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Im Mittelpunkt: Hamilton und seine Freiheiten

Motorsport Im Mittelpunkt: Hamilton und seine Freiheiten

Die Social-Media-Maschine von Lewis Hamilton läuft. Endlich kann der Brite auch wieder die Formel-1-Bühne dafür nutzen. Hamilton strebt nach einer Balance zwischen Privatvergnügen und Dauererfolg.

Melbourne. Vergnügt knipste Lewis Hamilton auf der offiziellen Pressekonferenz zum Formel-1-Auftaktrennen Selfies. 109 Tage nach dem letzten Grand Prix beansprucht der Weltmeister wieder den Mittelpunkt für sich.

In Weiß gekleidet und mit Glitzerschmuck um den Hals zog der 31-Jährige am Donnerstag in Melbourne die Blicke auf sich.

Seine eigene Entwicklung auf den kommenden 21 Etappen bis zum von ihm erhofften vierten WM-Titel bewertet er als Expedition. "Ich freue mich einfach auf diese Reise, auch wenn ich nicht weiß, was kommt", sagte Hamilton, der von der Gier nach Erfolgen getrieben ist. "Du suchst immer nach der perfekten Runde, du suchst immer nach dem perfekten Rennen, du suchst immer danach, die Messlatte jedes Mal höher zu legen, wenn du rausgehst", dozierte er.

Das Messen auf dem Asphalt, am besten Rad an Rad, mit seinen Formel-1-Rivalen macht für ihn den großen Reiz aus. Deshalb hätte der Titelverteidiger auch nichts gegen einen noch stärkeren Sebastian Vettel in diesem Jahr. "Ich denke, dass Ferrari viel näher dran sein wird, als sie zugeben", meinte Hamilton.

Der Sohn eines Auswanderers aus Trinidad und Tobago weiß, sich zu inszenieren. Vor seinem Trip nach Australien ließ sich Hamilton auf der Pariser Fashion Week unter anderen mit Supermodel Irina Shayk ablichten. Vor seinem Eintreffen in "Down Under" machte er auf einem Gletscher im Süden Neuseelands Halt. Eine der "verrücktesten Erfahrungen" in seinem Leben sei das gewesen, schrieb Hamilton und schickte eine Video-Sequenz hinterher, auf der man ihn über den Wolken bei einem Golfabschlag sieht.

Dieser Hamilton, der ganz lange von seinem Vater gefördert und beraten wurde, braucht Freiheiten. Dieser Hamilton nimmt sich längst seine Freiheiten. "Mir geht es darum, der bestmögliche Fahrer zu sein und gleichzeitig das Leben abseits der Strecke in vollen Zügen zu genießen", erläuterte er seine Haltung.

Mit dieser handelt er sich jedoch bisweilen auch Ärger ein. Wie zum Beispiel in Auckland. Da rief sein Selfie auf einem Motorrad die Polizei auf den Plan. Auf die Frage, ob er sich in solchen Fällen als Vorbild begreife oder eher doch nicht, antwortete er, dass er "nicht wirklich" mit einer Antwort dienen könne.

Auch Sponsoren ringen in dem Millionen-Geschäft Formel 1 manchmal um Worte. Etwa wenn Hamilton bei einem PR-Termin die Kleidung oder Accessoires der Konkurrenz trägt. Im Vorfeld müsse sie "immer pampige Nachrichten" an ihn schicken, um ihn auf die passende Etikette hinzuweisen, sagte jüngst Caroline McGrory von Mercedes.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff nimmt Hamilton so, wie er ist. "Die Formel 1 ist ein Teil der Unterhaltungsindustrie und Lewis ist ein Rockstar-Fahrer, aber das ist sein Leben. Er ist authentisch, er versucht nicht nur, ein Bild zu projizieren", erläuterte Wolff und verglich Hamilton mit Stallrivale Nico Rosberg. "Jeder muss so sein, wie er ist. Einer unserer Fahrer ist ein bisschen mehr kosmopolitischer, weil das zu ihm passt, der andere mag es eher ruhig und zieht Zeit mit seiner Familie vor."

dpa

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