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DOSB-Chef Hörmann schockiert: IAAF schlimmer als FIFA

Sportpolitik DOSB-Chef Hörmann schockiert: IAAF schlimmer als FIFA

DOSB-Chef Alfons Hörmann hätte nicht gedacht, dass die Leichtathletik noch größere Skandale produziert als der Fußball-Weltverband. Kritisch sieht er die Rolle von Sebastian Coe und Helmut Digel, die jahrelang neben dem "Verbrecher" Lamine Diack amtierten.

Berlin. DOSB-Chef Alfons Hörmann hat sich entsetzt über die skandalösen Machenschaften im Leichtathletik-Weltverband geäußert.

"Es ist schlichtweg schockierend, unverständlich und in jeder Hinsicht inakzeptabel, was im Bereich der Leichtathletik nun Tag für Tag an neuen Nachrichten kommt", sagte der 55-Jährige im "Aktuellen Sportstudio" des ZDF. Vor wenigen Wochen habe er noch gedacht: "Schlimmer als in der FIFA geht's nimmer. Aber die Leichtathletik bekommt's hin."

Der frühere IAAF-Präsident Lamine Diack habe seine kriminelle "Schattenregierung" nur etablieren können, "wenn andere dieses Spiel mitmachen", betonte Hörmann und kritisierte in diesem Zusammenhang auch die Rolle der langjährigen Councilmitglieder Sebastian Coe und Helmut Digel. "Wo war unser Vertreter in diesem Verband, der zwei Jahrzehnte neben dem Präsidenten - in diesem Fall muss man ja sagen: dem Verbrecher - sitzt?", fragte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Der deutsche Sportfunktionär Digel gehörte dem Council 20 Jahre lang an, der neue Präsident Coe war zuvor acht Jahre IAAF-Vize. Da müsse man "an irgend einer Stelle mal klare Kante zeigen", forderte Hörmann, der die Dachorganisation des deutschen Sports seit Dezember 2013 als Nachfolger von Thomas Bach führt.

Vor zwei Jahren habe er noch gedacht, dass die Selbstreinigungskräfte in einem Weltverband wie der IAAF funktionieren. "Nach den neuen Erkenntnissen muss man sagen: Es scheint nicht mehr so zu sein." Er persönlich stehe dafür gerade, dass im DOSB alles mit rechten Dingen zugeht. "Wenn ich nicht davon überzeugt wäre, dass bei uns die Dinge funktionieren und sauber sind, dann würde ich nicht in dem Amt tätig sein", erklärte Hörmann.

Trotz der Olympia-Pleite mit Hamburg schließt der DOSB-Chef eine neue Bewerbung keineswegs aus. "Die Chance grundsätzlich und noch mal wird's auf jeden Fall geben", betonte Hörmann. Die Frage sei, "wann ist die Zeit reif, wann sind die Rahmenbedingungen so, dass man mit gutem Gewissen und mit guten Perspektiven ein solches Projekt angehen kann?" In puncto Olympia gelte für ihn nach wie vor die Prämisse: "Wir wollen die Spiele, aber nicht um jeden Preis."

dpa

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