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Schlagkräftiges „Fußball-Dorf“

Dynamo gegen Heidenheim Schlagkräftiges „Fußball-Dorf“

Nicht mal 50 000 Einwohner zählt Heidenheim an der Brenz, gelegen nördlich von Ulm auf der Schwäbischen Alb. Die Kreisstadt lebt vor allem vom Maschinenbau-Unternehmen Voith, mit etwa 4500 Angestellten und dem Hauptwerk mitten in der Stadt der größte Arbeitgeber der Region.

Andreas Spann gegen Christian Mikolajczak im April 2010.

Quelle: www.dehli-news.de

Dresden. Nicht mal 50 000 Einwohner zählt Heidenheim an der Brenz, gelegen nördlich von Ulm auf der Schwäbischen Alb. Die Kreisstadt lebt vor allem vom Maschinenbau-Unternehmen Voith, mit etwa 4500 Angestellten und dem Hauptwerk mitten in der Stadt der größte Arbeitgeber der Region. Und Namensgeber des örtlichen Stadions, der Voith-Arena, in der am Sonnabend Dynamo Dresden gastieren wird. Mit ihren 15 000 Plätzen könnte sie fast ein Drittel der Heidenheimer Einwohnerschaft aufnehmen. Ein weiteres „Fußball-Dorf“ aus dem wirtschaftskräftigen Baden-Württemberg ist auf dem Weg nach oben.

Doch während bei der TSG Hoffenheim und dem SV Sandhausen die Entwicklung seit einigen Jahren stagniert, scheint der 1. FC Heidenheim gerade zum nächsten Sprung anzusetzen: in die 1. Bundesliga. Hatte die Mannschaft 2003/04 noch in der Verbandsliga Württemberg gekickt, ging es Schritt für Schritt in höhere Sphären. Und das mit Kontinuität, denn seit 2007 sitzt der gebürtige Heidenheimer Frank Schmidt auf der Trainerbank. Eine weitere Konstante kam ein Jahr später hinzu: Marc Schnatterer spielt seither für den FCH, der mit ihm 2008 bis 2009 den Durchmarsch von der Ober- über die Regional- bis in die 3. Liga schaffte. Vor zwei Jahren stieg der Verein als Drittliga-Meister – und vierfacher Württembergischer Verbandspokalsieger in Serie – in die 2. Bundesliga auf. Zu Beginn seiner dritten Spielzeit im Fußball-Unterhaus etabliert er sich nun in dessen Spitzengruppe, belegt mit starken 18 Punkten aus neun Partien derzeit Tabellenplatz zwei hinter Eintracht Braunschweig.

Im Kampf um die Nummer eins in Württemberg hat Heidenheim gegenüber dem langjährigen Krösus VfB Stuttgart damit die Nase vorn, und zwar nicht erst seit dem 0:5-Debakel, das der Bundesliga-Absteiger am vergangenen Sonnabend bei Dynamo Dresden erlebte. Die kleine Wachablösung fand schon Anfang September am 4. Spieltag statt, als Heidenheim überraschend das Württemberg-Derby beim VfB vor 52 200 Zuschauern mit 2:1 gewann und im Gesamtklassement an den Landeshauptstädtern vorbeizog. Spätestens seit diesem ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften weiß nun jeder Fan des fünffachen deutschen Meisters und dreifachen DFB-Pokalsiegers, dass sich im Dreieck zwischen den Fußball-Metropolen Stuttgart, Nürnberg und München noch mehr auf der Fußball-Landkarte tummelt als der FC Augsburg und der FC Ingolstadt.

Dynamo-Fans wissen das schon länger. Nicht nur, weil man in der vergangenen Saison eine Autobahnabfahrt vor Heidenheim beim VfR Aalen gastierte. Auch zwischen dem 1. FC Heidenheim und den Schwarz-Gelben gab es zu gemeinsamen Drittliga-Zeiten bereits vier Aufeinandertreffen. Sonderlich positive Erinnerungen daran hat man in Dresden allerdings nicht. Nur beim ersten Kräftemessen gab es einen Sieg, als der nunmehrige Osnabrücker Halil Savran mit einem Dreierpack den FCH beim 4:3 im November 2009 beinahe im Alleingang abschoss. Das Rückspiel auf der Alb ging dann ebenso mit 3:0 an Heidenheim wie die Hinrundenpartie der Folgesaison. Auch der bislang letzte Vergleich beider Mannschaften stand für die Dresdner unter keinem guten Stern. Am 29. Januar 2011 war alles fertig angerichtet und viele Fans schon im oder zumindest am Stadion, als Schiedsrichter Patrick Ittrich aus Hamburg das Spiel an der Lennéstraße 75 Minuten vorm geplanten Anpfiff doch noch platzen ließ. Das Fußballfeld war tiefgefroren, da die Rasenheizung nicht richtig reguliert worden war.

Auch wenn der kalte Herbstwind ordentlich über die Ostalb pfeift: Mit einer Spielabsage wegen Frost ist bis zum Sonnabend in Heidenheim nicht zu rechnen. Warm anziehen muss sich Dynamo dennoch. Stefan Kutschke hat mit Daniel Frahn, seinem einstigen Sturmkollegen bei RB Leipzig, über die Heidenheimer gesprochen, bei den Frahn vergangene Saison aktiv war, und warnt: „Wir wissen, wie stark Heidenheim ist. Ein unangenehmer Gegner, keine 30 000 Mann, sondern ein kleines Stadion. Ähnlich wie in Sandhausen“, wo Dynamo erst vor drei Wochen bekanntermaßen mit 0:2 verlor.

Danach kam die Dresdner Galavorstellung gegen den VfB Stuttgart, doch SGD-Kapitän Marco Hartmann weiß: „Dieses Spiel wird nicht dafür sorgen, dass es eine Woche später nur ein Prozent leichter wird gegen einen Gegner, der mindestens die gleiche Qualität hat.“ Auch Pascal Testroet stimmt in den Kanon ein: „Vor der Saison haben mich viele belächelt, als ich gesagt habe, die Heidenheimer sind für mich ein Aufstiegsmitfavorit.“ Über diesen Status entscheidet eben Leistung. Und nicht die Größe einer Stadt. Leider.

Von Stefan Schramm

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