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"Erfahrung und Energie": Jena ist wieder erstklassig

Basketball "Erfahrung und Energie": Jena ist wieder erstklassig

Ein Jahr lang spielte Science City Jena bislang in der Basketball-Bundesliga. Nun sind die Thüringer wieder erstklassig und wollen es auch bleiben. Die meisten Voraussetzungen dafür sind geschaffen.

Jena. Seine Spieler tanzten noch mit den Fans übers Parkett, als Björn Harmsen den Pressevertretern den Lacher des Abends lieferte. "Ich bin zu alt, dass ich so 'ne Nacht noch durchmachen kann", meinte der Coach von Science City Jena nach dem gewonnenen Playoff-Halbfinale.

"Aber zwei oder drei Gläser Bier werden es schon." Grund zum Feiern hatte der 33-Jährige allemal: Jenas Basketball ist nach acht Jahren wieder erstklassig. Und was 2007/08 nur ein saisonales Intermezzo war, soll diesmal von Dauer sein. Jena will sich langfristig in der Bundesliga etablieren.

Auf dem Weg dahin hatten es die Thüringer am Montagabend allerdings noch einmal spannend gemacht. Das 73:64 (35:34) gegen die Gladiators Trier war bis zur Schlussminute umkämpft - Jena rettete den dritten Sieg im "Best-of-5" mit hoher Intensität und Leidenschaft ins Ziel. In den Finals am 5. Mai und 8. Mai geht es nun gegen Rasta Vechta, das sich ebenfalls souverän mit 3:0 gegen die Rockets Gotha durchsetzte. Es werden Spiele um die "Goldene Ananas", den Titel des Zweitligameisters. Beide Teams sind unter der Voraussetzung der für Mitte Mai erwarteten Lizenzerteilung schon aufgestiegen. Kein Grund, den Titel nicht zu wollen, findet allerdings Coach Harmsen. "Zwei, drei Tage frei - und dann holen wir uns den auch noch."

Insgesamt machte der Trainer, während alles um ihn feierte, noch einen recht gefassten Eindruck. Er sei "unglaublich stolz" auf den "Team-Basketball", den seine Mannschaft gespielt hätte. Und fand auch Lob für den Zuspruch der Zuschauer: 3000 waren in die Arena gekommen - ausverkauft. "Es macht einfach riesig Spaß mit euch", kommentierte er und sprach eine Hoffnung aus: "Diese Basketball-Begeisterung in der Stadt sollten wir auch in die erste Liga mitnehmen."

Wirtschaftlich hat der Verein alles getan, dass es diesmal länger wird als ein Jahr. Jena steht solide da, zum einen finanziell - aber auch strukturell. 2014 hat man die alte Halle in Lobeda gegen eine zentrumsnahe, moderne eingetauscht. Und inzwischen mit einer extra Trainingshalle dahinter noch an Professionalität hinzugewonnen.

Und da ist auch noch der eigene Nachwuchs, auf den man mehr denn je bauen kann. Gleich neun Aktive der Aufsteiger sind am Jenaer Sportgymnasium ausgebildet: Neben Trainer Harmsen die Routiniers Guido Grünheid und Ermen Reyes-Napoles, aber auch die jungen wie Lars Wendt und Georg Voigtmann. Auf die Quote ist auch der Coach stolz: "Wir haben Spieler über Jahre entwickelt, die alle großen Anteil an dieser Geschichte haben und heute zurecht aufgestiegen sind."

Zukünftig wird der Schritt für die Jungen aber größer. Jenas Geschäftsführer und Nachwuchs-Coach Torsten Rothämel will deshalb auch nach Kooperationen mit anderen Vereinen Ausschau halten. "Vom Juniorenbereich in die erste Männerliga, das ist selbst für Talentierte meistens zu viel", meint er. Mit einer Doppellizenz oder Ausleihe könnten die Jungen Spielpraxis sammeln. Damit hatten die Thüringer in der Vergangenheit schon gute Erfahrungen gemacht.

Einer, der den Sprung schon geschafft hat, saß auf der Tribüne: Johannes Voigtmann. Das Jenaer Eigengewächs spielt inzwischen für die Skyliners Frankfurt und die deutsche Nationalmannschaft - und ließ es sich nicht nehmen, seinem jüngeren Bruder Georg im so wichtigen Spiel persönlich die Daumen zu drücken. "Die Mischung aus Erfahrung und jugendlicher Energie macht sie unglaublich stark", gratulierte er. Ob es zum Duell beider Brüder in der kommenden Spielzeit kommt, ließ "Jo" offen. "Ein Wechsel ins Ausland steht im Raum, das ist ja kein Geheimnis mehr." Noch sei aber nichts entschieden. Unter anderem wird Voigtmann mit mehreren NBA-Clubs in Verbindung gebracht.

Mit der Halle ist Jena schon erstklassig, in einem aber muss der Verein noch nachbessern. "Die Liga verlangt drei hauptamtliche Trainer im Nachwuchsbereich", erklärt Rothämel, und die habe man noch nicht. Das werde nochmal eine Herausforderung, könne Jena in Sachen Strukturen und Nachwuchs-Philosophie aber nur voran bringen.

dpa

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