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Doping: IAAF-Mitarbeiter wollten Diack stoppen

Leichtathletik Doping: IAAF-Mitarbeiter wollten Diack stoppen

Zwei Monate nach dem Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur zum Doping-Skandal in der russischen Leichtathletik hat der Weltverband IAAF geantwortet. Danach haben IAAF-Mitarbeiter versucht, die Vertuschung von Ex-Präsident Lamine Diack zu stoppen.

Monte Carlo. Ein System der Korruption hat es im Leichtathletik-Weltverband IAAF nach einer internen Untersuchung nicht gegeben. Dies geht aus einer IAAF-Stellungnahme zum Bericht der unabhängigen Kommission der Welt-Anti-Doping-Agentur zum Doping-Skandal in Russland hervor.

"Es gibt keine systematische Korruption innerhalb der IAAF, aber einen Mitarbeiterstab mit hohen ethischen Standards, der großartige Arbeit im Kampf gegen Doping geleistet hat", heißt es in dem am 11. Januar der Deutschen Presse-Agentur übermittelten Report.

Danach hatten Mitarbeiter der Anti-Doping-Abteilung der IAAF mehrfach versucht, den früheren IAAF-Präsidenten Lamine Diack von der Vertuschung russischer Doping-Fälle abzuhalten und ihren Start bei den Olympischen Spielen 2012 und der WM 2013 zu verhindern.

Laut dem 35-seitigen IAAF-Bericht haben die Mitarbeiter im April 2014 erst die Ethikkommission der IAAF über die verdächtige Verzögerung der Disziplinarverfahren gegen sechs russische Athleten informiert. Im Juli 2014 haben sie ohne vorherige Benachrichtigung ihrer Vorgesetzten auch den Internationalen Sportgerichtshof (CAS) darüber in Kenntnis gesetzt. Aus Protest gegen die Haltung von Diack, der in Frankreich wegen Korruption angeklagt ist, haben mehrere Mitarbeiter die IAAF verlassen.

Die IAAF versicherte in ihrem Bericht, dass kein Doping-Fall vertuscht worden sei. "Alle Fälle, die verfolgt werden mussten, wurden verfolgt, und alle Fälle, die sanktioniert werden mussten, sind in Übereinstimmung mit den IAAF-Regeln und dem Welt-Anti-Doping-Code sanktioniert worden", heißt es in dem Bericht.

Außerdem wurde betont, dass nur "eine sehr kleine Anzahl von ehemaligen mit der IAAF assoziierten Personen" von diesen verwerflichen Korruptionsvorwürfen betroffen sind. Die IAAF wolle die Aufklärung der Anschuldigungen nicht verhindern oder herunterspielen. "Es wird alles getan, was in unserer Kraft steht, um die Schuldigen zu bestrafen und das eigene System zu reformieren, um sicherzustellen, dass so eine Einmischung in Anti-Doping-Prozesse nicht mehr möglich ist", heißt es in dem IAAF-Bericht.

Die Ethikkommission der IAAF hatte in der vergangenen Woche Papa Diack, den Sohn von Lamine Diack, und zwei russische Funktionäre mit einer lebenslangen Sperre belegt. Der ehemalige Anti-Doping-Direktor Gabriel Dolle wurde mit einem fünfjährigen Bann bestraft.

Die unabhängige Untersuchungskommission der WADA wird am Donnerstag den zweiten Teil ihrer Ermittlungen des Doping- und Korruptionsskandals in Russland und in der IAAF in München präsentieren. Erwartet wird, dass dabei die IAAF im Blickpunkt steht.

Unterdessen hat der britische Leichtathletik-Verband nach den Doping-Skandalen radikale Reformvorschläge gemacht. Wie UK Athletics am Montag auf seiner Homepage mitteilte, soll die Sperre für ein Doping-Erstvergehen auf acht Jahre erhöht werden. Bisher ist in schweren Fällen ein Bann von höchstens vier Jahren vorgesehen. Außerdem plädieren die Briten dafür, unter alle bisher bestehenden Weltrekorde einen Schlussstrich zu ziehen und einen Neustart bei den Bestmarken zu machen.

Der Deutsche Leichtathletikverband (DLV) bestärkt den britischen Verband und wiederholte seine Forderungen. "Das Ziel, mit neuen Rekordlisten neue Akzente zu setzen, unterstützen wir grundsätzlich", sagte DLV-Präsident Clemens Prokop der "Rheinischen Post" (Dienstag).

Darüber hinaus schlägt UK Athletics vor, eine weltweit öffentliche Kartei für Doping-Tests zu schaffen und saubere Athleten finanziell zu entschädigen, wenn sie durch Doping-Vergehen anderer verlieren oder ihnen Preisgelder entgehen.

dpa

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