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Digel: "Zwei Jahrzehnte lang Teil einer Heuchelei"

Sportpolitik Digel: "Zwei Jahrzehnte lang Teil einer Heuchelei"

Helmut Digel hat nach mehr als 20 Jahren als Leichtathletik-Spitzenfunktionär ein bitteres Fazit gezogen. "Die einzelnen Disziplinen des Laufens, Springens und Werfens haben jeweils ihr eigenes Doping-Problem.

Berlin. m. Wir stehen dem ohnmächtig gegenüber und singen nach außen hin das Hohelied der Leichtathletik", sagte der frühere DLV-Präsident der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in einem Interview. "Ich muss konstatieren, dass ich zwei Jahrzehnte lang Teil einer Heuchelei war", gab Digel zu.

Der frühere Handballspieler war von 1993 bis 2001 Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes und saß 20 Jahre im Council des Weltverbandes IAAF. Als DLV-Chef habe er Mitte der 90er Jahre noch geglaubt, "wir würden etwas in der Doping-Bekämpfung erreichen". Doch schon damals seien "Verdacht und Zweifel mitgelaufen; der Verdacht, dass auch in unserer Nationalmannschaft Athleten ihre Gegner betrügen, und der Zweifel, dass unsere Maßnahmen ausreichend sind."

Mit ihrem Konzept eines sauberen Sports würden beispielsweise die deutschen Sprinter die "Zweitklassigkeit im internationalen Vergleich" akzeptieren. Für sie sei es unmöglich, meinte Digel, "in Dimensionen eines Usain Bolt vorzudringen". Sie würden "nie den Rang in den Medien erhalten und damit auch nicht den Platz an den Fleischtöpfen", sagte der emeritierte Professor. "Sie werden immer nur die Brosamen bekommen, die vom Tisch der Reichen fallen."

dpa

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