Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 0 ° wolkig

Navigation:
Google+
Posaunentag verbreitet klingende Botschaft mit Nachhall im Tal

DEPT mit über 20.000 Gästen Posaunentag verbreitet klingende Botschaft mit Nachhall im Tal

Goldenes Blech, im Sonnenlicht blitzend, ein Klangteppich, weich, kraftvoll, durchdringend, La-Ola-Wellen von Musikern und ansteckende Begeisterung – mit einem großen Gottesdiens haben am Sonntag rund 34.000 Menschen den Abschluss des zweiten Deutschen Evangelischen Posaunentages in Dresden gefeiert.

Goldenes Blech, im Sonnenlicht blitzend, ein Klangteppich, weich, kraftvoll, durchdringend, La-Ola-Wellen von Musikern und ansteckende Begeisterung
 

Quelle: D. Flechtner

Dresden.  Goldenes Blech, im Sonnenlicht blitzend, ein Klangteppich, weich, kraftvoll, durchdringend, La-Ola-Wellen von Musikern und ansteckende Begeisterung – mit einem großen Gottesdienst im Fußballstadion am Großen Garten haben am Sonntag die rund 22.500 Teilnehmer und weitere Gäste den Abschluss des zweiten Deutschen Evangelischen Posaunentages in Dresden gefeiert. Etwa 17500 Bläser gestalteten ihn mit traditionellen Chorälen und neuen Stücken.

Mit einem großen Stadiongottesdienst mit mehr als 30.000 Menschen ist am Sonntag der Deutsche Evangelische Posaunentag in Dresden zu Ende gegangen. Während der Feier im DDV-Stadion rief die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann die Teilnehmer auf, „rebellisch gegen Rassismus und Fremdenhass“ zu sein.

Zur Bildergalerie

In ihrer lebendigen, bisweilen selbstironisch-humorvollen Predigt ermunterte Pfarrerin Margot Käßmann, Botschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum 2017, zu einem reformatorischen Glauben in protestantischer Freiheit. Dieser schließe Leichtigkeit des Geistes und Liebe ein, aber auch Fragen, Diskussionen und Zweifel.

Dazu formulierte sie eine deutliche politische Botschaft: „Wenn in Dresden Pegida-Demonstranten das christliche Abendland verteidigen zu müssen glauben, so sagen wir: Ihr nicht!“ Wie einst die Posaunen von Jericho bringe christlicher Glaube die Mauern von Ausgrenzung und Fremdenhass zum Einstürzen.

Am Sonnabend Nachmittag hatten die Bläser nicht nur musikalisches Können bewiesen, auch logistisches Geschick. Zum ersten Mal erprobten sie eine ganz neue Form: eine Stafette. Chöre aller 27 Posaunenwerke, zusammengeschlossen unter dem Dach des Evangelischen Posaunendienstes in Deutschland (EPiD), waren so in der Innenstadt verteilt, dass einer den nächsten nur hören, nicht sehen konnte. Vom Altmarkt aus wanderten speziell für diesen Posaunentag komponierte Musikstücke, so genannte Couplets, eingerahmt in ein wiederkehrendes Ritornell, auf sechs Routen sternförmig durch die Straßen der Innenstadt. Dieses Rondo war Aufführung und Sinnbild zugleich: kirchliche Posaunenmusik will sich als Träger einer biblischen Botschaft verbreiten.

Das Straßenkonzert fand zahlreiche Zuhörer. Die einen waren gezielt gekommen, für viele andere war es eine zufällige Begegnung. Jost Klingenschmidt aus Weimar zum Beispiel war mit seinen Begleitern eigentlich zum Konzert von Puhdys, City und Karat in der Freilichtbühne Junge Garde gekommen und zeigte sich überrascht: „Eine sehr angenehme Musik.“ Von ihm und den anderen Passanten bekamen die Musiker viel Beifall.

Die Stafette war wie alle Veranstaltungen nur möglich durch die mehr als hundert ehrenamtlichen Helfer. Menschen wie Cornelia Butz, Mezzosopranistin im Sächsischen Staatsopernchor, die mit dem Smartphone in der Hand dafür sorgte, dass die Bläser ihren Standort fanden. Oder der Sozialpädagoge Steffen Schmidt, verantwortlich für eine der Routen. „Mir liegt es am Herzen, solch ein großes Event in meiner Heimatstadt mit zu begleiten“, sagte er.

Mit dem Wetter hatten sie Glück: Gewittergüsse machten einen Bogen um die Stadt. Der Kreuzchor gestaltete seine Vesper unter Leitung von Roderich Kreile vor mehreren tausend Zuhörern gemeinsam mit einem Bläserensemble von einer Bühne am Altmarkt aus. Posaunen erklangen auch vom Turm der Kreuzkirche. Die Atmosphäre: eine Mischung aus Andacht und Lockerheit, mit Beifall nach jedem Stück. Heitere Posaunenstücke wechselten mit feierlichen Choralvertonungen von Mendelssohn und einem „Beati quorum via“ von Charles Villiers Stanford, meditativ trotz Verstärkung über Lautsprecher.

Vielfalt kirchlicher Posaunenmusik war bei den 27 Abendkonzerten in Kirchen und im Hygiene-Museum zu hören. Das reichte von Schütz, Homilius, Bach über romantische Kompositionen, Swing, Rock und Klezmer bis zu zeitgenössischen Choralbearbeitungen und südamerikanischen Klängen.

Große Premiere am Sonnabend Abend: Tausende Zuhörer lauschten auf den Elbwiesen, an der Dampferanlegestelle, auf Augustus- und Carolabrücke der Serenade im Wechselspiel über den Fluss, intoniert von rund 16000 Bläsern am Königsufer und etwa 400 auf der Brühlschen Terrasse. Damit gelang ihnen ein ungewöhnliches, beeindruckendes Klangerlebnis mit langem Nachhall im Tal.

Mit rund 20.000 Beteiligten hat der Deutsche Evangelische Posaunentag am Samstagabend die Serenade am Elbufer gefeiert. Am Königsufer spielten Tausende Bläser, unterstützt von den vereinigten Landes­jugendposaunenchören vor der Kunstakademie am anderen Elbufer.

Zur Bildergalerie

Von Tomas Gärtner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Posaunentag 2016 in Dresden
Magicpaper

Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte für Ihr Smartphone oder Tablet-PC zur Verfügung! mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr