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Sofortiger Lizenzentzug für Phoenix Hagen durch BBL

Basketball Sofortiger Lizenzentzug für Phoenix Hagen durch BBL

Das war's für Phoenix Hagen! Nach dem Verstreichen der Frist schließt die BBL den insolventen Traditionsstandort aus der Bundesliga aus.  Ein Neustart in der ProA ist dennoch möglich - entscheidet sich aber schon in den kommenden Tagen.

Das Team von Ingo Freyer steht als erster Absteiger fest.

Quelle: Sebastian Kahnert

Hagen. Phoenix Hagen ist in der Basketball-Bundesliga  Geschichte. Die Liga entzog dem insolventen Club am 30. November wegen "fehlender wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit" mit sofortiger  Wirkung die Lizenz. 

Auch ihre letzten beiden geplanten Spiele gegen  Ludwigsburg (4.12.) und Braunschweig (10.12.) dürfen die Hagener nicht mehr absolvieren. Es fehle der Nachweis, dass diese Partien definitiv ausgetragen werden können. 

"Uns war es wichtig sicherzustellen, dass die beiden kommenden Gegner Planungssicherheit hinsichtlich der Austragung haben", erklärte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Es gehe dabei um nicht unerhebliche Einnahmen und Ausgaben. "Insofern ist die Entscheidung des Lizenzligaausschusses, die Lizenz mit sofortiger Wirkung zu entziehen, konsequent und richtig", ergänzte Holz.

13 Jahre nach dem finanziellen Kollaps von Vorgängerverein Brandt Hagen muss damit auch Nachfolger Phoenix mindestens den Gang in die Zweitklassigkeit antreten: Das Team von Trainer Ingo Freyer steht seit Mittwoch als erster Absteiger fest. Alle bisherigen Partien des Teams werden aus der Wertung genommen - dies beeinflusst die Tabelle aber kaum, da Hagen bislang sowieso jedes Spiel verloren hatte. 

In welcher Liga der Traditionsclub in der kommenden Spielzeit wirklich antreten wird, ist aber völlig offen. Sportlich dürfte sich  Hagen ab März 2017 als erster Absteiger für eine Lizenz in der ProA, der zweithöchsten deutschen Spielklasse, bewerben. Dafür muss der Verein aber das Insolvenzverfahren wie beantragt in Eigenverwaltung durchführen können. 

Dafür fehlten Geschäftsführer Patrick Seidel und der für den Spielbetrieb zuständige Basketball Hagen GmbH&Co. KGaA zum Wochenbeginn noch 250 000 Euro. "Derzeit brauchen wir noch knapp ein Drittel dieser Summe", sagte Seidel der Deutschen Presse-Agentur. Er sei "vorsichtig optimistisch", dass er auch diesen Beitrag noch zusammenbekomme.

Das Amtsgericht Hagen entscheidet frühestens am Donnerstag darüber, ob dem Antrag des Clubs stattgegeben wird. "Die Entscheidung der BBL ändert unsere Vorgehensweise überhaupt nicht. Das eine ist komplett vom anderen zu betrachten", sagte Seidel. Der Geschäftsführer hatte am Montagabend einen Plan vorgelegt, wie mit der Insolvenz in  Eigenverwaltung ein Neuaufbau in der ProA gelingen könnte - mit jungen Talenten und einem reduzierten Etat.

Die entsprechende Summe nun zusammenzubekommen, ist für den Verein und Seidel die große Aufgabe. Denn: Muss der scheidende Bundesligist in die Regelinsolvenz, steht ein Abstieg in die Regionalliga bevor.  Dann würde sich der Profi-Basketball für mehrere Jahre aus Hagen verabschieden.

dpa

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