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Raoul Schmidt-Lamontain: Friedvolles Miteinander

Das ist mir heilig Raoul Schmidt-Lamontain: Friedvolles Miteinander

Das Wort heilig ist ein religiös geprägter Begriff. Für jemanden, der sich nie entschieden hat, einer Glaubengemeinschaft beizutreten, ist dies auf den ersten Blick eine schwierige Frage.

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Dresden. Das Wort heilig ist ein religiös geprägter Begriff. Für jemanden, der sich nie entschieden hat, einer Glaubengemeinschaft beizutreten, ist dies auf den ersten Blick eine schwierige Frage.Wer sich jedoch vor Augen führt, wie der Glaube und die heiligen Schriften die Kulturgeschichte Europas mitgeprägt haben, landet schnell bei den zehn Geboten, wie sie im Christentum und im Judentum vorkommen oder auch in den Suren des Korans, die ähnliche Vorgaben machen und die Grundlagen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens formulierten. Sie waren damit Vorreiter der heutigen Verfassungen oder Grundgesetze, auf denen unsere demokratischen Systeme gründen.

Diese Grundlagen, die Verfassungen der demokratischen Länder, sind mir heilig - sie sollten uns allen heilig sein. Sie gewähren die Möglichkeit, uns auf der einen Seite frei zu entfalten, unser Leben nach unseren Vorstellungen zu leben, und sie definieren gleichzeitig einen Rahmen für das friedvolle Zusammenleben. Sie formulieren auch, wie wir uns denen gegenüber verhalten sollen, die in höchster Not Zuflucht bei uns suchen. Das Deutsche Volk bekennt sich zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt heißt es in Artikel 1 des Grundgesetzes.

Wer heute diese Regeln des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Frage stellt, sollte sich nicht nur vor Augen führen, wofür die Menschen hier in Dresden vor etwas mehr als 25 Jahren jeden Montagabend unter Gefahr für Leib und Leben auf die Straßen gegangen sind. Er sollte sich auch bewusst machen, wie die Welt aussah, bevor man sich auf gemeinsame Grundwerte verständigt hat. Das dunkle Mittelalter wünscht sich heute niemand zurück.

Sicherlich wird von uns allen viel Kraft und Engagement abverlangt, wenn wir die zahlreichen Flüchtlinge aus Bürgerkriegs- und Krisengebieten integrieren wollen. Aber große Herausforderungen hat unser Land schon erfolgreich gemeistert. Und gelingen kann dies nur, wenn wir uns darauf besinnen, was unsere Gesellschaft zu dem gemacht hat, was sie heute ist.

Das ist mir heilig.

Raoul Schmidt-Lamontain, Baubürgermeister der Stadt Dresden

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