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Weihnachtsausstellung im Dresdner Landhaus eröffnet am 26. November

Winterfreuden in Dresden Weihnachtsausstellung im Dresdner Landhaus eröffnet am 26. November

Die Weihnachtsausstellung im Stadtmuseum vermittelt, wie man sich einst während der kalten Wintertage in Dresden die Zeit vertrieb, ja regelrecht vergnügte.

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Leonie Fiedler betrachtet ein Schlittschuhläuferpaar von 1909 aus Meißner Porzellan.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Der Winter war früher gefürchtet, wenn er miese Laune hatte, schickte er Gesandte in Gestalt von Sturmtiefs mit schneebeladener Luft übers Land. Ein strenger, bis in den Mai währender Winter machte hungrig, zwei strenge Winter bedrohten die Existenz, wer kein Dach, kein Feuer hat, der erfriert sofort, zumal im Osten und Norden des europäischen Kontinents. Der Schneemann als fröhliches Personifikation war im Mittelalter noch völlig unbekannt und in den ersten Darstellungen ein grimmiger Geselle.

Dann aber beginnt er seinen Schrecken zu verlieren. Wenn Frau Holle ihre Betten schüttelt, dann stieben und tanzen liebliche Flocken durch die Luft. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts fand man Gefallen am Winter, bot er doch allerlei Vergnügungen und Zerstreuungen wie die Ausstellung „Winterfreuden in Dresden“ bezeugt, die ab 26. November im Stadtmuseum zu sehen ist. In den Blick genommen wird die Zeit zwischen 1900 und den 1930er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts, es geht sowohl um drinnen wie draußen zelebrierte Winterfreuden, die sich in vier Illustrationen widerspiegeln, die der Kunstmaler Otto Sebaldt für einen Dresdner Kalender des Jahres 1913 schuf. Jedem Monat, es geht um die Zeit zwischen November und März, wird einem typischen Aspekt einstigen Kultur- und Alltagslebens zugeordnet, wie Ausstellungskuratorin Andrea Rudolph gestern erklärte. Rund 200 Exponate sind ausgestellt, das Gros stammt aus den eigenen Sammlungsbeständen.

Ob Tanzstunde, Striezelmarktbesuch, Pistenrennen oder Faschingsfest – in der Dresdner Wintersaison gab es viel zu erleben. Historische Wintermode und Wintersportgeräte von der Käsehitsche bis zum Holzski erzählen von einstigen Freuden bei Schlittschuh-, Ski- und Schlittenfahrt. Die bislang nur als sommerliche Wandergebiete erschlossenen Gebirge im Dresdner Umland entwickelten sich ab der Jahrhundertwende zu Wintersportzentren mit entsprechender Infrastruktur. Gleichzeitig entstanden in Dresden die ersten Wintersportvereine, die sich Themen wie der Ausbildung in den jeweiligen Sportarten und der Veranstaltung von Wettbewerben annahmen.

Der Dezember stand ganz im Zeichen des herannahenden Weihnachtsfestes und der notwendigen Besorgungen für den heimischen Gabentisch. Der Besuch des Striezelmarktes bot Gelegenheit, Erzeugnisse aus den umliegenden Regionen käuflich zu erwerben. Die Dresdner Händler und Hersteller warben während der Adventszeit mit eigens fürs Fest gestalteten Plakaten, Prospekten und Werbezeitungen für ihre Produkte. Geschäfte und Kaufhäuser priesen ihre Waren als geeignete Geschenke an. Besonders die Modebranche empfahl sich mit neuer Winterkleidung für Groß und Klein, die für die winterlichen Aktivitäten im Freien vonnöten wäre. Dabei dominierten Erzeugnisse aus schweren Wollstoffen und Pelz, die der Kälte keine Chance ließen. Aber auch feine Abendgarderobe für die ab Januar zu eröffnende Ballsaison wurde mit Hinweisen auf feinste Materialien und edle Schnitte angepriesen. Den Glanz der winterlichen Ball- und Faschingssaison, in der man sich in festlich geschmückten Sälen amüsierte, lassen elegante Abendroben und bunte Karnevalskostüme erahnen. Man machte sich chic, wenn man ausging. Und zwar nicht nur in gehobenen Kreisen, sondern auch in der Arbeiterschicht.

Auch erfährt man, das die Jugend einst gerne beim Cotillon „abhottete“, der Gabentanz genannt wurde. Er bestand aus einer wechselvollen Abfolge von Contretänzen, auch Polkas und Walzern, die ihren Reiz aus wechselnden Gruppierungen und neckischen Spieleinlagen bezog. Und es war laut Rudolph eine vergleichsweise freie Partnerwahl möglich, die sonst so strapazierten Tanzbücher mussten nicht bemüht werden. Die Cotillon-Tänze wurden mit Blumenspenden an die Damen, Papierordensverleihungen an die Herren (ausgestellt sind etwa Bockbier-Orden oder auch eine Cotillon-Schleife für einen Ball der Dresdner Bogenschützengesellschaft) und anderen Überraschungen angereichert.

Begleitprogramm (Auswahl): 3. Dezember, 15 Uhr: Konzert des Chors „Friedrich Wolf“ Dresden; 4. Dezember, 15 Uhr: Cortissimo Dresden e. V. singt Weihnachtslieder aus aller Welt; 28. Januar 2017., 15 bis 18 Uhr: Familiennachmittag mit winterlichem Programm

– Öffentliche Führungen: 3. und 17. Dezember, 7. und 21. Januar, jeweils 11 Uhr
– Öffnungszeiten: bis 5. März 2017, Di. bis So., 10 bis 18 Uhr, Fr. bis 19 Uhr
– das Museumcafé ist für die Zeit der Sonderausstellung wieder in Betrieb genommen

www.stadtmuseum-dresden.de

Von Christian Ruf

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