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Bilderberg-Konferenz in Dresden beendet - Verhaltene Proteste

Lob für Dresdner Behörden Bilderberg-Konferenz in Dresden beendet - Verhaltene Proteste

Die Bilderberg-Konferenz tagt stets hinter verschlossenen Türen, ist geheimnisumwittert und kritisch beäugt. Bis auf das abgeschirmte Luxushotel, einige Schaulustige und verhaltenen Protest hat die Öffentlichkeit nichts vom Gespräch über das Weltgeschehen gemerkt.

Neugierige, Journalisten und Gegenprotestanten säumten seit Donnerstag den Sicherheitszaun.
 

Quelle: fs

Dresden. Viel Polizei, wenig Protest: Die 64. Tagung der umstrittenen Bilderberg-Konferenz in Dresden ist Geschichte. „Das diesjährige Treffen wird allen Teilnehmern in sehr guter Erinnerung bleiben“, sagte Chairman Henri de Castries der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag nach dem Ende. Er lobte „die einzigartige Dresdner Kulisse, die hochprofessionelle Organisation der lokalen Behörden und die ganz besondere Gastfreundschaft“. Rund 130 international hochgestellte Persönlichkeiten und Entscheider aus Politik, Medien, Wirtschaft, Wissenschaft und Militär hatten seit Donnerstag hinter verschlossenen Türen über das Weltgeschehen diskutiert. Angekündigte Proteste blieben unter den Erwartungen der Veranstalter - und friedlich.

Mit Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Finanzminister Wolfgang Schäuble und Innenminister Thomas de Maizière (alle CDU) waren auch drei Mitglieder der Bundesregierung unter den Teilnehmern, die über die Flüchtlingskrise, die politische und wirtschaftliche Lage in Europa und den USA sowie China, Russland und den Nahen Osten sprachen. Im streng von der Öffentlichkeit abgeschirmten Luxushotel logierten auch der frühere EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, Ex-US-Außenminister Henry Kissinger und traditionell der König der Niederlande. Im Hotel Bilderberg in Oosterbeek, das Willem Alexanders Großvater gehörte, fand 1954 die erste Konferenz statt.

Im Vorfeld angekündigte Großproteste von Globalisierungsgegnern und Anti-Amerikanisten in der Innenstadt blieben bis zum Ende der Konferenz aus. Insgesamt waren rund 20 Veranstaltungen angemeldet - von ganz links bis zur rechtsextremistischen NPD. Die Zahl der Teilnehmer blieb nach Angaben der Polizei hinter den Prognosen zurück. Die Stadt hatte rund um den Tagungsort ein Versammlungsverbot verhängt, zeitweise sorgten rund 400 Beamte für die Sicherheit. Schaulustige drängten sich vor allem am An- und Abreisetag am Absperrgitter für ein Foto von Prominenten, die in einer Pause Semperoper und Grünes Gewölbe besichtigten.

Die wurden im Taschenbergpalais, das Sachsens legendärer Barockfürst August der Starke (1670-1733) einst für seine berühmteste Mätresse Gräfin Cosel bauen ließ, auch mit sächsischer Küche und Weinen verwöhnt. So kamen beim Hauptdinner im Residenzschloss Rücken vom erzgebirgischen Weideochsen, Weesensteiner Bachforelle und Lachsforelle und Bachkrebse aus der Sächsischen Schweiz auf die Teller. Dazu wurden Bacchus, Elbling sowie Engel-Sekt gereicht - die Flasche zieren die beiden Putten zu Füßen von Raffaels „Sixtinischer Madonna“ in der Gemäldegalerie Alte Meister. „Und zum Kaffee gab es Dresdner Eierschecke“, verriet Hotelmanager Stephan Becker.

Größere Zwischenfälle blieben aus. Die Polizei stoppte unter anderem aber einen 29-Jährigen, der eine Drohne fliegen ließ und nahm einen Briten in Gewahrsam, der dem Absperrzaun mit einem Brot in der Hand zu nahe kam. Die Beamten fürchteten, dass der 32-Jährige es als Wurfgeschoss benutzen könnte. Vermerkt wurden zudem ein Plakat mit Beleidigungen und der Verdacht gegen einen 65-Jährigen, der in einer Rede den Holocaust geleugnet haben soll. Ermittelt wird auch gegen eine Gruppe, aus der heraus die Betreiber eines Islam-Infostandes in der Neustadt auf der anderen Elbseite mit Schweinefleisch beworfen wurden.

Die Bilderberg-Konferenz findet einmal jährlich an wechselnden Orten statt und soll die transatlantischen Beziehungen stärken. Drei Tage lang diskutieren die Teilnehmer dann über das Weltgeschehen, die Öffentlichkeit bleibt außen vor. Die Verschwiegenheit soll den freien Meinungsaustausch ermöglichen. Gegner werfen dem Treffen mangelnde Transparenz und Demokratiefeindlichkeit vor.

dpa

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