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Bolt fit für Olympia: "Ich bin ein starker Wettkämpfer"

Leichtathletik Bolt fit für Olympia: "Ich bin ein starker Wettkämpfer"

Die Leichtathletik versinkt im Doping-Sumpf, nur Usain Bolt tut immer so, als habe er damit nichts zu tun. In London gab der Superstar eine Pressekonferenz. Er redete gern über seine eigene Form vor Olympia - aber nicht so gern über den Ausschluss der russischen Athleten.

London. Mit schwarzem T-Shirt und müdem Blick trat Usain Bolt in London vor die Medien. Ein passend-deprimierender Auftritt, könnte man meinen, angesichts seiner Verletzungsprobleme.

Auch die Nachricht, dass der Internationale Sportgerichtshof den Olympia-Ausschluss der russischen Leichtathleten bestätigt hat, sprach dafür. Doch die Wahrheit ist: Die Sportwelt diskutiert über den Themenkomplex Doping, Leichtathletik, Olympische Spiele - nur der größte Star dieser Sportart hat dazu weder Lust noch eine Haltung.

Die ganze Sache sei "enttäuschend", sagte Bolt auf einer Pressekonferenz zu seinem Comeback beim Diamond-League-Meeting im Londoner Olympiastadion. Doch eigentlich wolle er sich aus diesem Thema lieber heraushalten.

"Regeln sind Regeln. Und Regeln muss man befolgen", sagte der Weltmeister und Olympiasieger über 100 und 200 Meter ganz allgemein. "Ich habe diese Regeln nicht gemacht. Ich muss damit nur umgehen. Und ich respektiere jede Entscheidung. Ich habe nicht zu kommentieren, ob das nun die richtige Entscheidung ist oder nicht." Zumindest verhalten äußerte der Jamaikaner dann doch noch so etwas wie eine Meinung zu dem russischen Olympia-Ausschluss: "Wenn du betrügst oder die Regeln verletzt, dann ist diese Entscheidung eine starke Botschaft. Es geht darum, unseren Sport sauber zu halten."

Die russischen Leichtathleten sind also im August in Rio nicht dabei. Aber deutlich wichtiger ist Bolt ohnehin: Sein eigener Olympiastart ist trotz der Verletzungssorgen der vergangenen Monate nicht in Gefahr. "Ich fühle mich gut. Mein Arzt hat einen guten Job gemacht. Mein Oberschenkel macht keine Probleme mehr", sagte der 29-Jährige.

In der Arena seiner drei Olympiasiege von 2012 will Bolt am Freitagabend zum ersten Mal in diesem Jahr über 200 Meter laufen. Denn gerade auf seiner Lieblingsstrecke fehlt ihm nach einer Knöchelverletzung zu Jahresbeginn und einer Oberschenkelzerrung Anfang Juli noch ein Leistungsnachweis für den Start in Rio.

Der dürfte aber bestenfalls eine Formsache sein. Denn Bolt betonte am Donnerstag auch: "Meine Vorbereitung auf Olympia ist nicht so schlecht wie in der letzten Saison vor der WM. Ich habe noch etwas Zeit. Und ich war in einer wirklich guten Form, bevor ich bei den jamaikanischen Meisterschaften aussteigen musste."

Gleich danach ließ sich der Weltrekordhalter wieder einmal vom Mediziner seines Vertrauens behandeln: dem Arzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Und so sei das einzige, was ihm jetzt noch fehle, "Wettkampfpraxis. Ich brauche jetzt Rennen", sagte Bolt.

Seine Situation und seine Verfassung erinnern stark an das vergangene Jahr, als der Superstar aus Jamaika verletzungsbedingt ebenfalls kaum in die Saison kam, sein Rivale Justin Gatlin aus den USA auch damals in allen Weltjahresbestenlisten weit vor ihm lag - und Bolt am Ende trotzdem alle drei Goldmedaillen bei den Weltmeisterschaften in Peking abräumte. "Ich weiß: Ich bin ein starker Wettkämpfer, wenn es darauf ankommt. Vor allem mental", sagte er am Donnerstag. Sein großes Ziel für Rio ist: Zum dritten Mal nacheinander olympisches Gold über 100, 200 und 4 x 100 Meter zu gewinnen.

Von den Medien in London verabschiedete er sich mit einer Geste - wenn auch nicht mit jenem berühmten "Bogenschützen", den man von ihm kennt. Bolt streckte seinen Arm aus und zeigte ein Pflaster darauf vor. Es war seine Antwort auf die immer wiederkehrende Frage, ob er denn gedopt sei. "Ich werde seit Jahren getestet. Die ganze Zeit. Ich bin erst heute Morgen getestet worden", meinte er.

dpa

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