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Hintergrund: Skandal-Chronik der Leichtathletik

Sportpolitik Hintergrund: Skandal-Chronik der Leichtathletik

Seit mehr als einem Jahr wird die Welt-Leichtathletik von einem Doping- und Korruptionsskandal erschüttert. 3. Dezember 2014: Auslöser des Skandals war der ARD-Dokumentarfilm "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht".

Düsseldorf. arfilm "Geheimsache Doping - Wie Russland seine Sieger macht". Darin wird enthüllt, dass die Erfolge russischer Leichtathleten Ergebnis von systematischem Doping, Vertuschung von Kontrollen und Korruption war.

11. Dezember: Papa Massata Diack, der Sohn von IAAF-Präsident Lamine Diack, lässt seine Tätigkeit als Marketingberater ruhen. Russlands Leichtathletik-Präsident Walentin Balachnitschjow zieht sich als Schatzmeister des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF zurück.

12. Dezember: Der Direktor der Anti-Doping-Abteilung in der IAAF, der Franzose Gabriel Dollé, legt sein Amt nieder.

16. Dezember: Der frühere WADA-Chef Richard Pound leitet die Kommission zur Aufklärung der Doping-Vorwürfe gegen Russland. Weitere Gremiumsmitglieder sind der Sportrechtsexperte Richard McLaren und der deutsche Kriminalbeamte Günter Younger.

17. Februar 2015: Wegen des Dopingskandals tritt Russlands Leichtathletik-Chef Balachnitschjow zurück. Nachfolger wird Wadim Selischenko.

16. Juli: Aufgrund von Doping-Ermittlungen zieht der russische Leichtathletik-Verband vorläufig sein komplettes Geher-Team von internationalen Wettkämpfen zurück. Die WM findet Ende August in Peking ohne die mit Abstand erfolgreichste Geher-Nation statt.

2. August: ARD und "Sunday Times" haben eine Liste mit 12 000 Bluttests von rund 5000 Läufern ausgewertet. Darunter sollen 800 Sportler mit dopingverdächtigen Werten sein, die von 2001 bis 2012 bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften gestartet sind.

19. August: Der Brite Sebastian Coe wird zum neuen IAAF-Präsidenten gewählt. Er löst Diack ab, der fast 16 Jahre lang amtierte.

4. November: Diack wird Bestechlichkeit und Geldwäsche vorgeworfen. Die französische Justiz erhebt Anklage gegen den 82-Jährigen.

6. November: Diack soll in seiner Amtszeit mehr als eine Million Euro für die Vertuschung positiver Doping-Proben kassiert haben. Dies erklärt die französische Staatsanwältin Eliane Houlette.

9. November: Die unabhängige WADA-Kommission um Pound legt ihren ersten Bericht vor, der ein Schreckensbild der Doping-Praktiken in der russischen Leichtathletik zeigt. Die Kommission empfiehlt in Genf, Russland aus der IAAF auszuschließen. Dem russischen Sportminister Witali Mutko wird vorgeworfen, er solle angeordnet haben, "bestimmte Dopingproben zu manipulieren".

10. November: Die WADA entzieht dem Doping-Kontrolllabor in Moskau vorläufig die Akkreditierung. Das Internationale Olympische Komitee suspendiert das IOC-Ehrenmitglied Lamine Diack.

13. November: Die IAAF suspendiert den Gesamtrussischen Leichtathletik-Verband ARAF angesichts der gravierenden Dopingvorwürfe. Wenn die Suspendierung nicht aufgehoben wird, ist eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio nicht möglich.

18. November: Die WADA suspendiert Russlands Anti-Doping-Agentur RUSADA, weil sie die Regeln nicht eingehalten hat.

7. Januar 2016: Die Ethikkommission der IAAF sperrt im Zuge des Dopingskandals den Sohn von Ex-Präsident Diack, Papa Massata, den ehemaligen IAAF-Schatzmeister Balachnitschjow und Russlands Ex-Cheftrainer Alexej Melnikow lebenslang. Der frühere Anti-Doping-Chef Dollé wird für fünf Jahre gesperrt.

12. Januar: Interne Dokumente aus der IAAF-Zentrale, die der Nachrichtenagentur AP zugespielt wurden, belegen, dass der Weltverband seit 2009 vom massiven Doping in Russland wusste.

14. Januar: Bei der Präsentation des zweiten Berichts wirft die unabhängige WADA-Kommission im Münchner Vorort Unterschleißheim der IAAF "ein komplettes Versagen im Kampf gegen Doping und Korruption" vor. Hauptverantwortlicher für die "Organisation und Ermöglichung der Verschwörung" sei der frühere IAAF-Präsident Diack. Die neuen Erkenntnisse hätten den "kompletten Zusammenbruch der Führungsstrukturen und das Fehlen von Verantwortlichkeit innerhalb der IAAF" ergeben.

dpa

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