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Spektakulärer Huck boxt mit falschem Gürtel

Boxen Spektakulärer Huck boxt mit falschem Gürtel

Marco Huck steigt in den WM-Ring. Zum zweiten Mal kämpft der K.o.-Boxer bei RTL. Die Zuschauerzahlen stimmen. Der Gegner ist stark. Aber so ganz zufrieden kann der Berliner nicht sein.

Marco Huck trifft im Ring auf Europameister Dmitro Kutscher.

Quelle: Sebastian Kahnert

Hannover. Weltmeister Marco Huck boxt gegen einen starken Gegner, aber um den falschen Titel.

Der 32 Jahre alte Berliner verteidigt am Samstag (22.30 Uhr) in Hannover seinen WM-Gürtel im Cruisergewicht nach Version der International Boxing Organization (IBO) gegen den schlagstarken Europameister Dmitro Kutscher aus der Ukraine (26 Kämpfe, 24 K.o.). "Der Kampf ist richtig gut, weil das zwei starke Boxer sind. Aber es ist kein wertiger Titel", sagt Thomas Pütz, Präsident des Bundes Deutscher Berufsboxer (BDB). "Das weiß Marco aber auch. Vielleicht geht es ja schon in seinem nächsten Kampf um einen wichtigen Titel." Aber dafür muss "Käpt'n Huck" am Samstag gewinnen.

Die 1993 gegründete IBO verblasst neben den großen Verbänden WBC, WBA, IBF und WBO. Zwar gibt es bekannte Namen, die einen IBO-Titel als Zweit-Schmuck besitzen oder besaßen (Wladimir Klitschko, Tyson Fury, Lennox Lewis, Gennadi Golowkin, Ricky Hatton, Manny Pacquiao), aber dem Verband fehlt es an Bedeutung. "Die IBO ist nur eine Zwischenstation, Marco will wieder richtiger Champion werden", sagt Promoter Kalle Sauerland, der Huck einst unter Vertrag hatte, ihn aber ziehen lassen musste. Mittlerweile hegt er keinen Groll mehr gegen den Abtrünnigen: "Ich freue mich auf jeden Kampf mit ihm."

Richtiger Champion war Huck bereits. Von 2009 bis 2015 besaß er den Gürtel der WBO. "Ich bin der beste Cruisergewichtler", behauptet der 90-Kilo-Mann hartnäckig. Trommeln kann er gut. Schließlich will er bei RTL Wladimir Klitschko als Zugpferd im Boxen beerben. Der 40-jährige Ukrainer hat in diesem Jahr keinen Kampf bestritten. Sein Karriereende steht nicht unmittelbar bevor, liegt aber in Sichtweite.

Hucks erstes Duell bei RTL im Februar dieses Jahres gegen den Briten Ola Afolabi war mit 4,35 Millionen TV-Zuschauern meistgesehener Box-Kampf des Jahres. Die Zeiten, als auch Frauenboxen mit Regina Halmich sieben Millionen Zuschauer anlockte, sind vorbei. "Boxen funktioniert nur dann, wenn es medial stattfindet", sagt Pütz. Das passiert heute jedoch nicht nur im Fernsehen. Livestreams und Videoportale im Internet lassen ein anderes Sehverhalten zu, das sich nicht mehr in TV-Einschaltquoten widerspiegelt.

Zudem werden Galionsfiguren gebraucht. Huck ist so eine wegen seines spektakulären Kampfstils mit Brachialeinlagen. Der mitunter ungestüme Haudrauf hat von 43 Profikämpfen immerhin 27 durch K.o. gewonnen. "Jeder weiß, das ein K.o. quasi vorprogrammiert ist, wenn Huck boxt. Ich biete die komplette Action", lautet seine Selbsteinschätzung.

Nach der Trennung vom Sauerland-Stall und von Trainer Ulli Wegner ging es zunächst steil bergab. Mit seinem neuen Fitnesscoach Varol Vekiloglu scheint Huck wieder im Aufwind zu sein. Vor dem Kampf am Samstag ist Huck schon ganz aufgedreht und verrät seine Taktik: "Es wird einfach losgeknallt." Doch klar ist: Es muss bald ein anderer Titel her.

dpa

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