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Dilemma für Neuling Wehrlein: "Schwierig aufzufallen"

Motorsport Dilemma für Neuling Wehrlein: "Schwierig aufzufallen"

Eines der begehrten Formel-1-Cockpits gehört Pascal Wehrlein. Doch bei Manor kann der Neuling nur bedingt auf sich aufmerksam machen. "Es ist schwierig aufzufallen", sagte er im dpa-Interview. Wenn sich Gelegenheiten bieten, sei der Druck besonders groß.

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Pascal Wehrlein holte in Spielberg erstmals mit Platz zehn WM-Punkte.

Quelle: Diego Azubel

Silverstone. Pascal Wehrlein ist einer von nur vier deutschen Formel-1-Fahrern. Doch der Neuling hat es bei Hinterbänklerteam Manor schwer. Ausrufezeichen kann der 21-Jährige dort nur bedingt setzen.

"In erster Linie ist das eine riesige Chance und diese Chance muss ich natürlich auch nutzen. Das Problem ist aber, dass man mit Manor nur schwierig auffallen kann", sagte der Worndorfer der Deutschen Presse-Agentur in einem Interview am Rande des Grand Prix von Großbritannien, wo er früh nach einem Dreher ausfiel.

Herr Wehrlein, löst die Formel 1 bei Ihnen als Neuling nach den ersten Monaten noch immer Staunen aus?

Pascal Wehrlein: Ich glaube, man gewöhnt sich sehr schnell daran. Wenn man einen Schritt zurückgeht und sich denkt: 'Ich fahre in der Formel 1, das hat man sich ewig erträumt', dann ist das etwas ganz besonderes. Man gewöhnt sich aber sehr schnell daran und dann ist man damit beschäftigt, wie wird man selbst besser, wie wird das Auto besser. Ich denke deshalb nicht jeden Tag: 'Wie toll, dass ich Formel 1 fahre und wie toll alles ist' (lacht). Man befasst sich mehr mit der Materie und Technik.

Ihr Vater Richard ist Deutscher, ihre Mutter Chantal stammt aus Mauritius. Die Verwandtschaft verfolgt dort ihren Werdegang genau. Wie fällt die Resonanz auf Mauritius aus?

Wehrlein: Ich bekomme immer mehr Anfragen auch für Interviews, Journalisten aus Mauritius waren auch schon mal da. Das Interesse wird immer größer, weil es sowas auf Mauritius zuvor noch nicht gab, es gab noch keinen Formel-1-Fahrer dort. Es hat auch schon früh angefangen, vor drei oder vier Jahren, weil ich jeden Winter auf Mauritius bin und im Urlaub angefangen habe, Interviews zu geben.

Wie gehen Sie mit dem Druck um, bei einem Hinterbänklerteam wie Manor Eindruck hinterlassen zu müssen, um sich zu empfehlen?

Wehrlein: In erster Linie ist das eine riesige Chance und diese Chance muss ich natürlich auch nutzen. Das Problem ist aber, dass man mit Manor nur schwierig auffallen kann. Wenn man das Österreich-Wochenende komplett vergisst, dann bleibt nicht viel als wirkliches Highlight. Ist es ein Highlight, wenn ich 18. bin? Es ist schwierig aufzufallen. Andererseits, wenn das Wochenende in Österreich schlecht gelaufen wäre, dann hätte ich dieses Jahr noch keine Chance gehabt, auf mich mit einer wirklichen Sensation aufmerksam zu machen. So war dieses Wochenende eines der entscheidenden in diesem Jahr.

Ist der Druck aufzufallen, bei Manor besonders groß?

Wehrlein: Diesen Druck hat man immer. An den Wochenenden, an denen man eine Chance sieht, hat man natürlich deutlich mehr Druck. In Österreich habe ich schon am Freitag gemerkt, dass dieses Wochenende mehr drin sein kann als Platz 20, wenn alle ins Ziel kommen. Dann hat man extrem viel Druck, weil man weiß, man muss dieses Wochenende die Chance nutzen. Wer weiß, ob die Chance dieses Jahr noch einmal kommt.

Müssen Sie sich teamintern als Neuling Respekt verschaffen? Gibt es Vorbehalte etwa bei altgedienten Ingenieuren?

Wehrlein: Die gibt es nicht. Beide Fahrer sind entscheidend, in was für eine Richtung man als Team geht, wie man das Auto einstellt, was man braucht, um schneller zu fahren. Da muss das Team auch auf den Fahrer hören. Auf der anderen Seite, wenn der Ingenieur sagt: 'Das Auto ist schneller, wenn du so fährst', dann muss der Fahrer auch auf die Ingenieure hören. So schafft man gegenseitig Vertrauen.

Haben Sie einen Formel-1-Fahrplan, bis wann Sie den nächsten Karrieresprung machen wollen?

Wehrlein: Einen Fahrplan habe ich nicht. Mein Ziel und mein Traum ist es, für Mercedes zu fahren. Momentan versuche ich das Beste, um dieses Ziel zu erreichen. Selbst wenn ich mit Manor keine Chance habe, Rennsiege und Podiumsplätze einzufahren, fahre ich in der Formel 1 und habe das Mercedes zu verdanken. Trotzdem habe ich schon einiges erreicht mit dem DTM-Titel letztes Jahr, und dieses Jahr als Mercedes-Rookie in die Formel 1 zu kommen. Der Gipfel ist Mercedes.

Sie stecken nun erstmal mittendrin in der häufig turbulenten Wechselphase. Kommt Ihnen die "Silly Season" ungewöhnlich vor?

Wehrlein: Es ist wirklich ein anderes Gefühl, weil man auch wartet, wo werden Plätze frei, wo könnte man eine Chance haben. Es ist ein komisches Gefühl, aber zuviel beschäftige ich mich nicht damit.

ZUR PERSON: Pascal Wehrlein (21) fährt seine erste Saison in der Formel 1. Der Worndorfer empfahl sich als jüngster DTM-Champion im vergangenen Jahr. Am 3. Juli raste der Manor-Pilot in Österreich sensationell zu seinem ersten Punkt in der Motorsport-Königsklasse.

dpa

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