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Flensburgs Andersson lässt Meister-Löwen verzweifeln

Handball Flensburgs Andersson lässt Meister-Löwen verzweifeln

Die SG Flensburg-Handewitt unterstreicht mit dem 21:17 bei den Löwen ihre Titelambitionen. Sogar der geschlagene Meister schwärmt. Auch Club-Weltmeister Berlin bleibt siegreich. Gummersbach kassiert seine erste Niederlage. Nationaltorhüter Wolff gewinnt 100 000 Euro.

Flensburgs Torhüter Mattias Andersson zeigte eine überragende Leistung gegen die Rhein-Neckar Löwen.

Quelle: Bejamin Nolte

Mannheim. Der sonst so ruhige Holger Glandorf konnte nicht anders. Er platzte mitten ins Interview mit Mattias Andersson hinein und umarmte ihn. "Er hat gut gehalten", sagte der Rückraumspieler des Handball-Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt - und untertrieb damit gewaltig.

Denn was der schwedische Torwart beim 21:17 (13:7)-Sieg im Bundesliga-Topspiel beim deutschen Meister Rhein-Neckar Löwen zeigte, war Weltklasse. Seine Quote lag bei fast 50 Prozent. "Wenn Matze so hält, wird es für jeden Gegner schwer, ein Spiel zu gewinnen", sagte Oliver Roggisch, der Sportliche Leiter der Löwen, "uns wurden in der ersten Halbzeit die Grenzen aufgezeigt."

Die SG, die ebenfalls noch Reserven hatte, sendete mit dem wichtigen Sieg am 4. Spieltag ein klares Signal an die Konkurrenz. "Wir waren in der vergangenen Saison Zweiter. Wenn man sich dann verbessern will, bleiben ja nicht mehr viele andere Möglichkeiten", sagte Andersson, der das Wort Meisterschaft noch nicht in den Mund nahm.

Dennoch sind die schon vor der Saison als Top-Favorit gehandelten Flensburger der ganz große Titelanwärter - auch wenn Trainer Ljubomir Vranjes das so nicht stehenlassen wollte. "Wir haben erst den vierten Spieltag", sagte der Schwede, der seinen Jungs allerdings sehr viel zutraut: "Ich habe ein gutes Team mit unterschiedlichen Spielertypen. Außerdem ist mein Kader in der Breite gut besetzt."

Der Ausfall der beiden Flensburger Leistungsträger Rasmus Lauge und Jim Gottfridsson machte sich nicht bemerkbar, die Löwen hingegen hätten in ihrem dünnen Kader wohl gerne eine Alternative zum sonst so überragenden Schmid gehabt. Der Schweizer, zuletzt drei Mal in Serie Spieler der Saison, kam wie der Rest überhaupt nicht in die Partie. "Das war von A bis Z beschissener Handball", befand Schmid.

Neben Flensburg bleiben die Füchse Berlin als einziges Team der Liga noch ohne Niederlage. Der Club-Weltmeister setzte sich beim Bergischen HC mit 31:20 (15:10) durch. "Wir haben den kompletten Kader genutzt, gut durchgewechselt. Es ist wichtig, dass alle Spieler Selbstvertrauen tanken konnten, um bei schwierigeren Spielen dann auf den Punkt da zu sein", sagte Füchse-Sportkoordinator Volker Zerbe.

Der VfL Gummersbach kassierte mit dem 28:32 (10:16) bei der MT Melsungen die erste Saisonniederlage, während die Gastgeber ihren ersten Sieg bejubelten. "Man könnte philosophieren: Wir waren zur falschen Zeit am falschen Platz. Auf dem Feld waren wir nicht in der Lage, eine Defensive zu stellen, um auswärts auch punkten zu können", befand VfL-Coach Emir Kurtagic. Sein Kollege Michael Roth war einfach nur froh über die "nicht ganz unwichtigen Punkte. Unser Weg da unten raus bleibt zwar hart, aber so wie heute wollen wir weitermachen."

Wiederaufsteiger HC Erlangen gewann sein Heimspiel gegen den TVB 1898 Stuttgart mit 30:26 (14:13) und hat mit 4:4 Punkten ein ausgeglichenes Punktekonto. Pokalsieger SC Magdeburg feierte am Sonntag seinen ersten Saisonsieg. Gegen den TBV Lemgo gewannen die Elbestädter mit 32:21 (10:8). Europameister Finn Lemke hatte in dieser Woche seinen Abschied zum Saisonende bekanntgegeben.

Vorjahres-Aufsteiger SC DHfK Leipzig gewann beim Liga-Neuling HSC Coburg mit 33:31 (17:12), der TSV Hannover-Burgdorf setzte sich mit 26:23 (11:11) gegen die HSG Wetzlar durch. Balingen-Weilstetten trennte sich 23:23 (12:12) von GWD Minden.

dpa

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