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Streit zwischen Pegida-Bachmann und „Festung Europa“

Streit Streit zwischen Pegida-Bachmann und „Festung Europa“

Im Internet eskaliert der Streit zwischen Lutz Bachmann und Tatjana Festerling. Sie werfen sich gegenseitig Spaltung der „Patrioten“ vor und verlangen Konsequenzen.

Lutz Bachmann will nichts mehr zu tun haben mit Tatjana Festerling (Symbolbild).
 

Quelle: dpa

DRESDEN.  Im Internet fliegen die Fetzen. Die Verantwortlichen von „Festung Europa“ und „Pegida“ bezichtigen sich gegenseitig der Spaltung. Sie werfen sich vor, nur von eigenen Interessen geleitet zu sein. Anlass dafür sind die am 3. Oktober geplanten Demonstrationen der Initiative „Festung Europa“, die in Dresden von Ex-Pegida-Frontfrau Tatjana Festerling und ihrem Mitstreiter Edwin Wagensveld gesteuert wird, und von Pegida mit Lutz Bachmann und Siegfried Däbritz als Führungsduo. Die europäische Festung soll am Tag der Deutschen Einheit am Blasewitzer Elbufer oberhalb des Blauen Wunders verteidigt werden. Die „Patriotischen Europäer“ demonstrieren an der Skaterbahn an der Lingnerallee und wollen von dort aus durch die Innenstadt ziehen. Im Mittelpunkt des Streits stehen die Demozeiten. Festerling und Wagensveld laden um 15 Uhr ein, eine halbe Stunde später soll das Pegida-Treffen in der Innenstadt beginnen. Die Stadtverwaltung hat beide Demos in ihrer Versammlungsliste für den 3. Oktober verzeichnet. Demnach rechnet „Festung Europa“ mit bis zu 1500 Teilnehmern, Pegida hat 3000 angemeldet.

Wenigstens einer der zwei Organistationen droht nun ein phänomenaler Flop am 3. Oktober. Dagegen versuchen sich die Verantwortlichen mit Appellen an die Gegenseite zu wehren. „Seit Juli werben wir für die Einigkeit aller Bürgerbewegungen an diesem Tag“, klagt Wagensveld in einem Internetvideo, in dem er mit Festerling auftritt. „Viele glauben inzwischen sogar, dass ihr echten Widerstand verhindern wollt“, sagt die ehemalige Pegida-OB-Kandidatin. Mit einer Verschiebung auf die übliche Pegida-Zeit oder einer Komplettabsage für diesen Tag könne die Organisation „Größe und Souveränität zeigen“, appellieren sie an Bachmann und Co.

Der direkt angesprochene Pegida-Anführer pariert mit einem fünfminütigen Video-Monolog. Bachmann sagt, der 3. Oktober sei „die einmalige Chance, Pegida als das darzustellen, was Pegida ist – die bürgerliche Mitte“. Eine Veranstaltung „außerhalb der Stadt“ sei „völlig unangebracht“ und die Demonstration von „Festung Europa“ am Blauen Wunder sei so uninteressant, dass noch nicht einmal linker Gegenprotest angemeldet worden sei. Eine Terminverschiebung oder eine Demo zusammen mit „Festung Europa“ lehnt der Pegida-Frontmann rundweg ab. „Wer auch immer und was auch immer bezahlt wurde, um das aus der Innenstadt zu verbannen oder die Leute rauszulocken aus der Stadt – gebt das Geld zurück“ wendet er sich direkt an Festerling und Wagensveld.

Ohne Lutz Bachmann trafen sich die Pegidisten gestern Abend auf dem Postplatz. Etwa 2000 „Patriotische Europäer“ nahmen an der Demonstration samt anschließendem „Spaziergang“ durch die Innenstadt teil.

 

Von Christoph Springer

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