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Roleder im Gold-Glück: Die Hymne endlich mal "nur für mich"

Leichtathletik Roleder im Gold-Glück: Die Hymne endlich mal "nur für mich"

Der Wechsel zu Mehrkampf-Trainer Wolfgang Kühne ist für Cindy Roleder der "Jackpot". Das Risiko hat sich längst ausgezahlt für die Hürdensprinterin aus Leipzig. Auf dem Weg zu den Olympischen Spielen holt sie sich in Amsterdam ihre erste Goldmedaille ab.

Amsterdam. Cindy Roleder strahlte und lachte, nach dem größten Sieg ihrer Karriere war sie rundum glücklich. Endlich hatte die Hürdensprinterin ihren Medaillensatz komplett: Bronze bei der EM 2014 in Zürch, Silber bei der WM 2015 in Peking - und nun Gold bei der EM in Amsterdam.

Über ihren ersten internationalen Titel hat sich die Leipzigerin "tierisch gefreut", das Glück sprudelte nur so aus ihr heraus. "Ich hab' mal gesagt, ich habe noch ein Ziel: Und zwar die Nationalhymne nur für mich zu hören." Dieses Gefühl durfte sie am Freitag, am Tag nach dem EM-Endlauf über 100 Meter Hürden, endlich auskosten.

Nach schwachem Start kam Roleder wie so oft noch richtig in Fahrt und spielte im Finish ihre Stärke aus. In 12,62 Sekunden stürmte sie als Erste ins Ziel. Nur im WM-Finale von Peking war die vielseitige Leichtathletin vom SC DHfK Leipzig noch drei Hundertstel schneller. Ihre Dauerrivalin Alina Talaj aus Weißrussland musste sich in 12,68 Sekunden mit Silber zufrieden geben. Die Britin Tiffany Porter (12,76) wurde Dritte.

"Der Start war mal wieder: na, ging so", sagte die deutsche Meisterin lachend. "Hintenraus bin ich natürlich wieder super gelaufen. Fantastisch! Das war ein geiler Lauf wieder." Ihre Zeit von Peking habe sie nun in Amsterdam bestätigt: "Es war nicht nur 'ne Eintagsfliege. Jetzt bin ich gut gerüstet für Rio", versicherte Cindy Roleder vier Wochen vor den Olympischen Spielen.

Dass sie den Aufstieg zur Weltspitze geschafft hat, verdankt sie einem mutigen, aber auch riskanten Schritt. Vor zweieinhalb Jahren schloss sich die Sportsoldatin aus Sachsen der Gruppe von Siebenkampf-Bundestrainer Wolfgang Kühne an. "Für mich war es die beste Entscheidung, die ich treffen konnte, zu Herrn Kühne zu gehen. Ich kann das gar nicht in Worte fassen, wie dankbar ich ihm bin", sagte Roleder nach dem Gold-Coup im Olympiastadion von 1928. "Er hat einen ganz, ganz großen Anteil an dieser Medaille. Und wir werden das gemeinsam feiern."

Inzwischen ist die Hürdensprinterin Roleder auch eine ausgezeichnete Siebenkämpferin. Aus der Not machte sie eine Tugend, die alten Zeiten sind vorbei. "Ich bin immer im Halbfinale rausgeflogen, ich wollte das nicht mehr. Das war ein Hopp-oder-Top-Spiel. Es hat geklappt, hätte aber auch schiefgehen können", gab sie zu. Das Risiko sei sie eingegangen. "Weil: Ich wollte nicht mehr auf der Tribüne sitzen. Sehr viele haben gezweifelt, aber das war mir egal, das war ja meine Entscheidung. Das ist ja mein Leben. Für mich war es der Jackpot!"

dpa

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