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Ex-NHL-Profi Marco Sturm soll DEB-Team retten

Eishockey Ex-NHL-Profi Marco Sturm soll DEB-Team retten

Marco Sturm fiebert seiner Premiere als Bundestrainer entgegen. Als ehemaliger Star der NHL, aber Trainer ohne Erfahrung soll er dem deutschen Eishockey wieder eine Erfolgsperspektive geben.

Augsburg. Ein Rückblick in den August 2014. Marco Sturm feiert mit reichlich Emotionen und Tränen in Landshut sein Abschiedsspiel. Das "Who is Who" des deutschen Eishockeys huldigt noch einmal dem deutschen NHL-Rekordspieler.

"Wenn ich in irgendeiner Funktion Deutschland vertreten kann, dann ist das für mich eine Selbstverständlichkeit", verspricht Sturm.

Nur elf Monate später zaubert DEB-Präsident Franz Reindl das deutsche Eishockey-Idol hervor. Er verblüfft damit, ihm gleich den Posten als Bundestrainer anzuvertrauen. Sturms Sprung ins Amt kam rasant. Seine Trainer-Erfahrung ist gleich null, die Ansprüche sind enorm. Wenn der 37-Jährige an diesem Wochenende beim Deutschland Cup in Augsburg seinen Einstand gibt, wird er erstmals mit der Last der Erwartungen und der Aufmerksamkeit konfrontiert.

"Das große Sagen habe ich", erklärt Sturm, der in Personalunion sogar auch noch Generalmanager ist, der Deutschen Presse-Agentur über seine neue Rolle an der Bande. Er schmunzelt, wirkt entspannt. Dabei soll der Dingolfinger das deutsche Eishockey retten. Nach schwachen Jahren unter Pat Cortina und dem schmerzlichen Verpassen der Olympischen Spiele 2014 ruhen die Hoffnungen auf Sturm, den deutschen Kufencracks wieder eine Erfolgsperspektive aufzuzeigen.

Euphorisch und mit seiner ruhigen Art gehe der einstige Vorzeige-Profi an die Arbeit. "Das beeindruckt mich jetzt schon", lobt Reindl im BR. Erste Gespräche liefen bereits beim Abschiedsspiel. Eigentlich stand eine Rolle als Bindeglied zu den Nordamerika-Profis im Raum. Als Bundestrainer wählte ihn der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes auch aus einer Verlegenheit heraus. Wunschkandidat Uwe Krupp, Trainer der Eisbären Berlin, war nicht zu haben. Eine Doppelfunktion lehnte die Liga ab. "Wichtig ist, dass wir jemanden haben, zu dem man aufschauen kann", sagt Reindl.

Dafür gilt Sturm als idealer Mann. Er blickt auf eine Karriere zurück, die erst nach 1006 Spielen in der stärksten Liga der Welt mit 251 Toren endete. Bei den San Jose Sharks nahm sein Weg zum NHL-Star den Anfang. Er beeindruckte derart mit seiner Arbeitsmoral, dass er die NHL auf den deutschen Mark aufmerksam und diesen salonfähig machte.

Profis wie Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg oder Marcel Goc, die Sturm für das Nationalteam motivieren soll, haben von ihm profitiert. "Marco hat uns in San Jose die Türen geöffnet", sagt Ehrhoff einmal. Als "Nowitzki des Eishockeys" adelte ihn in Glanzzeiten der frühere Bundestrainer Krupp. Sturm ist ein Star seines Sports, ohne Allüren. Selbst für eine B-WM war sich der NHL-Promi 2006 nicht zu schade.

In den USA lebt der Bayer mit seiner Frau und seinen beiden Kindern noch heute. Er plant, alle vier Wochen von Florida nach Deutschland zu pendeln. Nach dem Ende seiner Karriere wollte er mit dem Sport eigentlich nichts mehr zu tun haben. Erst sein Sohn Mason, der ebenfalls Eishockey spielt, drängte ihn einmal, zum Training mitzukommen. So lenkte er den Vater in die Richtung.

Nun soll Sturm wie einst in der NHL wieder zum Aufbauhelfer werden - für Reindls ehrgeiziges Vorhaben, bis 2026 in der Weltspitze mitzuspielen. Für den Debütanten zählt allerdings erst einmal der Deutschland Cup. Von Freitag bis Sonntag heißen die Gegner Schweiz, Slowakei und USA. "Gewinnen will ich sowieso. Mein Ziel ist eigentlich, dass die Jungs mir zeigen, dass sie wieder bereit sind, für Deutschland zu spielen", erklärt der 37-Jährige. "Die Jungs müssen wieder stolz sein, das deutsche Nationaltrikot zu tragen."

dpa

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