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Der Dreikampf und Rosbergs W-Frage

Motorsport Der Dreikampf und Rosbergs W-Frage

Fast alles dreht sich um das Red-Bull-Pulverfass. Selbst Rosberg, Hamilton und Vettels Meinungen zum explosiven Fahrertausch sind gefragt. Eine Antwort auf die Weltmeister-Frage will Spitzenreiter Rosberg indes nicht geben.

Barcelona. Nico Rosberg wird ständig nach dem W-Wort gefragt: Weltmeister. Er will aber einfach nicht drüber reden, auch nicht dran denken, dass er in ein paar Monaten nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel der dritte deutsche Formel-1-Champion sein könnte.

"Ich darf mir solche Gedanken nicht erlauben", betonte Rosberg. "Das ist nicht gut für mich." Er will seine Gedanken nur an den kommenden Großen Preis von Spanien verschwenden. Denn da muss er sich auf die Attacke seines Teamkollegen Lewis Hamilton genauso gefasst machen wie auf den Angriff von Sebastian Vettel.

Doch spielten die drei vermutlichen und vermeintlichen Protagonisten im Weltmeisterkampf 2016 an diesem Donnerstag gar nicht die Hauptrolle. Ob Hamilton in der offiziellen Pressekonferenz zum fünften Saisonrennen, ob Rosberg im Mercedes-Motorhome, ob Vettel in der Rennstrecken-Unterkunft von Ferrari - alle mussten sich zum hochexplosiven Fahrertausch von Red Bull äußern. Zumal der degradierte Daniil Kwjat und der vom Schwester-Team Toro Rosso beförderte Max Verstappen pikanterweise bei der Pk auch noch einträchtig nebeneinander sitzen mussten.

Dass in dem 22-jährigen Kwjat nun ein noch unberechenbarerer Pilot am Sonntag (14.00 Uhr/RTL und Sky) auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya am Start steht, müsste die Titelrivalen eigentlich nicht unbedingt stören. Nach den Startunfällen in den ersten Rennen und dem Sotschi-Crash von Kwjat und Vettel, nach dessen Angaben die Degradierung des Russen bereits zuvor beschlossene Sache gewesen sein soll, dürfte sich das Risiko aber zu Rennbeginn womöglich noch erhöhen.

Erst recht müssen Hamilton und Vettel nun darauf hoffen, nicht wieder in irgendwelche Probleme verwickelt zu werden. "Es gibt immer die Chance, etwas Großes zu schaffen, aber sich auch Fehler zu leisten", betonte Vettel - 67 Punkte liegt er nach zwei Rennen ohne Zieldurchfahrt bereits zurück. "Der Druck ist aber wie bei jedem anderen Rennen auch."

Ähnlich unaufgeregt nimmt auch Hamilton die Situation wahr. "Ich liebe die Herausforderung", betonte der 31 Jahre alte Brite. "Es ist, wie es ist", sagte er lapidar auf der Pk, auf der er so gut wie keine Fragen - auch nach seinem 43-Punkte-Rückstand, den seit sieben Rennen verlorenen Duellen gegen Rosberg und nach den wüsten Verschwörungstheorien - beantworten musste.

Stattdessen scherzte er lieber mit Ex-Weltmeister Fernando Alonso in der zweiten Reihe hinter Kwjat und dem 18-jährigen Niederländer Verstappen. Doch wirkte Hamilton trotz seines zurückliegenden Wochenendausflugs nach Barbados nicht gerade grandios: Die wenigen Antworten fielen meist auch noch recht kurz aus.

Rosberg ist da schon besser drauf, selbst wenn er erneut die Attacke seines Mercedes-Kollegen Hamilton prophezeit. "Er ist genauso fokussiert und entschlossen wie immer. Er wird zurückschlagen", betonte Rosberg. Er denke auch nicht, dass die vergangenen beiden Rennen, in denen Hamilton mit Defekten am Silberpfeil zu kämpfen hatte, das Selbstvertrauen des Briten reduziert hätten.

Alles Grund, selbst nicht über das Rennen in Barcelona hinaus zu blicken. Geschweige denn über das W-Wort zu reden und die W-Frage nachzudenken. "Es ist nicht so schwer, den Boden unter den Füßen zu behalten, man muss nur realistisch sein", sagte Rosberg, der mit einem Sieg in Spanien saisonübergreifend seinen achten in Serie feiern würde und damit nur noch einen Erfolg vom Vettel-Rekord von 2013 entfernt wäre.

dpa

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