"Andere Verbände haben mit finanziellen Mitteln aufgerüstet, sind das Thema Beachvolleyball ganz anders angegangen. Da sind definitiv Entwicklungen verschlafen worden", sagte der Olympiasieger von 2012. "Klar ist, da muss sich was ändern in der Förderung und den Strukturen", ergänzte sein Gold-Partner Jonas Reckermann, auch wenn er darin nicht die einzigen Gründe für die Probleme sieht: "Es ist ja immer so, dass nach einem Olympia-Zyklus eine Zäsur folgt."

Bei den deutschen Meisterschaften Anfang September in Timmendorfer Strand will der Verband seinen Athleten offenbar ein neues Konzept vorstellen. Wie das aussehen könnte, ist noch unbekannt. Die Jugend wird dabei mit Blick auf die nächsten Olympischen Spiele 2020 in Tokio und sogar auf 2024 eine große Rolle spielen. Allerdings gibt es derzeit auch keine herausragenden männlichen Talente, die sich mit konstant guten Leistungen auf der nationalen Tour aufdrängen.

dpa

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