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Jubiläum mit Frust: Alonso leidet im Karriere-Herbst

Motorsport Jubiläum mit Frust: Alonso leidet im Karriere-Herbst

Fernando Alonso erreicht in Russland einen Meilenstein in seiner Formel-1-Karriere. Viel Grund zum Feiern aber hat der zweimalige Weltmeister derzeit nicht. Die Rückkehr zu McLaren ist bislang ein sportliches Desaster.

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Fernando Alonso geht in Sotschi zum 250. Mal bei einem Formel-1-Rennen an den Start.

Quelle: Diego Azubel

Sotschi. Für Fernando Alonso wird sein Formel-1-Jubiläum zum Rennen gegen den Frust. Das Gastspiel in Sotschi ist das 250. Grand-Prix-Wochenende für den Spanier, doch selten zuvor dürften den 34-Jährigen so viele Zweifel an die Strecke begleitet haben.

In der sportlichen Dauerkrise seines Arbeitgebers muss der zweimalige Weltmeister seine ganze Willenskraft und Routine aufbringen, Rücktrittsgerüchte dementierte er erst mit Verzögerung. "Ich werde 2016 bei McLaren sein - und 2017", beteuerte Alonso bei der Fragestunde des Weltverbands hörbar genervt.

So deprimierend hatte sich der Asturier den Neuanfang bei McLaren nicht vorgestellt. Dafür sprechen seine öffentlichen Wutausbrüche am Boxenfunk. "Ihr lasst mich wie einen Amateur aussehen", beschimpfte er unlängst sein Team. Zuletzt in Japan stellte er Partner Honda bei dessen Heimspiel bloß, als er seinen Motor via Funk als bestenfalls geeignet für die Nachwuchsserie GP2 verunglimpfte. "Was man am Funk sagt, sollte privat bleiben", knurrte Alonso in Sotschi.

"Alles, was auf diese Weise derzeit von unseren Piloten kommt, ist durch Enttäuschung und Frustration und Demotivation begründet", erklärte McLaren-Präsident Ron Dennis. Quälend langsam nur geht der Fortschritt beim umformierten Traditionsteam, das einst mit Fahrern wie Ayrton Senna, Alain Prost oder Mika Häkkinen reihenweise Siege und Titel sammelte. Der Abstand zur Spitze ist weiter gewaltig, die technischen Probleme bremsen Alonso und seinen Teamkollegen Jenson Button immer wieder ein. "Wir müssen durch diesen Schmerz durch und diese Lernkurve absolvieren", stellte Dennis fest.

Für Alonso scheint das im Herbst seiner Karriere schwer zu ertragen. Als Gute-Laune-Onkel und Motivator ist er im Fahrerlager eher nicht bekannt. Nach seinem steilen Aufstieg vom Hinterherfahrer im Minardi zum Doppel-Champion mit Renault, als er auch Michael Schumacher bezwang, stand sich Alonso auf der zunehmend verbissenen Jagd nach weiteren Triumphen oft selbst im Weg.

Bei seinem ersten McLaren-Engagement hätte sein Hass-Duell mit dem aufstrebenden Lewis Hamilton fast den Rennstall zerrissen. Alonso flüchtete nach nur einem Jahr zurück ins Renault-Team, das aber nicht mehr titelfähig war. Auch die Wunsch-Ehe mit Ferrari zerbrach, weil Alonso die Scuderia nicht wie einst Schumacher mitreißen und zur Siegmaschine formen konnte. Zermürbt von den Niederlagen gegen Sebastian Vettel löste der Spanier seinen Rentenvertrag auf. Ferrari wehrte sich kaum, mit Nachfolger Vettel blüht das Team wieder auf.

Alonso dagegen ist weiter entfernt vom ersehnten dritten Titel als je zuvor. Nur zweimal fuhr er in diesem Jahr bislang in die Punkte, Platz fünf in Ungarn ist sein bestes Resultat. Einen frischen Pokal für sein eigenes Museum in seiner Heimatstadt Oviedo konnte Alonso zuletzt vor 14 Monaten mitbringen.

So muss sich der Altmeister in diesen Tagen zu Durchhalteparolen zwingen. "Wir arbeiten weiter hart", sagt er dann und bestreitet, ein Sabbatjahr 2016 oder gar einen endgültigen Abschied erwogen zu haben. "Keiner sollte auch nur den Hauch eines Zweifels haben, dass ich einen Dreijahresvertrag mit McLaren habe und dass meine Karriere bei diesem Team zu Ende gehen wird. Hoffentlich als Sieger."

dpa

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