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Keine Partys, keine Promis: Hamilton spürt den Druck

Motorsport Keine Partys, keine Promis: Hamilton spürt den Druck

Lewis Hamilton ist nach der Pleite von Baku gefordert. Der Formel-1-Weltmeister muss liefern, sonst setzt sich Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg weiter ab. Vor dem Großen Preis von Österreich wirkt Hamilton nachdenklich.

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Vor dem Großen Preis von Österreich wirkt Lewis Hamilton nachdenklich.

Quelle: Valdrin Xhemaj

Spielberg. Keine Posts von Partys oder mit Promis - der sonst so mitteilungsfreudige Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hielt sich in den Tagen vor dem Großen Preis von Österreich in den sozialen Medien auffallend zurück.

Der Mercedes-Pilot ließ es für seine Verhältnisse in den vergangenen knapp zwei Wochen ruhig angehen. War es die Enttäuschung von Baku mit Platz fünf, die ihm die Feierlaune verdarb? "Ich habe es abgehakt, nehme die Punkte mit und greife wieder an", versicherte er vor der Abreise nach Spielberg. Es bringe nichts, über "hätte, wäre, wenn zu philosophieren".

Dennoch scheint der Brite ins Grübeln gekommen zu sein. Zwei Jahre lang galt er als unantastbar, leistete sich kaum Patzer, dominierte die Konkurrenz und vor allem seinen stallinternen Widersacher Nico Rosberg. In diesem Jahr ist vieles anders. Seine ungewöhnlich hohe Fehlerquote bremst ihn ebenso wie die Serie von Technikpannen. Und im WM-Führenden Rosberg hat er einen Rivalen, der ihm seit Saisonbeginn mindestens ebenbürtig ist.

Der Große Preis von Europa in Aserbaidschans Hauptstadt war sinnbildlich für Hamiltons bisherige Saison: ein selbstverschuldeter Crash in der Qualifikation, Schwierigkeiten mit dem Elektromotor im Rennen und ein grandioser Sieg von Rosberg.

Hamilton weiß: Das Momentum ist vor dem neunten Saisonlauf am Sonntag in der Steiermark wieder auf der Seite des Deutschen. In Baku hatte Rosberg nach zwei verkorksten Rennen mit zwei Hamilton-Erfolgen in Monaco und Montreal eindrucksvoll gekontert. Und außerhalb der Strecke gab er seinem britischen Teamkollegen in einer Fahrersitzung verbal ebenfalls kontra, nachdem dieser sich über Sicherheitsbedenken von Kollegen abschätzig geäußert hatte.

Umso überraschender die jüngsten, geradezu friedvollen Aussagen von Hamilton zum Verhältnis zu seinem einstigen Kumpel aus Kindheitstagen. "Der Respekt, über den wir immer gesprochen haben, ist größer als jemals zuvor", sagte der Brite der "Daily Mail" und berichtete über ein entspanntes Gespräch am Pool mit Rosberg in ihrer gemeinsamen Wahlheimat Monaco.

Wenn nicht ziemliche beste Freunde, so doch ziemliche beste Nachbarn? Er hätte nicht erwartet, dass das Verhältnis so werde, wie es nun sei, meinte Hamilton zumindest. "Ich denke, das hängt mit dem Alter zusammen." Rosberg sei jetzt Familienvater und wahrscheinlich reifer geworden. Und auch er selbst sei gereift, sagte der 31-Jährige.

Tatsache oder Taktik? Hamilton klingt in jedem Fall ungewöhnlich nachdenklich. Er weiß: In der Heimat von Red Bull ist er gefordert. "Ein Startplatz an der Spitze ist dort definitiv von Vorteil. Deshalb muss ich es im Qualifying wieder hinbekommen und besser abschneiden als beim letzten Mal", forderte er von sich selbst.

Rosberg scheint der mit 4,326 Kilometern relativ kurze Kurs zu liegen. Beide Rennen hat er seit dem Formel-1-Comeback von Österreich 2014 gewonnen. Ein Sieg-Hattrick würde den Druck auf Hamilton erhöhen. Der dreimalige Champion (117 Punkte) liegt 24 Punkte hinter Rosberg (141). Dritter und Vierter ist das Ferrari-Duo Sebastian Vettel (96) und Kimi Räikkönen (81).

Trotz der Probleme seines Rivalen sieht Rosberg auch beim Österreich-Rennen seinen Teamkollegen als schärfsten Konkurrenten an. "Das wird ein schweres Duell gegen ihn", sagte der gebürtige Wiesbadener, der am Montag seinen 31. Geburtstag feierte. Ob ihm sein Nachbar Hamilton gratuliert hat, mochte Rosberg am Dienstag beim Media Day auf dem Hockenheimring nicht sagen. Hamiltons Kuschelkurs kommentierte er eher kühl: "Der Grundrespekt ist immer da, aber es wird auch wieder Schwierigkeiten geben."

dpa

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