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Tracetronic: „Wir sind das Schnellboot unter den Tankern“

DNN Wirtschaftspreis Tracetronic: „Wir sind das Schnellboot unter den Tankern“

Der DNN-Wirtschaftspreis „So geht’s aufwärts“ naht. Bis zur Verleihung im September stellen wir die zehn Nominierten vor. Heute: Tracetronic Dresden entwickelt Software, die unsere Autos sicherer fahren lässt.

Liefert mit seinem Team bei Tracetronic schnelle Lösungen für große Automobilkonzerne: Geschäftsführer Rocco Deutschmann.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.

Wegen wachsender Nachfrage aus der Automobilindustrie für Test-Software aus Sachsen wächst das Dresdner Unternehmen „Tracetronic“. Das Unternehmen habe schon einige seiner Studenten in die Prüfwerkstatt einquartieren müssen, weil der erst 2013 errichtete Neubau an der Stuttgarter Straße bereits übervoll sei, berichtete Geschäftsführer Rocco Deutschmann, der Tracetronic gemeinsam mit Peter Strähle leitet. „Wir wollen 2017/18 ein neues Gebäude bauen“, kündigte er an. Das Unternehmen werde etwa sechs Millionen Euro in den Erweiterungsbau im Gewerbegebiet Coschütz-Gittersee investieren.

Durch den Neubau sollen etwa 2500 Quadratmeter zusätzliche Flächen für Ingenieure, Software-Entwickler und andere Spezialisten entstehen. „Durch diese Investition können wir unsere Kapazitäten in Dresden mehr als verdoppeln“, schätzte der 39-Jährige ein. Und das wird durch die neueren Trends bei den Tracetronic-Kunden in der Automobilbranche wohl auch nötig sein: Um neue Elektroautos auf die Straße zu bringen und Roboterautos das autonome Fahren beizubringen, wird vor allem eines gebraucht: immer komplexere und dennoch fehlerfreie Software.

Und eben auf den Test solcher Steuergeräte-Software für Autos hat sich das Dresdner Unternehmen sehr erfolgreich eingeschossen und dadurch weltweit namhafte Kunden gewonnen. „Große Automobilkonzerne vertrauen uns Teile ihrer Entwicklung an“, sagt Deutschmann. „Wir sind für sie das Schnellboot unter den Tankern, das rasch Probleme löst.“

Seine Wurzeln hat Tracetronic an der TU Dresden. „Etwa ab dem Jahr 2000 setzte ein Trend ein, immer mehr Steuergeräte im Auto zu verbauen und zu vernetzen“, erzählt der Doktor-Ingenieur der Elektrotechnik, der damals noch an der Uni tätig war. „Allerdings führte das zu einigen Problemen. Viele Steuergeräte und die immer komplexere Software konnten in der Entwicklung nur langsam und oberflächlich getestet werden.“ Damals fragte BMW am TU-Institut für Automobiltechnik nach einer Lösung an. Dort entwickelten Deutschmann und seine Kollegen eine Software, die Computerprogramme im Auto automatisch und recht rasch testen kann.

Ende 2004 gründete das Projektteam zu viert aus der Uni heraus die Tracetronic GmbH. Mit 79 Mitarbeitern und 20 Studenten zog Tracetronic dann im Jahr 2013 in den Neubau an der „Stuttgarter“ ein, der durch solch nette Extras wie einen eigenen Volleyballplatz und seine luftige Bauweise immer wieder Blicke auf sich zieht. „Bei uns steht eben der Mensch im Mittelpunkt“, erklärt Deutschmann diese kleinen Wohlfühl-Zusatzinvestitionen.

Inzwischen hat Tracetronic 131 Mitarbeiter und beschäftigt rund 30 Studenten. Pro Jahr stellt die Firma etwa 20 neue Informatiker, Ingenieure, Mathematiker, und andere Spezialisten ein. Akademiker stellen über 90 Prozent der Belegschaft. Zu den Kunden der Dresdner gehören namhafte Firmen wie BMW, Audi, Bosch, Caterpillar, Siemens und VW. Mit eigenen Standorten vertreten ist Tracetronic mittlerweile auch in den Autohochburgen München und Ingolstadt, ein weiterer Standort in Detroit ist geplant. Deutschmann: „Und irgendwie ist man schon etwas stolz darauf, dass wir jetzt sagen können: Wir verkaufen unsere Lösungen auch nach Kalifornien, ins Silicon Valley, in die Wiege der Softwareindustrie schlechthin.“

Zahlen und Fakten:

Name: TraceTronic GmbH

Sitz: Dresden-Gittersee

Gründung: 2004

Geschäftsfelder: Softwareprodukte und Dienstleistungen zur Entwicklung und zum Testen von Fahrzeug-Steuergerätesoftware, Entwicklung von Testsystemen

Belegschaft: 131 Mitarbeiter plus 30 Studenten an drei Standorten

Mehr Infos im Netz: tracetronic.de

Von Heiko Weckbrodt

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