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Flensburgs Taktik-Fuchs Vranjes überrascht Kiel

Handball Flensburgs Taktik-Fuchs Vranjes überrascht Kiel

Als Pokerspieler versteht sich Ljubomir Vranjes nicht. Ein Taktik-Fuchs ist der Trainer der SG Flensburg-Handewitt allemal. Nach dem 30:22 in Kiel lächelt er verschmitzt.

Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes (M) macht seine Spieler heiß.

Quelle: Axel Heimken

Kiel. Den höchsten Sieg in Kiel hat die SG Flensburg-Handewitt ihrem Taktik-Fuchs Ljubomir Vranjes zu verdanken.

Der Handball-Coach wollte austesten, wie sich die zweite Reihe in Stresssituationen bewährt. So wie im Vorrundenduell in der Champions League vor 10 285 Zuschauern in der ausverkauften Kieler Arena. Als Pokerspiel wollte der 43-Jährige seine Aufstellung beim Rekordmeister aber nicht verstanden wissen: "Ich finde nicht, dass ich pokere", sagte Vranjes dem TV-Sender Sky. Vielmehr wollte er seinen breiten Kader ausnutzen: "Wie soll man sonst 60 Spiele im Jahr überstehen?"

Der Blick auf den Spielberichtsbogen des 90. Handball-Derbys überraschte die Experten. Vranjes verzichtete auf Spielmacher Thomas Mogensen und Rechtsaußen Lasse Svan, der im Sommer mit dem dänischen Nationalteam die olympische Goldmedaille gewonnen hatte. Dazu stellte er Kevin Möller für Stammkeeper Mattias Andersson zwischen die Pfosten. Der 30:22-Erfolg eine Woche nach dem 23:24 im Bundesliga-Duell mit den "Zebras" bestätigte den Schweden.

"Es macht unglaublich Spaß hier zu gewinnen. Das genieße ich jetzt", sagte der 27 Jahre alte Möller. Sein Nationalmannschaftskollege Niklas Landin, der eine schlimmere Schlappe der Gastgeber verhinderte, war "sehr enttäuscht, hier zu Hause zu verlieren".

Licht und Schatten zeigte bei den Gästen dagegen der Svan-Vertreter Bogdan Radivojevic auf der rechten Außenbahn. Nach fünf Fehlversuchen in der ersten Halbzeit steigerte sich der Serbe und kam bei acht Würfen nach der Pause noch auf vier Treffer.

Der Kieler Coach Alfred Gislason, der auf die verletzten Rückraumspieler Christian Dissinger und Nikola Bilyk verzichten musste, sprach von einer "verdienten Niederlage" und erkannte an, dass "Flensburg in der Breite besser ist". Für die Schlappe machte der Isländer zwei Gründe aus: "Wir haben zu viele Chancen ausgelassen, und die Abwehr war nicht so gut wie vor einer Woche."

Für einen Kieler Spieler wird die Partie aber trotz der Niederlage lange in Erinnerung bleiben. Der 22 Jahre alte Rückraumspieler Sebastian Firnhaber markierte bei seiner Pflichtspielpremiere für den THW mit dem Schlusspunkt zum 22:30 auch seinen ersten Treffer.

Die Derby-Hatz zwischen Flensburg und Kiel geht unterdessen unvermindert weiter. Duell Nummer 91, das Rückspiel in der Königsklasse am Mittwoch in Flensburg, wird das dritte Kräftemessen innerhalb von elf Tagen sein. Vranjes wird wohl wieder einige Überraschungen vorbereiten. Nach dem Sieg am Sonntag sagte er mit einem Lächeln auf den Lippen: "Ich freue mich schon auf das Spiel."

dpa

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