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Projektleiter zieht positives Fazit zum Dresdner Bürgerfestes

Frank Nolden im Interview Projektleiter zieht positives Fazit zum Dresdner Bürgerfestes

Mit dem Verschwinden der letzten Steinblöcke, die die Innenstadt während der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit vor Anschlägen schützen sollten, wird deutlich: Dresden ist zurück im Normalmodus. Gesamtprojektleiter Frank Nolden zieht Bilanz.

450 000 Menschen haben am vergangenen Wochenende die Weidervereinigung Deutschlands gefeiert.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden. Mit dem Verschwinden der letzten Steinblöcke, die die Innenstadt während der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit vor Anschlägen schützen sollten, wird deutlich: Dresden ist zurück im Normalmodus. Seit Freitag ist auch die Wilsdruffer Straße wieder für den Verkehr offen, alle Einschränkungen sind damit also passé. Zeit, mit Prof. Frank Nolden, dem Gesamtprojektleiter des Bürgerfestes, zurückzublicken auf die Festlichkeiten und eine Bilanz zu ziehen.

DNN: Welche Bilanz ziehen Sie aus den drei Tagen der Festlichkeiten?

Prof. Frank Nolden: Als Leiter der Organisation des Bürgerfestes ziehe ich ein positives Fazit. Es war ein friedliches und fröhliches Fest. Es gab die üblichen kleinen Probleme, wie bei anderen großen Veranstaltungen auch. Die Protokollveranstaltungen waren aus meiner Sicht sehr gut. Das zeigen auch die Rückmeldungen, die wir dazu erhalten haben. Höhepunkte für die Bürger waren sicherlich die Veranstaltungen auf dem Theaterplatz und den vielen anderen Bühnen im Stadtgebiet sowie die Abendinszenierung am 2. Oktober.

Gibt es Rückmeldungen, was besonders gut angekommen ist?

Viele Gäste haben sich sehr herzlich bei uns bedankt. Auch die Rückmeldungen aus den Ländern waren überwältigend. Man hat uns gesagt, wir hätten das Bürgerfest gut organisiert. Die Besucher in den Länderzelten seien durchweg freundlich und fröhlich gewesen – und für das Wetter hätten wir ja nichts gekonnt.

Was sagen Sie zu den Besucherzahlen, die mit 450 000 unter dem kalkulierten Bereich von 750 000 lagen?

Wir sind zufrieden. Das Wetter hat uns sicher ein wenig ’in die Suppe gespuckt’. Manche potenziellen Besucher haben sich sicherlich auch Sorgen um ihre Sicherheit gemacht. Das hat Menschen davon abgehalten, leider auch viele Dresdner.

Haben aus Ihrer Sicht die Proteste vom Montag die Feierlichkeiten im Gesamten getrübt?

Ja, leider. Die wenigen Menschen haben mit ihrer Hetze und dem Hass ein vollkommen verzerrtes Bild der Stadt, der Region und des Festes zur deutschen Wiedervereinigung erzeugt.

Was ist besser verlaufen, als erwartet? Was schlechter?

Wir haben eine hohe Sicherheit im ganzen Gelände des Bürgerfestes gewährleistet, wir hatten eine gute Organisationsstruktur und viele freundliche, engagierte Mitwirkende und Helfer. Das Wetter hat leider nicht ganz unseren Erwartungen entsprochen und die Hetze und der Hass gegenüber den Gästen der Protokollveranstaltung haben Dresden und Sachsen in ein schlechtes Licht gerückt.

Was war im Rückblick der stressigste Teil der Planungen beziehungsweise des Aufbaus?

Die letzten Wochen, in denen die Bürger und Gäste gemerkt haben, dass es wirklich losgeht und dann viele Fragen hatten, die in kurzer Zeit beantwortet werden mussten. Der Umgang mit den Anliegern und Anwohnern, die vielfach beruhigt und vertiefter informiert werden mussten.

Welchen Tipp würden Sie zukünftigen Planern geben in Bezug auf Feste dieser Größenordnung, gerade in der Dresdner Innenstadt?

Noch früher anfangen, gute Organisationsstrukturen schaffen, stabile Kontakte zu allen Partnern aufbauen und pflegen. Ich empfehle, die Protokollveranstaltungen von dem Bürgerfest räumlich zu trennen.

Von Gerrit Menk

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