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400 Dresdner feiern im Rathaus islamisches Neujahr – Fremdenfeinde vor der Tür

Einheitsfeier 400 Dresdner feiern im Rathaus islamisches Neujahr – Fremdenfeinde vor der Tür

Rund 400 Gäste sind am Sonntagmittag der Einladung von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zur Feier des islamischen Neujahrsfestes gefolgt. Im Festsaal des Rathauses stand dabei vor allem der Aufruf zum Miteinander im Mittelpunkt. Die Vertreter der muslimischen Gruppen und Gemeinden riefen dazu auf, miteinander statt übereinander zu sprechen.

Dirk Hilbert und seine Gäste zur Feier
 

Quelle: S. Lohse

Dresden. Rund 400 Gäste sind am Sonntagmittag der Einladung von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zur Feier des islamischen Neujahrsfestes gefolgt. Im Festsaal des Rathauses stand dabei vor allem der Aufruf zum Miteinander im Mittelpunkt. Die Vertreter der muslimischen Gruppen und Gemeinden riefen dazu auf, miteinander statt übereinander zu sprechen. Fehlende Kommunikation sei eine wichtige Ursache für Konflikte. Die Feindlichkeit müsse gestoppt werden, aber nicht durch Ausgrenzung und Häme, sondern durch Begegnung und eigenes vorbildliches Verhalten. Oder, wie es ein arabischer Kinderchor zum Abschluss sang: „Kleine Schritte sind nicht schwer.“

Zum Tag der Deutschen Einheit feiern Dresdens Moscheen am Montag auch einen Tag der offenen Tür. Nach dem Sprengstoffanschlag auf die Fatih Camii Moschee findet dieser unter verschärften Sicherheitsbedingungen statt. Sämtliche muslimische Einrichtungen stehen zurzeit unter Polizeischutz.

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Rund 400 Gäste sind am Sonntagmittag der Einladung von Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) zur Feier des islamischen Neujahrsfestes gefolgt. Pegida wartete vor dem Rathaus

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Den Wunsch nach Einheit hatten am Sonntag nicht alle. Während einer Koran-Rezitation versuchte eine Person die Versammlung im Rathaus zu stören. Die Person wurde des Saales verwiesen. Vor dem Rathaus hatten sich gleichzeitig rund 50 Anhänger von Pegida und AfD versammelt, die mit islam- und fremdenfeindlichen Parolen provozierten. Die Stadtverwaltung verlegte kurzfristig den Ausgang, so dass die „Patrioten“ vor der Tür mit ihren „Abschieben“ und „Volksverräter“-Rufen weitgehend unter sich blieben.

Im Nachgang der Veranstaltung wurde Hilbert  von den Pegida-Anhängern scharf angegangen und ebenfalls mit „Hau ab“- und „Volksverräter“-Rufen empfangen. Als ein Mann von der Polizei weggeführt wurde, kam es zu Tumulten. Laut Einsatzleitung wurde Hilbert dabei auch angefasst. Seitens der Stadt würden Anzeigen erwartet, hieß es.

Von S. Lohse mit dpa

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