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Rosbergs schwere Reise der begrenzten Möglichkeiten

Motorsport Rosbergs schwere Reise der begrenzten Möglichkeiten

Keine leichte Reise für Nico Rosberg. Der Titel kann schon Sonntag endgültig wieder futsch sein. Dabei wollte er doch im WM-Duell mit Hamilton unbedingt ausgleichen.

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Nico Rosberg hofft in Austin auf einen Sieg.

Quelle: Srdjan Suki

Austin. Für Nico Rosberg wird der Trip in die USA eine Reise mit begrenzten Möglichkeiten. Womöglich schon am Sonntag hat sich der Traum von seinem ersten WM-Titel in der Formel 1 in diesem Jahr endgültig erledigt.

Er selbst kann seinen Dauerrivalen und Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton in Austin zum Champion machen, wenn er bei einem Sieg des Briten vor dem WM-Zweiten Sebastian Vettel landet. Von seiner Kampfansage bei den Testfahrten in Jerez - "dieses Jahr ist mein Rückspiel und ich gehe enorm motiviert hinein" - sind nur noch Durchhalteparolen für die finale Phase einer schwierigen Saison übriggeblieben. "Es bleiben noch vier Rennen. Ich habe nichts zu verlieren", sagte er am Wochenende beim Abstecher zur DTM.

Der 30 Jahre alte gebürtige Wiesbadener kann sich auch nichts vorwerfen. Nach der Niederlage im WM-Kampf der Saison 2014 versuchte Rosberg noch einmal alles, um seine Leistung zu optimieren. Er trainierte Atemtechniken, um in manchen Kurven mit enormen Fliehkräften die Luft anzuhalten. Er ließ und lässt sich bei den Reisen durch die Welt und die Zeitzonen von einem Arzt beraten, um am Ort des Renngeschehens hellwach zu sein.

Für den ebenfalls 30 Jahre alten Hamilton reicht es aber wieder nicht. 73 Punkte beträgt vor den letzten vier Rennen der Saison der Rückstand, nicht mal mehr Zweiter ist Rosberg, dort rangiert mit 66 Punkten weniger als der Spitzenreiter Sebastian Vettel von Ferrari.

Schon nach dem ersten Rennen von bislang 15 musste Rosberg in Melbourne einräumen: "Jetzt steht es 1:0 für ihn." Hamilton, der Jet-Setter, sei gefahren "wie ein Weltmeister".

Rosberg, der Perfektionist, er mühte sich. Mehr als drei Siege sprangen bislang aber nicht heraus. Vor allem eines machte die Attacke auf den bereits neunmal siegreichen Titelverteidiger noch schwerer als im vergangenen Jahr: Auch in der Qualifikation hat Hamilton den Deutschen klar im Griff. Elf Hamilton-Poles gegen drei von Rosberg sind ein klarer Beleg.

Dass er zuletzt in Japan und Sotschi zumindest vom besten Platz starten durfte, nutzte Rosberg auch nichts. In Japan wurde er von Hamilton in der erste Kurve überholt, Rosberg klagte: "Ich musste eine Kollision vermeiden." In Sotschi stoppte ihn ein kaputtes Gaspedal, Rosberg klagte: "Es ist unglaublich, wie hart die Formel 1 manchmal ist."

Die Leichtigkeit eines Hamilton scheint sich im Rennwagen immer schwerer auf Rosberg zu legen. Was auch immer geschehe, "ich weiß, dass es erneut ein großartiges Duell mit Lewis wird", hatte Rosberg vor Saisonbeginn betont. Meist aber konnte er Hamilton gar nicht richtig herausfordern. Sätze wie dieser in Kanada: "Leider hat es nicht bis ganz nach vorne gereicht. Lewis hat keinen Fehler gemacht" oder dieser in Belgien: "Es war aber nicht genug, er konnte immer antworten" wurden zur ernüchternden Wahrheit.

Er hatte viel Pech wie zuletzt in Sotschi oder davor in Monza. Bei Hamilton lief es allerdings auch nicht immer nur einwandfrei. In Monaco wurde der Brite durch einen strategischen Fehlgriff vom eigenen Team des Sieges beraubt. Rosberg gewann das Rennen und gab zu: "Das war das glücklichste Ding in meiner Karriere."

"Er hatte bislang eine viel härtere Saison als ich", meinte Hamilton jüngst, als alle zusammen den vorzeitigen erneuten Gewinn der Konstrukteursweltmeisterschaft in den Werken in England feierten. Hamilton wollte auch "betonen, was für ein großartiger Teamkollege Nico ist".

Und auch Teamchef Toto Wolff unterstrich: "Bei Nico spielte Pech in diesem Jahr eine große Rolle und er hat nun einen sehr steilen Berg zu erklimmen. Aber er ist ein Kämpfer und wir haben oft gesehen, wie er bis zum bitteren Ende gekämpft hat." Die Formel 1 soll schließlich nicht Rosbergs Land der begrenzten Möglichkeiten bleiben.

dpa

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