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Mit wenig viel erreicht: Ulm stolz vor Finale

Basketball Mit wenig viel erreicht: Ulm stolz vor Finale

In Ulm haben die Basketballer mit bescheidenen Mitteln viel erreicht. In den Playoffs war das Team von Trainer Thorsten Leibenath die Überraschungsmannschaft. Doch in Bamberg finden die Schwaben im Finale wohl ihren Meister.

Ulm. Den Ulmern blieben nur Durchhalteparolen nach dem mit viel Pech verlorenen Basketball-Krimi.

Während sich die Bamberger schon für die Titelsause am Sonntag rüsten und die möglichen Meister-Feierlichkeiten mit Public Viewing beim EM-Auftakt der Fußball-Nationalmannschaft verbinden wollen, wussten die Schwaben nicht so recht, wie sie die 90:92-Niederlage nach Verlängerung im zweiten Playoff-Finale bewerten sollten. In die Trauer mischte sich etwas Trotz - aber vor allem ganz viel Stolz.

"Wir haben heute gegen ein außergewöhnlich starkes Team gespielt und eine unbeschreiblich beeindruckende Leistung gezeigt", sagte Trainer Thorsten Leibenath. "Unabhängig vom Resultat könnte ich nicht stolzer sein, Teil dieser Mannschaft sein zu dürfen, für die ich heute nichts als positive Worte habe."

Der krasse Außenseiter, der Bundesliga-Siebte ratiopharm Ulm, hielt den 1:1-Ausgleich in der Best-of-Five-Serie gegen den Hauptrunden-Ersten Brose Baskets vor 6200 Zuschauern im heimischen Tollhaus lange in den Händen. Doch als es darauf ankam, machte der am Ende überragende Brad Wanamaker (23 Punkte) den Unterschied.

"Am Ende haben die Bamberger die freien Würfe, die sie bekommen haben, getroffen. Wir haben ein, zwei Fehler gemacht", sagte Ulms Topscorer Per Günther (20 Punkte). Der Kapitän befand: "Die waren nicht so da, wie sie normalerweise da sind. Die haben aber leider einen Schalter, den sie irgendwann umlegen können. Da sind sie so smart, so erfahren, dass sie solche Spiele gewinnen."

Trainer Leibenath wird sich anstrengen müssen, um sein Team wieder aufzurichten. Es koste viel mentale Kraft, um so ein Spiel zu verkraften, gab er zu. Denn: "Die große Chance ist ungenutzt geblieben." Nun werde man Pause bis Spiel drei am Sonntag (15.00 Uhr) benötigen, "denn was wir an kämpferischer Leistung gezeigt haben, war teils schon übermenschlich".

Ulms Coach hofft noch immer ein bisschen. "Wir wollen die Serie zurück nach Ulm holen." Sein Gegenspieler Andrea Trinchieri stellte fest: "Ulm verdient unseren größten Respekt. Sie haben großartig gespielt. Und nichts anderes erwarte ich auch am Sonntag."

Doch ein dauerhafter Herausforderer sind die Schwaben noch lange nicht, auch wenn das Team in großen Teilen zusammenbleiben wird. "Das halte ich für unrealistisch und würde falsche Erwartungen wecken", sagte Leibenath dazu. Er verwies auf die Ungleichheit im Etat. Sein Verein habe nur ein Drittel von dem zur Verfügung, was etwa die Bamberger ausgeben können.

Dabei hatten die Ulmer vor dem Spiel Weichen gestellt, auch mit ihrem zweiten Trikotsponsor (vorzeitig) bis 2022 verlängert. "Das gibt Planungssicherheit. Jetzt können wir in Ruhe schlafen und uns auf die wichtigen Dinge konzentrieren", sagte Thomas Stoll, einer der beiden Geschäftsführer. Er habe schon überlegt, ob er am besten gleich rüber in die Bamberger Kabine gehen und Wanamaker und Daniel Theis ein Angebot machen solle. "Doch dafür hat das Geld nicht gereicht."

Sein Kollege Andreas Oettel sagte: "Wirtschaftlich sind wir im Vergleich zu den Großen der Liga eine Underdog. Doch genau wie unser Team stolz auf die Rolle ist, bin ich es als Geschäftsführer." 

dpa

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