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Sicherheitstechnik Felgner will Sechs-Millionen-Umsatz knacken

DNN-Wirtschaftspreis Sicherheitstechnik Felgner will Sechs-Millionen-Umsatz knacken

Seit 1967 gibt es die Firma Felgner in Dresden. Jürgen Felgner hatte das Unternehmen als 25-Jähriger gegründet, nachdem er einen der raren Selbstständigen-Scheine ergattern konnte und war  nach einem Umweg über Rasenmäherreparaturen rasch in die Schlüsselbranche eingestiegen. Für die steht der Name Felgner in der Stadt noch heute wie kein anderer.

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„Hier hängt Dresden“, sagt Jürgen Felgner (li), der das Sicherheitstechnikunternehmen 1967 gegründet hat und es 2008 an seinen Sohn Albrecht (re) übergab. Mehr als 3500 Schlüssel beherbergt allein der obere Teil des Safes – alles Generalschlüssel von Kunden, die ein Laie aber, selbst wenn er den Tresor aufbekäme, nicht zuordnen könnte.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Seit 1967 gibt es die Firma Felgner in Dresden. Jürgen Felgner hatte das Unternehmen als 25-Jähriger gegründet, nachdem er einen der raren Selbstständigen-Scheine ergattern konnte und war  nach einem Umweg über Rasenmäherreparaturen rasch in die Schlüsselbranche eingestiegen. Für die steht der Name Feglner in der Stadt noch heute wie kein anderer. Seit 2008 hat Sohn Albrecht das Sagen. Und so, wie sich das Sicherheitsempfinden und die Sicherheitsbranche von Grund auf geändert haben, ist auch das Firmenkonzept inzwischen ein völlig anderes.

„Hier hängt Dresden“, sagt Jürgen Felgner mit einer gewissen Feierlichkeit und öffnet einen riesigen Safe. Allein im oberen Teil, so der Firmengründer, enthält der Tresor rund 3500 Generalschlüssel von Kunden.  Selbst wenn es einem potenziellen Dieb gelänge, trotz Videoüberwachung und Alarmanlagen bis zu dem schwarzen Ungetüm vorzudringen oder es gar zu öffnen: Er könnte mit seinem Raub wenig anfangen. Alles, was dort hängt, ist codiert und nur mit spezieller Software zuzuordnen.

„Mit Schlüsseln kenne ich mich noch aus“, sagt der 74-jährige Senior und blickt rüber zu seinem Sohn Albrecht, der seit 2008 die Geschäfte führt und wichtige neue Bereiche erschloss. Längst geht es nicht mehr nur um Schließanlagen, sondern um intelligente, individuell angepasste strategische Konzepte. Eine Herausforderung –  zumal in einer Zeit, in der durch Finanz- und Wirtschaftskrise Spannungen und Unsicherheit in der Welt zunahmen, in der neue Kriege ausbrachen, sich Terroranschläge häuften und in der ein Klima der Angst den Alltag bestimmt.

„Felgner hatte einen ausgezeichneten Namen, 16 Mitarbeiter, einen großen Kundenstamm und viel Konkurrenz“, erinnert sich Albrecht an seinen Einstieg als 26-Jähriger. Heute hat das Unternehmen 54 Angestellte, hat einige Mitbewerber übernommen, sucht sechs neue Mitarbeiter und hat seitdem den Umsatz von jährlich ein bis zwei Millionen Euro fast verdreifacht.

Dafür, so der Junior, gibt es mehrere Gründe. Einer: Je mehr passiert, desto mehr Kunden melden sich – sie wollen sich vor Diebstahl schützen, ihr Geld sicher aufbewahren, die Kontrolle zu Hause oder im Unternehmen verbessern. Ein weiterer: Felgner hat immer mehr Großkunden wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, das Universitätsklinikum und die Technische Universität Dresden, DHL in Leipzig, Infineon, Gobalfoundries, um nur einige zu nennen. „Das Grüne Gewölbe versichern? Das viele Geld können Sie gut in maximale Sicherheitsleistungen stecken“, erklärt Albrecht Felgner, warum sein Unternehmen als Spezialist für Stadtschloss, Zwinger oder Albertinum hoch im Kurs steht. Da es schon lange nicht mehr nur darum geht, irgendwo ein Türschloss einzubauen, hat Felgner Sicherheitstechnik auch für die  meisten großen und kleinen Kunden Wartungsaufträge, „insgesamt weit über 1000“, sagt der Junior.

Für  den wachsenden Umsatz sorgen aber auch die neuen Onlineshops, die derzeit nur in Deutschland und Tschechien am Start sind, bald aber auch in Polen. „Wir haben im laufenden Jahr 100 000 Euro in die Webshops investiert, müssen wahrscheinlich demnächst eine zweite tschechisch sprechende Kollegin einstellen und wollen 2017 mit einer polnischen Seite starten“, sagt Albrecht Felgner. Und: „Wir wollen nach Osten wachsen, nicht nach Westen“. Aus diesem Grund ist der 34-Jährige nicht nur Ende September auf der „Security“, der weltweit bedeutendsten Messe für Sicherheit und Brandschutz in Essen. Er präsentiert sich zwei Wochen vorher auch in Prag auf einer großen Baumesse, um Bauträger und Sicherheitstechnikfirmen in Tschechien auf sich aufmerksam zu machen. „Wir sind zwar schon beim Nachbarn aktiv, aber meistens als Begleiter deutscher Auftragnehmer. Jetzt gehen wir den nächsten Schritt und sind optimistisch, dass unser Angebot überzeugend genug ist“. Felgner zufolge kommt die weltweit gefragte Sicherheitstechnik zu 90 Prozent aus Deutschland – und weil hiesige Hersteller ihre Produkte über ein zertifiziertes Fachhändlernetz vertreiben, stehen die Chancen gut, im osteuropäischen Raum Fuß zu fassen. „Bestimmte Qualitätsstufen gibt’s dort einfach nicht“.

Felgners Mitarbeiter sind nicht nur als fahrender Service in Ostdeutschland unterwegs, sondern auch aktiv im Backoffice der Onlineportale, als Projektsteuerer und in der Produktion. „Wenn ein Kunde bestimmte Schließsysteme erwirbt, werden die bei uns passend gemacht“, erklärt Albrecht Felgner. Zylinder, Schlüssel, technische Anbindung, Software – all das wird an den Standorten in der Heiligenbornstraße und in der Uhdestaße exakt an die Käuferwünsche angepasst. Da die Aufträge durch die Decke schießen und in diesem Jahr wohl die Umsätze die Sechs-Millionen-Euro-Marke durchbrechen, ist wohl nächstes Jahr ein Neubau fällig.

Fast noch wichtigster:  2017 wird ordentlich gefeiert: 50 Jahre Felgner in Dresden. Firmengründer Jürgen sitzt schon an der Chronik.

Barbara Stock

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