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WADA-Delegation in Moskau: Rücktritte nach Dopingskandal

Leichtathletik WADA-Delegation in Moskau: Rücktritte nach Dopingskandal

Mit Hilfe internationaler Experten versucht Russlands Leichtathletik einen Neustart im Dopingskandal. Schlüsselposten werden neu besetzt. Wird die Sportgroßmacht Athleten zu Olympia 2016 entsenden können?

Moskau (dpa) - Eine Delegation der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA hat in Moskau ihre Arbeit aufgenommen, um Lösungen für eine Überwindung des Dopingskandals in der russischen Leichtathletik zu finden.

Die Experten berieten unter anderem über die Zukunft der russischen Kontrollbehörde RUSADA, sagte Alexander Schukow, Präsident des Nationalen Olympischen Komitee (NOK) Russlands. "Ich hoffe, es wird gemeinsam gelingen, die Voraussetzungen für eine Teilnahme Russlands an Olympia 2016 zu schaffen", kommentierte er. Der Weltverband IAAF hatte wegen Verstößen Russlands gegen Dopingregeln vor kurzem die Leichtathleten des Landes pauschal gesperrt.

Als wichtige Personalentscheidung erklärte der umstrittene RUSADA-Chef Ramil Chabrijew seinen sofortigen Rücktritt. Er wolle sich künftig verstärkt der Gesundheitsforschung widmen, sagte der seit 2010 amtierende Generaldirektor. Als Nachfolgerin wurde die bisherige RUSADA-Abteilungsleiterin Anna Anzeliowitsch vorgestellt. Zudem teilte der ranghohe Sportfunktionär Valentin Balachnitschjow mit, sein Amt im NOK-Exekutivrat aufzugeben. Er war im Zuge des Dopingskandals ebenfalls in die Kritik geraten und deswegen bereits als Präsident des russischen Leichtathletikverbands zurückgetreten.

NOK-Chef Schukow kündigte weitere Veränderungen an. Er könne sich auch einen Ausländer an der Spitze der RUSADA vorstellen. "Hauptsache, die Arbeit ist transparent", sagte der Vertraute von Staatspräsident Wladimir Putin. Schukow kritisierte die kollektive Sperre für russische Sportler, das sei unfair. "Wer an der Einnahme verbotener Substanzen beteiligt ist, sollte bestraft werden", sagte er. Doping solle "hart bekämpft" werden. "Gleichzeitig müssen die Rechte sauberer Sportler geschützt werden", forderte der NOK-Chef. Das Sportministerium in Moskau kündigte an, Großbritannien werde Russland bei der Reform der Dopingkontrollen unterstützen.

Trotz der vorläufigen Sperre treibt Russland die Planung für die Olympischen Spiele 2016 voran. Die Sportgroßmacht habe für den "komfortablen Aufenthalt" der Athleten in Rio de Janeiro ein 17-stöckiges Gebäude angemietet, sagte Delegationschef Igor Kasikow. "Unser Kader wird 430 bis 440 Sportler groß sein", meinte er. Daneben nehme Russland etwa auch zwei eigene Köche nach Brasilien mit.

dpa

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