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EM-Silber für Speerwerferin Stahl

Leichtathletik EM-Silber für Speerwerferin Stahl

Mit dem letzten Wurf gewinnt Linda Stahl noch EM-Silber im Speerwurf und löst wohl das Olympia-Ticket. Weltmeisterin Katharina Molitor wird Vierte und muss nun um den Start bei den Rio-Spielen bangen. Die Olympia-Zweite Christina Obergföll kann sie verdrängen.

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Linda Stahl schafft im letzten Wurf ihre beste Weite.

Quelle: Michael Kappeler

Amsterdam. Das Beste kommt zum Schluss! Linda Stahl hat mit dem letzten Versuch über 65,25 Meter noch die Silbermedaille im Speerwurf bei der Leichtathletik-EM in Amsterdam gewonnen.

"Alles oder nichts - und es gab irgendwie alles", sagte die 30 Jahre alte Oberärztin vom TSV Bayer Leverkusen, nachdem sie ihrer Freude bei der letzte Landung des Speers mit einem lauten Schrei Luft machte. "Im letzten Versuch hab ich nur gedacht, egal, hau drauf." Bei den vorausgegangenen Würfen war sie viel zu verkrampft. Die Devise des Trainers, locker zu bleiben, konnte Stahl zunächst gar nicht umsetzen. Im Gegenteil. "Mein Arm ist eh schon kurz, wenn ich dann will, wird er noch kürzer", sagte sie. Umso größer war ihre Freude über den Silberwurf.

Weiter warf nur Tatjana Chaladowitsch aus Weißrussland mit 66,34 Metern. Leidtragende des letzten Wurfs ihrer Vereinskollegin war Katharina Molitor. Die Weltmeisterin von 2015 lag bis dahin mit Saisonbestweite von 63,20 Metern noch auf dem Bronze-Rang und wurde am Ende mit 30 Zentimetern Rückstand auf Sara Kolak (Kroatien) Vierte.

Die 32-Jährige Leverkusenerin muss jetzt sogar um die Teilnahme an den Olympischen Spielen bangen. "Der vierte Platz an sich ist natürlich ärgerlich. Die Bedingungen waren nicht ganz einfach", sagte sie geknickt. "Nichtsdestotrotz hätte man vielleicht weiter werfen müssen. Jetzt ist wieder Unsicherheit da, weil ich noch nicht weiß, ob ich bei Olympia dabei bin. Die Ungewissheit ist das Schlimmste."

Denn die Olympia-Zweite Christina Obergföll könnte sie noch aus dem Rio-Team verdrängen. Die Offenburgerin war als Vierte der deutschen Meisterschaften nicht für die EM nominiert worden, wird aber am Sonntag in ihrer Heimatstadt bei einem eilends organisierten Meeting noch versuchen, Molitor auszustechen. Christin Hussong aus Zweibrücken hatte das EM-Finale zwar verpasst, ist als deutsche Meisterin jedoch für die Rio-Spiele fix nominiert.

"Es hat uns auch ganz schön genervt", sagte Bundestrainerin Maria Ritschel zu dem Vierkampf um das Rio-Ticket, bei dem ein Hochkaräter das Nachsehen haben wird. "Wir werden uns jetzt in Ruhe hinsetzen und dann eine Entscheidung treffen."

Für Linda Stahl ist die Sache aber klar. "Ich bin EM-Zweite, habe die zweitbeste Weite von uns vier Werferinnen geschafft", sagte die Europameisterin von 2010. "Da gibt es keine Diskussion, da bin ich mir sicher." Bisher habe sie über Olympia und ihre Zielen noch nicht nachgedacht, da der Vierkampf der Rio-Kandidatinnen dies nicht zugelassen habe. "Das war so ein Krampf. Aber ich habe ja schon eine bronzene Olympia-Medaille, da kann ich es lockerer angehen."

dpa

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