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Sauerland und Sat.1 brauchen Weltmeister

Boxen Sauerland und Sat.1 brauchen Weltmeister

Im zweiten Anlauf innerhalb von dreieinhalb Monaten will der Berliner Boxer Tyron Zeuge Weltmeister werden. Einen Tag vor dem Kampf in Potsdam verlängerte TV-Partner Sat.1 den Vertrag mit dem Sauerland-Boxstall.

Tyron Zeuge beim Training.

Quelle: Wolfram Kastl

Berlin. Der unbekümmerte Junge aus Berlin-Neukölln soll zum Hoffnungsträger einer angeschlagenen Branche taugen. Profiboxer Tyron Zeuge soll es richten.

Der Sauerland-Boxstall und sein alter und neuer TV-Partner Sat.1 brauchen dringend Weltmeister. Das Etikett Titelkampf ist zumindest ein Versprechen für Exklusivität und Extra-Klasse.

Zeit ist Geld: Auch deshalb erhält der 24 Jahre alte Zeuge bereits dreieinhalb Monate nach seiner ersten vergebenen Möglichkeit gegen Giovanni De Carolis die zweite Titel-Chance. Der WBA-Supermittelgewichts-Champion aus Italien stellt sich am Samstag in der MBS Arena Potsdam erneut dem Herausforderer, der von vielen als außergewöhnliches Talent gepriesen wird.

Am 16. Juli hatte es nur zu einem Remis gereicht, mit dem der acht Jahre ältere Römer seinen Titel behielt. Diesmal will es Zeuge besser machen, zumal der Berliner im Sommer durch eine im Kampf erlittene Schulterverletzung gehandicapt war. "Tyron ist stabiler geworden - ich bin zuversichtlich", lobte Zeuges Co-Trainer Jürgen Brähmer seinen Boxer.

Der Ex-Weltmeister aus Schwerin hatte seinen Halbschwergewichts-Titel durch Verletzung im Vormonat gegen den Waliser Nathan Cleverly verloren. Danach hatte Brähmers Arbeitgeber Sauerland-Event, der einen Tag vor dem Titelkampf in Potsdam die Vertragsverlängerung mit dem Privatsender unter Dach und Fach brachte, in Jack Culcay nur noch einen Weltmeister zu bieten.

Der Schweriner, im Hauptjob immer noch Profiboxer, wartet auf das Rematch im "Februar oder März" (Manager Kalle Sauerland) und will das Portfolio seines Boxstalls mit einem prestigeträchtigen Sieg aufpeppen.

De Carolis (24 Siege in 31 Kämpfen) ist Dauergast in Deutschland. In den vergangenen drei Jahren boxte er viermal hier und bewarb sich sogar um eine Stelle im Sauerland-Boxstall, weil seine Verdienstmöglichkeiten in Italien auch mit Titel äußerst bescheiden sind. Für seinen fünften Auftritt versprach er sogar einen K.o. und legte sich fast literarisch schwer ins Zeug: "Für mein Herz und mein Gewissen will ich dieses Mal vorzeitig siegen – dann bleiben auch keine Fragen offen".

Mit dem vorangegangenen Punktrichter-Entscheid "Unentschieden" war er nämlich nicht einverstanden. "Ich will keine Polemik, aber ich fand das erste Urteil ein bisschen unfair", sagte er vor dem Rematch. Das Thema Fairness ist so ein Problem bei De Carolis. "Er hätte wegen Kopfstoßens verwarnt werden müssen - dann wäre der Titel futsch gewesen", erklärte Brähmer, der auch im ersten Aufeinandertreffen in Zeuges Ecke gestanden hatte.

Cheftrainer Conny Mittermeier forderte von Zeuge mehr Aktionen und den entscheidenden Reifungsprozess: "Er soll zeigen, dass er ein Mann ist - Schönboxen reicht nicht."

Über die übliche Protzerei des Italieners kann Zeuge nur milde lächeln. "Ich habe mir im Training drei Monate den Arsch aufgerissen - Ich hole den Titel", sagte der frühere Karatekämpfer, der im 20. Kampf seinen 19. Sieg und damit beweisen will, dass mit ihm auch längerfristig zu rechnen ist. "Tyron hat eine große Verantwortung. Der Samstag ist für das deutsche Boxen sehr wichtig", sagte Sauerland.

dpa

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