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Deutschland Cup als Experiment - Sturm sucht WM-Alternativen

Eishockey Deutschland Cup als Experiment - Sturm sucht WM-Alternativen

Mit dem Deutschland Cup in Augsburg richtet sich der Blick der deutschen Eishockey-Auswahl schon auf die Heim-WM im kommenden Jahr. Bundestrainer Sturm nutzt das Turnier zum Experimentieren.

Bundestrainer Marco Sturm will 27 Spieler testen.

Quelle: Stefan Puchner

Augsburg. Die Anfangsnervosität bei Marco Sturm ist weg. Ein Jahr nach seinem Debüt beim Deutschland Cup hat der 38-Jährige die Rolle als Eishockey-Bundestrainer voll angenommen.

"Die Situation ist ganz anders als letztes Jahr", sagte Sturm vor seinem zweiten Auftritt als Coach beim Vier-Nationen-Turnier in Augsburg der Deutschen Presse-Agentur. "Letztes Jahr waren alle Augen auf mich gerichtet. Es war mein erstes Turnier, es war doch viel Wirbel. Jetzt liegt der Fokus nicht auf mir, sondern auf den Spielern."

Sechs Monate vor der Heim-WM will Sturm den Schwung der vergangenen Monate in die Partien gegen die Slowakei am Freitag (19.30 Uhr), die Schweiz (Samstag/19.30 Uhr) und Kanada (Sonntag/16.30 Uhr) mitnehmen. Der Coach misst dem Deutschland Cup einen hohen Stellenwert bei. Es sind bis zum April die einzigen Länderspiele, mit der sich das Team auf die WM in Köln und Paris vorbereitet, und Sturm nutzt das Turnier zum Casting.

Der deutsche NHL-Rekordspieler kann sich das leisten, denn er spürt nicht die riesige Last der Erwartungen wie noch bei seinem Einstand als Trainer ohne Erfahrung. Der erstmalige Viertelfinal-Einzug seit fünf Jahren bei der Weltmeisterschaft im vergangenen Mai in Russland sowie die erfolgreiche Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2018 sprechen für ihn.

Vor zwölf Monaten herrschte Unsicherheit, ob Sturm für den Posten der Richtige ist. Nun herrscht Aufbruchstimmung - auch dank ihm. "Am Anfang war er der Spieler, der Trainer wird", sagte der Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), Franz Reindl. "Jetzt ist er wirklich Bundestrainer."

Reindl hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, für die er gemeinsam mit Sturm den Weg bereiten will. Spätestens in zehn Jahren will der DEB bei Weltmeisterschaften und Winterspielen um Medaillen mitkämpfen. "Wir können viel erzählen, aber wenn du keinen Erfolg hast, wird dir halt nichts geglaubt. Jetzt ist es so, dass man dem Weg auch Glauben schenkt", sagte Reindl.

Auch Sturm will definitiv mehr. "Ein Erfolg ist eine Treppe und keine Tür. Das heißt, wir wollen uns steigern", sagte Sturm. "Da steckt noch einiges in uns", behauptete der frühere Stürmer, warnte aber auch: "Es kann nicht immer so weitergehen."

Das Wochenende wird zum Experiment, wie gut die zweite Reihe ist. Die Nationalmannschaft, die sich bei der 27. Auflage des Deutschland Cups präsentiert, hat mit der der vergangenen zwei großen Turniere wenig gemein. Anstelle des erfahrenen Geoff Ward, der in der NHL gebunden ist, assistiert Sturm erstmals sein langjähriger NHL-Weggefährte Jochen Hecht. Vor allem aber tritt der Rekord-Turniersieger und Titelverteidiger mit einer zweiten Garde an.

Dass die NHL-Profis fehlen, ist klar. Aber auch Leistungsträgern aus der Deutschen Eishockey Liga gönnt Sturm eine Erholungspause. Weder die früheren NHL-Profis Christian Ehrhoff und Marcel Goc noch Toptorjäger Patrick Reimer oder Torhüter Dennis Endras sind nominiert. Nur drei Akteure von der Olympia-Quali stehen im Aufgebot.

Der Bundestrainer, der aus Florida nach Deutschland pendelt, sucht Alternativen, um in der Breite besser aufgestellt zu sein. Für etliche Spieler wird es die letzte internationale Chance, sich für einen Platz bei der WM zu empfehlen. Erst im April trommelt Sturm seine Auswahl vor der am 5. Mai beginnenden WM wieder zusammen. "Es wird mit Sicherheit Veränderungen geben gegenüber der WM in Russland, gegenüber der Quali", sagte Sturm. "Da bin ich ziemlich offen."

dpa

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