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Der Wirbel um den Schumacher-Vergleich

Motorsport Der Wirbel um den Schumacher-Vergleich

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene hat beim Großen Preis von Japan für Wirbel gesorgt. Sebastian Vettel hält er irgendwie für besser als Michael Schumacher. Später rudert Arrivabene zurück.

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Maurizio Arrivabene verglich Vettel mit Schumacher.

Quelle: Wallace Woon

Suzuka. Nach seinem missglückten Vergleich von Michael Schumacher mit Sebastian Vettel bemühte sich Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene zerknirscht um die Reparatur der PR-Panne.

Mit einer Charakterstudie zu den beiden deutschen Formel-1-Weltmeistern und Ferrari-Piloten hatte der Italiener am Rande des Großen Preises von Japan für Wirbel gesorgt, weil er Vettel als "sogar besser" als den Rekordchampion dargestellt hatte. Kurz vor Rennstart trat Arrivabene dann entgegen seiner Gewohnheit vor die TV-Mikrofone und sagte irritiert, hier werde eine "Riesengeschichte aus nichts" gemacht.

Doch so einfach war die Sache nicht. Das Thema Schumacher ist emotional genug, und wenn es dann auch noch um Ferrari geht, wiegt jedes Wort schwer. Arrivabene hatte der italienischen Zeitung "Corriere della Sera" erklärt: "Viele haben gesagt, dass Seb nur gewann, weil er das bessere Auto hatte und in bestimmten Augenblicken habe ich das auch gedacht. Heute, wo ich mit ihm arbeite, kann ich sagen, dass er in gewisser Hinsicht sogar besser ist als Michael."

Auf die Frage, ob technisch oder vom Charakter her, antwortete Arrivabene: "Vom Charakter her, denn Michael war ein Introvertierter, der sich nur einem engen Personenkreis öffnete. Seb strahlt mehr aus, die Jungs empfinden ihn als einen der ihren. Wenn er dann seine Meinung sagen muss, weicht er keinen Millimeter zurück."

Unmittelbar vor dem Grand Prix in Suzuka am Sonntag, bei dem Vettel hinter Lewis Hamilton und dessen Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg Dritter wurde, steuerte Arrivabene plötzlich gegen: "Bei allem Respekt. Ich habe immer gesagt, dass Michael und Sebastian zwei großartige Champions, zwei großartige Menschen sind und natürlich sind sie verschieden."

Als Schumacher von 1996 bis 2006 72 Siege für die Scuderia holte und fünfmal in Serie (2000 - 2004) Weltmeister wurde, stand Arrivabene noch gar nicht in Diensten des italienischen Traditionsteams. Er arbeitete bis zu seinem Engagement seit Ende der vergangenen Saison als Manager eines Tabakkonzerns. Vettel fährt seit diesem Jahr für Ferrari und holte bisher drei Siege.

Beide gelten als vorbildliche Arbeiter, als Teamplayer, die eine Mannschaft mitreißen. Und Vettel machte auch nach dem Rennen in Suzuka klar, dass er wie früher Schumacher erst dann eine WM aufgibt, wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist. "Es ist nicht vorbei, bevor es vorbei ist. Was wäre ich für ein Rennfahrer, wenn ich nicht weiter dran glauben würde", sagte Vettel. Als Dritter vor den fünf letzten Saisonrennen hat der 28 Jahre alte Heppenheimer 59 Punkte Rückstand auf WM-Spitzenreiter Hamilton.

"Es sind unterschiedliche Zeiten und Typen, und es ist auch viel zu früh für solche Einschätzungen", sagte Schumachers Managerin Sabine Kehm der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag. "Faire Vergleiche sind generell schwierig, um nicht zu sagen: unmöglich." Arrivabene habe sich ja selbst auch korrigiert und gesagt, dass er sich unglücklich ausgedrückt habe und dass Michael bei Ferrari äußerst beliebt und angesehen war und ist.

So stellte der Italiener noch mal klar: Beide, Schumacher und Vettel, seien großartig. Und wenn er an Michael denke, "dann bete ich für ihn. Er ist immer in meinem Herzen", sagte Arrivabene. Schumacher war Ende 2013 beim Skifahren in den französischen Alpen verunglückt. Nach seinen schweren Kopfverletzungen befindet sich der 46-Jährige nach wie vor in der Rehabilitation. Informationen über den genauen Zustand von Vettels Kindheitsidol und Kumpel gibt es weiterhin nicht.

dpa

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